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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 215 -
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218 niffes zum Hauptmann in der Artillerie avancirt und mit einem Ehrengeschenke von 20.000 fl< belohnt worden sei. Was an dieser Nachricht wahr, ist dem Heraus- geber dieses Lexikons nicht bekannt; der (amtliche) Militär'Schematismus für die zwei Jahre 1860 und 1861 führtH. noch unter den Unterlieutenants des Infante- rieregiments Feldmarschall Graf Nugent Nr. 30 auf. Militär'Zeitung (Wien, 4".) 1860, Nr. 64. — Bohcmia (Prager Blatt, 4".) 1560, Nr. 585, S. 292. — Fremdenblatt(Wien, 4".) 1560, Nr. 220. — Deutsche allge- meine Zeitung (Leipzig, 4».) 1860, Vei< läge zu Nr. 2!5, S. 226. __ Gratz er Zei- tung 1860, Nr. 183. Hein, Franz (Bürgermeister von Troppau, 3andeshauptmann«Stellvertre- ter in Schlesien und Präsident des Ab« geordnetenhauses im ersten österreichischen Reichsrathe, geb. ia Oesterreichisch-Schle- sien um das Jahr 1810). Ein Sohn deutscher Eltern, in einem Lande, das öfter bereits von slavischen Bestrebungen berührt worden, genoß H. eine Erziehung, welche seine Anhänglichkeit an die deutsche Sache, der H. stets treu blieb, früh kräf- tigte. Nach beendeten rechtswiffenschaft» lichen Studien erwarb er die juridische Doctorwürde, nahm dieAdvocatenpraris, wurde Advocat zu Tropftau in Schlesien und 1848Bürgermeister daselbst. Damals schon richteten sich die Blicke seiner Mit- bürger auf den wegen seiner Geradheit, Offenheit und gemäßigt liberalen Grsin- nung vielbeliebten Rechtsgelehrten, den überdieß ein umfassendes gründliches Wissen und eine nicht gewöhnliche Redner- gabe auszeichneten. Er wurde im nam» lichen Jahre als Abgeordneter für die Stadt Troppau in den constituirenden österreichischen Reichstag gewählt, in wel- chem er auch als Berichterstatter für den Verfafsungsausschuß fungirte und zur ge- mäßigten sogenannten deutschen Par« tei zählte. Seine damalige Thätigkeit gab sich in mehreren Amendements und Anträgen kund, welche er in weniger glän» zenden als kräftig gehaltenen Vortragen vertheidigte; so stellte er in der 17. Sitzung (9. August 1848) zum bekannten Kud- lich'schen Antrage, betreffend die Auf. Hebung der Unterthänigkeit und die Ab- lösung der Grundlasten einen nicht un- wesentlichen Abänderungsantrag, welcher von der Versammlung unterstützt und später, in der 32. Sitzung (29. August d. I.), debattirt wurde; schon in der 36. Sitzung (2. September d. I.) erhob er Einsprache gegen die Zeitzersplittemng, mit welcher die Sitzungen bedroht wur« den, und sprach das gewichtige Wort: „daß jeder Tag 3000 st. koste und man mit unnützem Zeitvertreibe dem Lande sehr wenig Nutzen verschaffe". In der 48. Sitzung (30. September d.I.) erklärte er, als mehrere Redner vor ihm die Aus» schreibung der directen und indirecten Steuern für 1849 mehr oder weniger heftig angegriffen hatten, mit großer Mäßigung, „daß er, wie die Sachlage sich stellte, selbst einem Ministerium, welches sein Vertrauen nichtbesäße, die Steuern als eine Nothwendigkeit Votiren würde". In der 48. (16. Kremsierer) Sitzung (9. Jänner 1849) sprach er über und für den §. 1 der Grundrechte: „Alle Staats- gemalten gehen vom Volke aus", nach' dem er schon in der Tags zuvor gehalte« nen Sitzung (vom 8. Jänner) den Antrag eines Abgeordneten (Pinkas): „Durch einen Protest gegen die Ministerialerkla- rung vom 4. Jänner, in welcher das Mi. nisterium die sichere Ueberzeugung aus- sprach: der §. 1 der Grundrechte werde verworfen werden, die Ehre des Hauses zu retten", einen solchen Protest als eben mit der Ehre des Hauses unvereinbar
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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