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d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von
Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy
und Joseph Danie l i t (Pesth 1836. Gustav
Emich, 8«.) S. 225. — HHkdb kor i isms-
retek täi-a, d. i. Neues ungarisches Conver»
sations.Lexikon (Pesth, 8°.) Bd. IV, S. 488.
— Vasärnax i u^LüF, d. i. Sonntags«
zeitung (Pesth. 4<>.) 1858. Nr. 13 l^mit Porträt
im Holzschnitts.
Irintji, Joseph (ungarischer Poet
und Mitglied deS ungarischen Reichs»
tages im Jahre 1848/49, geb. zu
AlbiS im Biharer Comitate im Jahre
4822. gest. am 20. Februar 1839). Sein
Vater war ein ausgezeichneter Landwirth.
Der Sohn studirte theils in Großwar«
dein, theils in Debreczin, an welchem
letzteren Orte er die Rechte hörte. I n
Pesth, wo er die Advocatenprüfung abzu«
legen die Absicht hatte, kam er viel mit
den Notabeln der ungarischen Literatur
in Berührung, waS ihn bald selbst auf
daS üterarische Gebiet führte. Im Jahre
1842 unternahm er eine Reise, besuchte
einen beträchtlichen Theil Deutschlands,
ging nach Paris, wo er längere Zeit ver«
weilte, und zuletzt nach London. Seine
Reiseeindrücke veröffentlichte er in dem
Werke: „Hellaet-, 1^2110212.- 62 H.HF0I-
05822.^ 1 uti HäZr^etsk", d. i. Notizen
einer Reise in Deutschland, Frankreich
und England (Halle 1846). I n seine
Heimat 1843 zurückgekehrt, wo eben
der Landtag in Preßburg tagte, legte
er nun die Advocatenprüfung ab, und
trat bereits damals gegen die Censur,
welche sein Werk erst nach vielmonat«
licher Censurhaft hatte passiren laffen,
in einem offenen, an den ungarischen
Kanzler gerichteten Briefe auf. Indem er
sich nun auf journalistischem Gebiete
herumtummelte und sozusagen der Erste
war, der in französischem Geiste seine
magyarischen Artikel niederschrieb, sich
für seine politischen Ansichten duellirte und in einem Duelle dem Redacteur des
„tlirs.6.0 Viä.3." den Arm durchschoß,
kurz das Leben eineS Pariser Feuilletonisten
auf das Pesther Pflaster verpflanzt hatte,
wendete er sich allmälig von dem schön«
geistigen Gebiete, welches er bisher ge»
pflegt, dem politischen zu, und schrieb für
den „Nrikp", den damals Csengery
und Kemeny redigirten. Als die März-
tage hereinbrachen, stellte er sich bald an
die Spitze der Bewegung und war mit
Petöf i und dem Volksredner Vas«
Vary der dritte im Bunde. Als die
Wahlen in den Landtag stattfanden,
wurde er in einem der Wahlbezirke deS
Biharer Comitates in den Landtag ge»
wählt. I m Parlamente, zur republika«
nischen Partei sich haltend, entwickelte er
eine große Rührigkeit und hieß darob im
Hause „2. kä.2 maoLkä/ja") d. i. die
Hauskatze. Diese seine Geschäftigkeit ließ
ihn auch als geeignet erscheinen, im
October 1848 mit einer geheimen Mission,
mit welcker ihn eines der Revolutions«
haupter in Pesth beauftragte, nach Paris
zu gehen. Dort fand er aber bei der
ungarischen, von dem Grafen LadislauS
Teleki geführien Deputation eine glan»
zende Anstellung; auch war er sonst unter
fremdem Namen (er führte einen Paß,
auf den Namen Louis Laccone aus
Corfu lautend) für die Zwecke der Revo»
lution thätig. Nachdem er in seine
Heimat zurückgekehrt war, fand er bereits
den Reichstag nicht mehr in Pesth vor
und folgte demselben nach Szegedin.
Dort wohnte er zwei Sitzungen bei und
in einer, derselben ist daS Gebahren deS
Revolutionsmannes deßhalb interessant,
weil es den Beweis liefert, daß die
Opposition, wenn sie an's Ruder gelangt,
nicht anders vorgeht als die Partei,
welche von ihr früher auf das heftigste
bekämpft wurde. I n der Sitzung vom
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Volume 10
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Jablonowski-Karolina
- Volume
- 10
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1863
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 524
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon