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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 408 -
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Seite - 408 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8

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408 lerem über die beiden anderen sich erhebendem Hügel ein schwarzbrauner Bär bis nahe unter dem obern Schildesrande hervorragt. Der Bär hat offenen Rachen mit rothausgeschla« gener Zunge, und hält zwischen den zwei gerade vor sich ausgestreckten Vordertatzen ein rothes Herz. Auf dem Schilde erhebt sich ein Helm, der statt mit einer Krone mit einem schwarzgelben Bande bedeckt ist. von dem das schwarze und das gelbe Ende in die Luft flattern. Aus diesem schwarzgelben Bande erhebt sich zwischen zwei auswärts gekehrten Büffelhörnern mit offenen Mundlöchern, das rechte oben schwarz unten Gold, das linke oben Gold und unten schwarz, der das Herz haltende Bär des Schildes. Helm» decken rechts schwarzgold. links schwarz« silbern. — Außer diesen Personen des Namens Herz sind noch einige andere anzuführen, und zwar.- Daniel Herz, aus Wilten im Unterinnthale Tirols gebürtig (gest. S. Juni 1678), war ein berühmter Orgelbauer, Zeit» genösse und Freund des noch berühmteren Geigenmachers Jacob Stainer aus Absam. Daniel's Orgeln erregten Bewunderung im In» und Auslande. Sein Grabstein auf dem Gottesacker zu Wilten weist die treffende Inschrift: „Hier liegt mein Leib und der ist todt, Meine Werke leben und loben Gott". lStaf f ler (Johann Jakob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit ge< schichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Fel. Rauch, 8«.) Bd. I, S. 493.) — Henri Herz (geb. zu Wien 6. Jänner 1806). F6tis in seiner „VioFrapkiL nuivergölis ä65 Nu- 8ieieu5" und nach diesem das „Schlade» b ach »Bern sdorf'sche Universal-Lexikon der Tonkunst" (Dresden. Schäfer) Bd. I I , E. 394. das „Brockhaus'sche Conversations-Lexikon" 10. Auflage, Bd. VII , S. 667 und die bei Firmin Didot I'I'. erscheinende Nouvelis AioZrapkie FsuLralo .. . xubiiso 50U2 1a, üi- rsotion <1s Kl. 1s Dr. No s ks r, loms XXIV, x. 631, geben Wien als Geburtsort dieses Virtuosen an. Andere Werke, wie Gaß» ner's „Universal'Lerikon der Tonkunst", und Schil l ing's „Das musikalische Europa", nennen dessen Geburtsort nicht. Auf die Rich« tigkeit der Angabe von Fst is hin findet Herz. der sonach dem Kaiserstaate die Ge« burt, wenn auch sonst weiter nichts zu ver< danken hat, eine Stelle in unserem Lexikon. Sohn jüdischer Eltern, die' aber später zur christlichen Religion übertraten, erhielt er seine erste musikalische Ausbildung durch seinen Vater, später durch Daniel Hunten, einen geschickten Organisten in Coblenz. Bereits 1817 kam H. nach Paris, wurde Zögling des Conseroatoriums und erhielt den ersten Preis mit einer Composition für das Piano. Unter günstigen Umständen faßte er als Pia» nist festen Fuß in der Weltstadt, unternahm in den Jahren 1831 und 1834 mit dem Violin- virtuosen La fönt Kunstreisen durch Deutsch« land, England. Schottland und Amerika und machte gute Geschäfte. H. zählte seiner Zeit zu den besten Pianisten. Eleganz des Vortrages und Reinheit zeichneten ihn aus. Als Compomst entwickelte er eine große Frucht» barkeit, und die Zahl smier Compositionen übersteigt bereits das zweite Hundert. Sie besitzen auch nach Urtheilen von bewährten Musikkennern, „eine glatte, elegante und schimmernde Außenseite, fallen angenehm in's Ohr und geben ohne gerade schwer zu sein, dem Spieler Gelegenheit zur Entfaltung seiner Fingerfertigkeit"; ihrem geistigen Gehalte nach sind sie aber nichts als „eitler Flitterstaat", bieten das zufällige aber zugleich nichtssa» gende Aeußere einer graziösen Kokette, und sind, da ihre Flachheit nicht ab-, sondern zu« nahm, selbst von den Pulten der Dilettanten verschwunden. Der Mehrtheil seiner Compo» sitionen — Variationen, Rondo's, Phanta» sien, Concerte, Etüden, Divertissements — ist bei Schott in Mainz erschienen. H. lebt in Paris, wo er Unterricht ertheilt und eine Pianofortefabrik begründet hat; eine von ihm herausgegebene „NQtkoäo äs liano" wird geschätzt, auch ist er der Erfinder des D acty» lon's, eines Instrumentes, welches dazu dient, der Hand eine größere Spannung zu verleihen, die Finger gelenkig zu machen und zu stärken und dadurch ein gleichförmiges, elegantes Spiel zu bewirken. ^Die Quellen sind bereits Eingangs dieser Skizze genannt worden.) — Johann Jacob Herz (geb. in Lcmberg um das Jahr 1810) Von jüdi« schen Eltern, studirte in Lrmberg die Rechte und trat in den Staatsdienst; um das Jahr 1837 diente er als Kanzler (der Titel der bei Consulaten mit dem Kanzleigeschäfte betrau» ten Personen) beim österreichischen Consulate in Krakau; später, um 1847, kam er als Neisecommissär zur kaiserlichen Postbehörde nach Wien, wurde dann Finanzrath, trat aber zuletzt aus dem Staatsdienste in jenen der galizischen Karl Ludwig'Eisenbahn über, bei welcher er die Stelle eines Generalsecre« tärs bekleidet. Er hat herausgegeben: „Ge»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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