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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10
Page - 359 -
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Page - 359 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Jablonowski-Karolina, Volume 10

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Kaiser' 339 durch Ersparnisse seiner Mutter vermehrt wurde, begab er sich nach Paris, wo er in der damaligen kaiserlichen und in einer Privat'Akademie Unterricht nahm und sich besonders im Zeichnen übte und unter Salvage Anatomie studirte. Als er eines Tages die Copie einer Büste dem Meistor vorgewiesen und dieser die Arbeit mit dem Spotte: „0n voit disn qus os li'kLt paä 1a tZto tl'un ckoval" abgethan hatte, da erwachte in ihm der ganze Künstlerstolz und mit unermüdetem Fleiße strebte er einer der Besten zu werden, er« rang auch 1811 eine der für Kunsteleven ausgesetzten Preismedaillen und zeichnete für sich mehrere große Blätter: die„Mllilllnnll (>2 KMMilliöl«)", einen „H. Johannes" nach Raphael und „I12 zzinle vier^ k 2lix linzez") deren Stich er auch begonnen, aber — weil die Kunst nach Brot gehen mußte — nicht vollendet hat. Ueberdieß der Um« gang mit Mül ler , dem Architekten Fischer, beide aus Stuttgart, mit Ulm er, Geißler, Dann ecker u. A. förderte ihn nicht wenig, läuterte seine Kunstanschauungen und hob seinen Ge» schmack. Bruderliebe rief ihn l8 l l nach Neapel. Aber gleich bei seiner Ankunft hatten sich seine Verhältnisse so mißlich gestaltet, daß jeder Gedauke an künst- lerische Studien, wie er sie ursprünglich beabsichtigt hatte, aufgegeben und um das tägliche Brot gearbeitet werden mußte. Er gab nun reichen englischen Familien Unterricht im Zeichnen, und stach »mehrere Blatter mit Ansichten von Neapel und der Umgegend, 12 Costum- dlätter: Scenen des täglichen Lebens des neapolitanischen Volkes, in Pinel l i 's Manier eine seiner besten Arbeiten; erhielt von M i l l i n Aufträge zu Abbildungen für seine Kunstreisen u. dgl. m. Nach einem 3jährigen Aufenthalte in Neapel folgte er einer Einladung seines Bruders nach Wien, wo er sich bleibend niederließ und auch leider für die Kunst zu früh, im Alter von 40 Jahren, starb. I n Wien, wo er akademischer, nach Mül ler und Klunzinger sogar Hofkupferstecher wurde, hat K. viel gearbeitet; so hat er die von Kneipp gezeichneten Landschaft» studien trefflich radirt. Diese 43 Blätter erschienen unter dem Titel: „Grundlinien zur I.'llliü5chaft2zrichnuiig nan Kneipp und Kaiser" (Wien, C.F.Müller); stach ferner für den Fürsten Lichnowsky: „Denkmäler altdeutscher Nanknn5t des ÜZterreichiHen Kaiser- Staates", 3 Blätter, und zwar: „Ner Haupt- riilgang der Ztephanskirche in Wien"; den „Unken Seitenglllig der Stephanskirche" und den „Hanptringllng der Milillritenkirche in Ä5ien"; ferner mehrere Blatter für Hammer' s „ Fundgruben deS Orients", für Schickh's „Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur u. s. w." und für C. I . Müller 's Kunstverlag mehrere Darstel- lungen neuer Gartenanlagen. Kaiser verstand eS mit besonderer Fertigkeit die kalte Nadel zu handhaben, seine Arbeiten zeugen ebenso von Fleiß wie von künstle» rischer Fertigkeit und echtem Kunstgefühl. Die Anatomie seiner Figuren ist kunst- gerecht. Unter günstigeren Verhältnissen und bei befferer Gesundheit, denn K. war verwachsen und sehr leidend, hätte er es zu nicht gewöhnlicher Bedeutung gebracht. Kunst.Blatt (Stuttgart. Cotta. 4".) Jahrg. l820. Nr. 8: „Friedrich Kaiser, akademischer Kupferstecher in Wien", von I. (5. S chmid. — (Hormayr's) Archiv für Geographie, Historie. Staats« und Kriegskunst (Wien. 4°.) Jahrgang ^H (l821). Nr. 132, S. 523. — Die Künstler aller Zeiten und Völker^ Be> gönnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Or. Klunzinger (Stuttgart 1837, Ebner und Seubert. gr. ti«.) Bd. I I , S. 454 n^ach diesem Werke und nach Weyerinann heißt er Ludwig Friedrich). — Weyermann (Alor.). Neue historisch» biographisch »arti« stische Nachrichten von Gelehrten und Künst« lern u. s. w. der vormaligen Reichsstadt Ulm
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Jablonowski-Karolina, Volume 10
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Jablonowski-Karolina
Volume
10
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1863
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
524
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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