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John 240 John
dĂĽng angewendet wurde, wie von ihm
selbst. So wurde John der BegrĂĽnder
einer eigenen Schule in der Kupferstich'
kunst, die jedoch mit ihm selbst erloschen
ist und zwar einzig aus dem Grunde,
weil bei der Schwierigkeit seines Ver-
fahrens nur eine meisterhafte Behand«
lung sie zur Geltung bringen konnte,
diese aber nur in den seltensten Fallen
und nie in solcher Ausdauer wie bei
John selbst, vorkommt. Wer nur einige
Blätter von John gesehen, erkennt
augenblicklich ein Bild seines Grabstichels,
so ausgeprägt ist seine Manier, die eben
nur ein Werk als sein Werk kennzeichnet.
Seine Manier ist weich aber nicht weichlich,
zart und doch ausgeprägt, angenehm,
adcr immer charakteristisch. Was das
Technische seiner Behandlung anbelangt,
so weicht seine Manier zu punctiren, von
der gewöhnlichen ganz ab. Wie der
Kupferstecher mit dem Grabstichel mittelst
der stärkeren oder schwächeren Strich-
la^en die Perspektive und die verschiede»
nen Stoffe der Körper auszudrücken ver-
steht, so brachte John dieĂź durch die
runden oder spitzen und in den Hinter-
grĂĽnden oft durch die eckigen Puncte
heraus, und verstand es, dem Ganzen,
der eigentlichen einfachen Hilfsmittel
ungeachtet, in den Gegenständen eine
groĂźe Verschiedenheit zu verleihen. Wie
ĂĽbrigens John immer fortschritt und
immer Vollendeteres zu leisten bestrebt
war, ergibt sich aus einer Vergl^ichung
der beiden Blätter zum 10. und 14. Ge»
fange der G öschen'schen und Meer-
man'schen Ausgabe der Meffiade.
erstere im Jahre 1798, letztere im Jahre
1809, also um eilf Jahre später ausge»
fĂĽhrt, erstere matt, verworren, unrein und
unbestimmt, letztere kräftig, klar, rein und
bestimmt. Seine sich steigernde Vollen«
düng im Landschaftlichen zeigt sich wieder am besten in einigen Blättern zur
„Aglaja" wie in Carlo Marat ta 's
„Johannes als Kind" und in Franzes«
chin i's „Narciß" und im „Iesukinde das
auf dem Kreuze schlaft", alle aus des
KĂĽnstlers letzten Jahren 1829 bis 1830
stammend. In den Porträten vereinte
John sprechende Aehnlichkeit mit einer
Gediegenheit in der AusfĂĽhrung, welche
seine Arbeiten so beliebt machte, daĂź es
eine Zeit gab, in welcher es zum guten
Ton gehörte, wie heut' zu Tage von
Angerer photographirt, so von John
gestochen zu sein.
l. Vrrieich niß sämmtlicher Platten, welche Fried-
rich John seit dem Jahre I7W gestochen hat.
Nach John's eigenen Aufzeichnungen.
Ich halte mich an die
chronologische
Ordnung,
welche Sammlern die willkommenste sein
dĂĽrfte, weil auf den Kupferstichen selbst das
Jahr nur selten angegeben ist und in Betreff
der Formate und AusfĂĽhrung an John's
eigene Angaben.
Im Jahre I7W. I n London: „Kopf
einer Venus", nach Cipriani. — „Kopf
einer Medusa" (von einer Camee). — „Po!>
trat eines Dircctors der Sorbonne" (colorirt
mit 4 Platten). — „Maria Coöway". Porträt
nach Bartolozzi.
I n Warschau: „Bild aus der polnischen
Geschichte", nach Smuglcwicz. — „Sta-
nislaus August, König von Volcn", nach
L a m p i.
I?!i1. „Graf Bulhakow". nach Carville
(kl. oval). — „Die polnische Constitution"
(a^uatinta,, rund). — „Atat, 6o la I>oIoFne"
(ebenso). — „Fama schwebt über der Erde"
(punctirt. rund). — „Graf Malachowski".
nach Lampi (rund). — „Graf Ostrowski"
(rund). — „Fürst Sapieha", nach P itsch»
mann (oval).
1792 I n Warschau: „Fürst Joseph
Poniatowski", nach Grassi (kl. oval). —
„Graf Soltyk", nach Lampi (i".). — „Platte
ĂĽbel.' die polnische Constitution. Der Konig
geht zum neugebauten Tempel ein", nach
Smuglcwicz (rund).
I n Wien: „Vifit.Billet mit Arabesken",
für den Fürsten Ios. Poniatowski. —
„Visit'Bill.'t mit Arabesken", für den Baron
Braun. — „Naturforscher Graf", Porträt
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon