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gen, wenn nicht zu vereiteln, so doch
möglichst zu schwächen. H. erkämpfte sich
bei dieser Gelegenheit den preußischen
Militär.Verdienst' und den sardinischen
Mauritius, und Lazarus-Orden. 1813
arbeitete H. im Hauptquartiere und machte
dort jene Studien der Kriegsführung
im Großen, welche er, sie seither immer»
dar fortsehend, später so glänzend ver«
werthen sollte. Nach beendetem Kriege
wurde H. am 16. Juli 1815 Major
im Generalftabe — er zahlte damals
27 Jahre. Die folgenden Jahre bis 1822
stand H. in wechselnder Verwendung;
und zwar seit t. Juli 4817 befehligte er
ein Bataillon des Linien-Infanterie-Regi-
ments Baron Piret Nr. 27, in welches
er vom Generalstabe überseht worden;
am 1. August 1819 kam er in gleicher
Eigenschaft zum Infanterie-Regimente
Graf Gyulay Nr. 33, in welchem er am
12. Juli 1822 zum Oberstlieutenant vor«
rückte. Aber früher schon, 1821 wurde er
zum Militär'Truppencommissar der öster«
reichischen Besatzungstruppen in Turin
ernannt, welche zur Bewältigung der von
dem Prinzen von Carignan, nachmaligem
Könige Kar l Albert, auch genannt
spaäa ä'Itaiw) im Stich gelassenen
Revolution in Piemont eingerückt waren
und Turin beseht hielten. Bis 1823
bekleidete H. diese Stelle. Am 8. April
1829 zum Obersten des Infanterie-Regi-
ments Nr. 2 ernannt, wurde er schon im
folgenden Jahre am 22. Mai 1831 zum
Generalstabe überseht und zum Chef
der Generalstabs'Abtheilung der mobilen
Armee in Ober-Italien ernannt. In dieser
Stellung war es H. gegönnt, seine frucht«
baren leitenden Ideen zum Gedeihen
eines großen Körpers, welcher der Ver-
vollkommnung bedürfte, nämlich der
österreichischen Armee, zu verwirklichen. Er
schuf — über Auftrag Radetzky's — eine „Manövrir.Instruction" für größere
in taktische Körper vereinigte Heerestheile,
dann eine „Feld-Instruction", von denen
erstere, ohne sanctionirtes Reglement zu
sein, in allen Gmeral-Commanden des
österreichischen Kaiserstaates als Richt»
schnür bei Truppenübungen angenom»
men wurde. H. wählte zu diesem Behufe
die strategischen
Puncte des Landes und
es wurde mit steter Berücksichtigung der
Bodenbeschaffenheit eine Reihe der beleh.
rmdsten Manövers ausgeführt; es war
dieß eine treffliche Schule, welche freilich
nur das auf Kriegsfuß stehende Armee«
corps in Italien dem strebenden Ofsicier
zu bieten im Stande war. Am 8. Mai
1834 wurde Oberst Heß zum General-
Major befördert und ihm im October
d. I . — H. zählte damals 46 Jahre —
das Brigadecommando in Mähren über.
tragen. Mit 16. October 1843 rückte H.
unter Beibehaltung seiner Anstellung zum
Feldmarschall-Lieutenantvor; 1844 über«
brachte er bei der Thronbesteigung des
Sultans Abdul Medj id die Glück«
wünsche seines Kaisers nach Constan«
tinopel und wurde noch im nämlichen
Jahre Inhaber desInfanterie-Regiments
Nr. 49. Der Ausbruch der italienischen
Revolution im Jahre 1843 gab nun H.
Gelegenheit, seine praktische Tüchtigkeit
als Generalstäbler zu bewähren. Das
ganze Land war im Aufstande begriffen,
überall wimmelte es von Freischärlern;
die Straßen wurden unwegsam gemacht,
Iebensmittel und Munition fehlten; ein
wohlorganisirtes. von den Bewohnern des
Landes mit Allem reich unterstütztes feind-
liches Heer rückte heran, und Radetzky
hielt nach seinem Rückzüge aus Mailand
mit unerschütterlichem Muthe in solcher
Bedrängniß Verona besetzt. Im Mai
wurde H. zum General-Quartiermeister
der Armee in Italien ernannt und entwarf,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Hartmann-Heyser, Volume 8
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Hartmann-Heyser
- Volume
- 8
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1862
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 514
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon