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niffes zum Hauptmann in der Artillerie
avancirt und mit einem Ehrengeschenke
von 20.000 fl< belohnt worden sei. Was
an dieser Nachricht wahr, ist dem Heraus-
geber dieses Lexikons nicht bekannt; der
(amtliche) Militär'Schematismus für die
zwei Jahre 1860 und 1861 führtH. noch
unter den Unterlieutenants des Infante-
rieregiments Feldmarschall Graf Nugent
Nr. 30 auf.
Militär'Zeitung (Wien, 4".) 1860, Nr. 64.
— Bohcmia (Prager Blatt, 4".) 1560,
Nr. 585, S. 292. — Fremdenblatt(Wien,
4".) 1560, Nr. 220. — Deutsche allge-
meine Zeitung (Leipzig, 4».) 1860, Vei<
läge zu Nr. 2!5, S. 226. __ Gratz er Zei-
tung 1860, Nr. 183.
Hein, Franz (Bürgermeister von
Troppau, 3andeshauptmann«Stellvertre-
ter in Schlesien und Präsident des Ab«
geordnetenhauses im ersten österreichischen
Reichsrathe, geb. ia Oesterreichisch-Schle-
sien um das Jahr 1810). Ein Sohn
deutscher Eltern, in einem Lande, das
öfter bereits von slavischen Bestrebungen
berührt worden, genoß H. eine Erziehung,
welche seine Anhänglichkeit an die deutsche
Sache, der H. stets treu blieb, früh kräf-
tigte. Nach beendeten rechtswiffenschaft»
lichen Studien erwarb er die juridische
Doctorwürde, nahm dieAdvocatenpraris,
wurde Advocat zu Tropftau in Schlesien
und 1848Bürgermeister daselbst. Damals
schon richteten sich die Blicke seiner Mit-
bürger auf den wegen seiner Geradheit,
Offenheit und gemäßigt liberalen Grsin-
nung vielbeliebten Rechtsgelehrten, den
überdieß ein umfassendes gründliches
Wissen und eine nicht gewöhnliche Redner-
gabe auszeichneten. Er wurde im nam»
lichen Jahre als Abgeordneter für die
Stadt Troppau in den constituirenden
österreichischen Reichstag gewählt, in wel-
chem er auch als Berichterstatter für den
Verfafsungsausschuß fungirte und zur ge- mäßigten sogenannten deutschen Par«
tei zählte. Seine damalige Thätigkeit
gab sich in mehreren Amendements und
Anträgen kund, welche er in weniger glän»
zenden als kräftig gehaltenen Vortragen
vertheidigte; so stellte
er in der 17. Sitzung
(9. August 1848) zum bekannten Kud-
lich'schen Antrage, betreffend die Auf.
Hebung der Unterthänigkeit und die Ab-
lösung der Grundlasten einen nicht un-
wesentlichen Abänderungsantrag, welcher
von der Versammlung unterstützt und
später, in der 32. Sitzung (29. August
d. I.), debattirt wurde; schon in der
36. Sitzung (2. September d. I.) erhob
er Einsprache gegen die Zeitzersplittemng,
mit welcher die Sitzungen bedroht wur«
den, und sprach das gewichtige Wort:
„daß jeder Tag 3000 st. koste und man
mit unnützem Zeitvertreibe dem Lande
sehr wenig Nutzen verschaffe". In der
48. Sitzung (30. September d.I.) erklärte
er, als mehrere Redner vor ihm die Aus»
schreibung der directen und indirecten
Steuern für 1849 mehr oder weniger
heftig angegriffen hatten, mit großer
Mäßigung, „daß er, wie die Sachlage
sich stellte, selbst einem Ministerium, welches
sein Vertrauen nichtbesäße, die Steuern
als eine Nothwendigkeit Votiren würde".
In der 48. (16. Kremsierer) Sitzung
(9. Jänner 1849) sprach er über und für
den §. 1 der Grundrechte: „Alle Staats-
gemalten gehen vom Volke aus", nach'
dem er schon in der Tags zuvor gehalte«
nen Sitzung (vom 8. Jänner) den Antrag
eines Abgeordneten (Pinkas): „Durch
einen Protest gegen die Ministerialerkla-
rung vom 4. Jänner, in welcher das Mi.
nisterium die
sichere
Ueberzeugung aus-
sprach: der §. 1 der Grundrechte werde
verworfen werden, die Ehre des Hauses
zu retten", einen solchen Protest als eben
mit der Ehre des Hauses unvereinbar
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon