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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 203 -
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203 jene Ausdauer und jenes zähe Festhalten an dem einmal als gut Erkannten verlei- hend, die ihn allen Hindernissen trotzen und die sich selbst gesteckten Ziele erreichen ließen. H. wollte anfänglich, entschlossen, Geistlicher zu werden, die lateinische Schule besuchen, aber die Armuth seiner Eltern vereitelte seine Absicht; als aber sein Vater 5 823 starb, ließ sich H. nicht mehr zurückhalten; kümmerlich vom Nn- terrichtertheilen sein Dasein fristend, be- suchte er von 1823—1827 die lateinische Schule; im letztgenannten Jahre ging er nach Olmütz, wo er bis 1833 die Huma- nitätsclassen und die beiden philosophi- schen Jahrgange beendete und das Stu- dium der Rechte begann. Ununterbroche« nes körperliches Leiden nöthigte ihn aber, Olmütz zu verlassen. Er begab sich im Herbste 1833 nach Wien, wo er unter kümmerlichen Verhältnissen lebte und die zwei letzten Jahre der Rechtsstudien been- dete. Im Jahre 1833 trat er als Prak- ticant in die Praxis ein und arbeitete in verschiedenen Bureau's abwechselnd im Verwaltungs- undIustizdienste. Wahrend dieser Zeit verlegte er sich auf das Selbst- studium der Stenographie, zuerst nach Tai lor , dann nach Nowak, dessen System Heger später selbst umgearbeitet hat. Ende 1838 wurde ihm bewilligt, in der Stenographie Privatunterricht zu er- theilen. Als er dann im März 1839 das System Gabelsberger's kennen lernte, war sein Entschluß bald gefaßt, sich der Stenographie ausschließlich zu widmen und öffentlich als Lehrer derselben in Oesterreich aufzutreten^). Aber wie in der Jugend seinem Dränge nach wissen- schaftlicher Ausbildung sich Hindernisse entgegenstellten, die H.'s Ausdauer alle ") Siehe hierüber das Nähere: Stenograf. Vlät- ter, Jahrg. 5853, S. 17—19: „Beitrag zur Geschichte der Stenographie in Oesterreich". besiegte, so fehlte es auch jetzt nicht an sol- chen' H. hatte es mit offenen und heim> lichen Gegnern seiner Absichten zu thun' wahrend er aber alle diese Hindernisse zu beseitigen hatte, arbeitete er sich nun immer tiefer in den Geist und das Wesen der Stenographie ein und trat mit G abels- berger selbst in Korrespondenz. faud gleich an ihm einen wohlwollenden Freund, der ihm immer rathend, ermunternd und tröstend zur Seite stand, und ihn gern seinen „Apostel in Oesterreich" nannte. Bis zu Gabelsberger's Tode standen Beide in lebhaftem Ideenaustausche. So gelang es seinen beharrlichen BcmühuN' gen, die Erlaubniß zur Ertheilung öffent» lichen Unterrichts in der Stenographie zu erhalten. Im Jahre 1840 wurde er nach Brunn berufen, zur stenographischen Aufnahme der Verhandlungen der vierten Versammlung der deutschen Land- und Forstwirthe. Er stenographirte vom 20. bis 27. September und legte dort die erste öffentliche Probe seiner Thätigkeit ab. Im Jahre 1841 veröffentlichte er das Werk: „Bemerkenswerthes über die Stenografie u. s. w.", worin er die ihrer Einführung entgegengestellten Einwen- dungen und Bedenken widerlegt und ihren Nutzen in der Praxis durch ver- schiedene geschichtliche und thatsächliche Belege darthut. Am !>. Mai 1842 erhielt er durch Allerh. Entschließung die Gestat- tung, außerordentliche öffentliche Vortrage über Stenographie im k.k. polytechnischen Institute zuWien zu halten. 1844 erlaubte ihm das k. k. böhmische Landespräsidium einen Ferial-Lehrcurs an der Universität Prag abzuhalten, in Wien aber erhielt er im nämlichen Jahre die Gestattung zu ordentlichen öffentlichen Vorlesungen an der Universität über seinen Gegenstand, in denen er das System Gabels. berger's vortrug. Als er im Jahre
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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