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lerem über die beiden anderen sich erhebendem
Hügel ein schwarzbrauner Bär bis nahe unter
dem obern Schildesrande hervorragt. Der
Bär hat offenen Rachen mit rothausgeschla«
gener Zunge, und hält zwischen den zwei
gerade vor sich ausgestreckten Vordertatzen ein
rothes Herz. Auf dem Schilde erhebt sich ein
Helm, der statt mit einer Krone mit einem
schwarzgelben Bande bedeckt ist. von dem das
schwarze und das gelbe Ende in die Luft
flattern. Aus diesem schwarzgelben Bande
erhebt sich zwischen zwei auswärts gekehrten
Büffelhörnern mit offenen Mundlöchern, das
rechte oben schwarz unten Gold, das linke
oben Gold und unten schwarz, der das
Herz haltende Bär des Schildes. Helm»
decken rechts schwarzgold. links schwarz«
silbern. — Außer diesen Personen des Namens
Herz sind noch einige andere anzuführen,
und zwar.- Daniel Herz, aus Wilten im
Unterinnthale Tirols gebürtig (gest. S. Juni
1678), war ein berühmter Orgelbauer, Zeit»
genösse und Freund des noch berühmteren
Geigenmachers Jacob Stainer aus Absam.
Daniel's Orgeln erregten Bewunderung im
In» und Auslande. Sein Grabstein auf dem
Gottesacker zu Wilten weist die treffende
Inschrift: „Hier liegt mein Leib und der ist
todt, Meine Werke leben und loben Gott".
lStaf f ler (Johann Jakob), Das deutsche
Tirol und Vorarlberg, topographisch mit ge<
schichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847,
Fel. Rauch, 8«.) Bd. I, S. 493.) — Henri
Herz (geb. zu Wien 6. Jänner 1806). F6tis
in seiner „VioFrapkiL nuivergölis ä65 Nu-
8ieieu5" und nach diesem das „Schlade»
b ach »Bern sdorf'sche Universal-Lexikon der
Tonkunst" (Dresden. Schäfer) Bd. I I , E. 394.
das „Brockhaus'sche Conversations-Lexikon"
10. Auflage, Bd. VII , S. 667 und die bei
Firmin Didot I'I'. erscheinende Nouvelis
AioZrapkie FsuLralo .. . xubiiso 50U2 1a, üi-
rsotion <1s Kl. 1s Dr. No s ks r, loms XXIV,
x. 631, geben Wien als Geburtsort dieses
Virtuosen an. Andere Werke, wie Gaß»
ner's „Universal'Lerikon der Tonkunst", und
Schil l ing's „Das musikalische Europa",
nennen dessen Geburtsort nicht. Auf die Rich«
tigkeit der Angabe von Fst is hin findet
Herz. der sonach dem Kaiserstaate die Ge«
burt, wenn auch sonst weiter nichts zu ver<
danken hat, eine Stelle in unserem Lexikon.
Sohn jüdischer Eltern, die' aber später zur
christlichen Religion übertraten, erhielt er
seine erste musikalische Ausbildung durch seinen Vater, später durch Daniel Hunten, einen
geschickten Organisten in Coblenz. Bereits
1817 kam H. nach Paris, wurde Zögling
des Conseroatoriums und erhielt den ersten
Preis mit einer Composition für das Piano.
Unter günstigen Umständen faßte er als Pia»
nist festen Fuß in der Weltstadt, unternahm in
den Jahren 1831 und 1834 mit dem Violin-
virtuosen La fönt Kunstreisen durch Deutsch«
land, England. Schottland und Amerika und
machte gute Geschäfte. H. zählte seiner
Zeit zu den besten Pianisten. Eleganz des
Vortrages und Reinheit zeichneten ihn aus.
Als Compomst entwickelte er eine große Frucht»
barkeit, und die Zahl smier Compositionen
übersteigt bereits das zweite Hundert. Sie
besitzen auch nach Urtheilen von bewährten
Musikkennern, „eine glatte, elegante und
schimmernde Außenseite, fallen angenehm in's
Ohr und geben ohne gerade schwer zu sein,
dem Spieler Gelegenheit zur Entfaltung seiner
Fingerfertigkeit"; ihrem geistigen Gehalte nach
sind sie aber nichts als „eitler Flitterstaat",
bieten das zufällige aber zugleich nichtssa»
gende Aeußere einer graziösen Kokette, und
sind, da ihre Flachheit nicht ab-, sondern zu«
nahm, selbst von den Pulten der Dilettanten
verschwunden. Der Mehrtheil seiner Compo»
sitionen — Variationen, Rondo's, Phanta»
sien, Concerte, Etüden, Divertissements — ist
bei Schott in Mainz erschienen. H. lebt in
Paris, wo er Unterricht ertheilt und eine
Pianofortefabrik begründet hat; eine von ihm
herausgegebene „NQtkoäo äs liano" wird
geschätzt, auch ist er der Erfinder des D acty»
lon's, eines Instrumentes, welches dazu
dient, der Hand eine größere Spannung zu
verleihen, die Finger gelenkig zu machen und
zu stärken und dadurch ein gleichförmiges,
elegantes Spiel zu bewirken. ^Die Quellen
sind bereits Eingangs dieser Skizze genannt
worden.) — Johann Jacob Herz (geb.
in Lcmberg um das Jahr 1810) Von jüdi«
schen Eltern, studirte in Lrmberg die Rechte
und trat in den Staatsdienst; um das Jahr
1837 diente er als Kanzler (der Titel der bei
Consulaten mit dem Kanzleigeschäfte betrau»
ten Personen) beim österreichischen Consulate
in Krakau; später, um 1847, kam er als
Neisecommissär zur kaiserlichen Postbehörde
nach Wien, wurde dann Finanzrath, trat
aber zuletzt aus dem Staatsdienste in jenen
der galizischen Karl Ludwig'Eisenbahn über,
bei welcher er die Stelle eines Generalsecre«
tärs bekleidet. Er hat herausgegeben: „Ge»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon