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mögenlos, aufrecht erhielt und es zuließ,
daß, als er bereits seiner Auslösung sich
näherte, zu seinen Gunsten eine Akademie
gegeben wurde, durch welche ein nam
hafter Ertrag erzielt wurde, fand sich nach
seinem Tode eine Summe von nahezu
3000 fi. vor, die er einigen Bekannten
und Wohlthätern vermachte.
Morgen'Post (Wien. Fol.) 1860, Nr. 64. —
Pesth-Ofner Zeitung 1860, Nr. 53. —
Neu.Wien (Wiener Blatl) 1838, Nr. 33. -
Presse (Wiener Journal) 1860, Nr. 61 u.
63 Abendblatt.
* Grüner, Joseph Sebastian (Mine-
ralog und Goethe's Freund, geb. zu
Eger im Jahre 1779, gest. ebenda
16. Jänner 1864). Nachdem G. seine
Studien beendet, trat er in die Dienste
seiner Commune, war erst Magistrats-
Secretär, rückte zum Criminalrichter und
substituirenden Bürgermeister vor, und
war das letzte Mitglied des aus geprüf-
ten Richtern bestandenen Magistratscol-
legiums und deffen Präses, der die AmtS-
geschafte an den gegenwärtigen Stadt-
rath übergeben hat. Nach 44jähriger
Dienstzeit zog er sich in den Ruhestand
zurück. Aber nicht scine amtliche Lauf-
bahn erregt unsere Aufmerksamkeit, son»
dern seine geistige Regsamkeit und die
freundschaftlichen Beziehungen, in denen
er durch viele Jahre zu Goethe gestan-
den, über welche uns Grüner selbst in
dem schätzbaren Werkchen: „Nrielmcchgel
nnd mündlicher Verkehr zwischen (Oaethe und
dem Allthe Grüner" (Leipzig 1833, Meyer,
248 S. 8".) interessante Aufschlüsse gibt.
Goethe hatte Grüner auf einer Durch-
reise in Eger. als er seinen Pciß visiren
ließ und Grüner als Polizeidicigmt
sich dort befand, kennen gelernt; er
fühlte sich von dem intelligenten, mit
Literatur, Sprachstudien und Musik be-
schäftigten Manne angenehm angezogen, und es bildete sich ein halb wissenschaft-
licher, halb freundschaftlicher Verkehr
zwischen beiden Männern heraus, den nur
Goethe's Tod löste. Noch sechs Tage
vor seinem Tode, am 13. März 1832
(am 22. März starb Goethe), schrieb
er einen ziemlich langen Brief an
Grüner, und mochte dieses Schreiben
vielleicht die letzte schriftliche Aeußerung
Goethe's sein. Im obenerwähnten Brief-
wechsel ist auch dieser Brief enthalten.
Goethe, der bekanntlich naturwissen-
schaftliche Studien mit großem Eifer und
Erfolge betrieb, regte auch Grüner's
Interesse für Mineralogie an, und in der
That wurde G. ein tüchtiger Mineralog
und Sammler. So war es er, der den
Grund legte zu der reichhaltigen minera-
logischen Sammlung des Fürsten Met-
tern ich im Schlosse Königswart, und
auch für sich ein Cabinet von Natur-
schätzen zusammenbrachte, worunter sich
Andalufiten, Rauchtopase, Eporane u. a.
befinden, wie sie schöner in keiner ande-
ren Sammlung anzutreffen sein dürften.
Goethe hatte manche dieser Seltenheiten
eingetauscht. Dadurch kam Rath Grü«
ner auch mit mehreren Naturwissenschaft -
lichen Gesellschaften in Berührung und
die mineralogischen Gesellschaften in St.
Petersburg und in Jena, die naturfor-
schende Gesellschaft zu Iassy und die pa<
triotische Gesellschaft in Böhmen nahmen
ihn unter ihre Mitglieder auf, während
ihn der Großherzog von Sachsen Weimar
mit der goldenen Gelehrtenmedaille am
Bande des Falken-Ordens auszeichnete,
welche Goethe selbst ihm 1824 übergab.
Neben den mineralogischen Studien trieb
G. insbesondere noch Topographie und
Ethnographie. Im Drucke ist wohl nur
ein, und zwar das beifällig aufgenom-
mene Buch: „Beiträge zur Geschichte der kämg-
lichen Stadt Gger nnd des Gger2chen Gebietes.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Károlyi-Kiwisch, Volume 11
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Károlyi-Kiwisch
- Volume
- 11
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 498
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon