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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9
Page - 358 -
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Page - 358 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hibler-Hysel, Volume 9

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Hrdek 368 Hnd Böhmen 16. Mai 1799. gest. 10. Iän< ner 186<). Sein Vater, Lehrer zu Koce- rada, war selbst ein geschickter Musiker und ging dieses Talent auf sammt- liche Glieder seiner zahlreichen Familie, fünf Söhne und vier Töchter, über. Von ersteren zeigte Johann Wilhelm in früher Jugend eine ungewöhnliche Bega- bung. Als er sechs Jahre alt war. wurde er mit seinen Geschwistern von schwerer Krankheit befallender genas, aber — er war blind geworden. Karl Graf Kheven« hüller nahm sich des erblindeten Kna- ben an und gab ihn 1810 in das Blin» den-Institut auf der Kleinseite in Prag. Daselbst entwickelte sich sein musikalisches Talent immer mehr und neben anderen Instrumenten blies er mit Vorliebe und Kunstfertigkeit die Flöte. Professor Ianys, selbst ein trefflicher Flötist, wendete sich dem Knaben mit besonderer Vorliebe zu. 1816 verließ er die Anstalt und begab sich nach Wien, wo er sich von Professor Beer Md. I, S. 222) operiren ließ. Aber die Operation gelang nicht vollkommen, H. bekam nur einen sogenannten Lichtschein, mehr nicht. In- dessen war er insoweit Meister im Flöten» spiel geworden, daß er 1822 zuerst in Prag öffentlich auftrat. Als man sein Spiel lobte, meinte er. daß er noch besser blasen würde, wenn er eine bessere Flöte besäße. In Folge dessen schenkte ihm Kaiser Franz hundert Gulden, um wel- ches Gcld er ein treffliches Instrument in Wien kaufte. Von nun an unternahm H. Kunstreifen und zwar 1825 nach Karlsbad, dann nach Brunn. Olmütz. wo er sich vor Erzherzog Rudolph hören ließ, 1826 und 1827 nach Schle- sien. 1829 nach Pesth. Belgrad. Agram, Karlowitz. Trieft, Laibach; dann besuchte er auch daS Ausland und spielte in Dres- den, Nürnberg, Bamberg, Caffel, Coburg. Gotha u. a. O. Von diesen Kunstaus' stügen hatte er sich in einigen Jahren ein kleines Capital erworben, von dem er in seinem Geburtsorte lebte. Eine Feuersbrunst brachte ihn 1843 um sein kleines Eigenthum und nur seine Flöte hatte er gerettet. Nun gab er wieder Concerte und erübrigte nach Jahren eine Summe, um ein Häuschen zu kaufen, in welchem er in bescheidener Zurückgezogen- heit von seinen Kunstwanderungen aus- ruhte. H. starb bald darauf im Alter von 62 Jahren. Für die Flöte hatte er mehrere Solostücke und Lieder compo- nirt. Dal i bor. öasoxis xi-o Iiuädu, äivaäw a umöni vüdeo, d. i. Dalidor. Zeitschrift für Musik. Theater u. s. w. Redacteur Emanuel Mel is (Prag. 4°.) V. Jahrg. (1862). Nr. 10 u. l i : „^au Vil6m llrdslc". — Dlabacz in seinem „Künstler Lexikon". Bd. I, S. 669, gedenkt eines Math ias Hrbek (gest. 28. Oct. l735). der ein geschickter Schul« und Chorrector in Tabor war. und eines Ignaz Hrbek. der auch in Tabor (nach 1790) lebte und ein guter Organist und Violoncellist war, vielleicht Groß' vater und Vater des Obigen. .hlib, Wenzel Franz (Schriftstel- ler, geb. zu Hlinsko in Böhmen 176l), gest. zu B r ü nn 21. Februar 1827). Der Sohn eines Krämers, besuchte er die Iesuitenschule zu Chlum in Böhmen, spater in Olmütz. Nun trat er als Pri- vatbeamter in die Dienste des Grafen Kinsky, 1797 aber in kais. Dienste über und zwar als Official bei der Staatsbuchhaltung in Brünn. Daselbst befreundete er sich mit dem Augustiner Philipp Nedela und mit dem Welt- geistlichen Thomas Fryöaj M . IV,. S. 388^, und wurde durch diese beiden Männer zu literarischen Arbeiten angeregt. Hi-ib gab heraus: „^osHnSsnz ?n?/s?s ^ Zo/zn kailo '^eHs ^ssiMn,Hl/") d. i. Erha« bene Gedanken zu Gott (Brünn 1802)-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hibler-Hysel, Volume 9
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Hibler-Hysel
Volume
9
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
518
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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