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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11
Seite - 422 -
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Seite - 422 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Károlyi-Kiwisch, Band 11

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Grüner 422 Grüner mögenlos, aufrecht erhielt und es zuließ, daß, als er bereits seiner Auslösung sich näherte, zu seinen Gunsten eine Akademie gegeben wurde, durch welche ein nam hafter Ertrag erzielt wurde, fand sich nach seinem Tode eine Summe von nahezu 3000 fi. vor, die er einigen Bekannten und Wohlthätern vermachte. Morgen'Post (Wien. Fol.) 1860, Nr. 64. — Pesth-Ofner Zeitung 1860, Nr. 53. — Neu.Wien (Wiener Blatl) 1838, Nr. 33. - Presse (Wiener Journal) 1860, Nr. 61 u. 63 Abendblatt. * Grüner, Joseph Sebastian (Mine- ralog und Goethe's Freund, geb. zu Eger im Jahre 1779, gest. ebenda 16. Jänner 1864). Nachdem G. seine Studien beendet, trat er in die Dienste seiner Commune, war erst Magistrats- Secretär, rückte zum Criminalrichter und substituirenden Bürgermeister vor, und war das letzte Mitglied des aus geprüf- ten Richtern bestandenen Magistratscol- legiums und deffen Präses, der die AmtS- geschafte an den gegenwärtigen Stadt- rath übergeben hat. Nach 44jähriger Dienstzeit zog er sich in den Ruhestand zurück. Aber nicht scine amtliche Lauf- bahn erregt unsere Aufmerksamkeit, son» dern seine geistige Regsamkeit und die freundschaftlichen Beziehungen, in denen er durch viele Jahre zu Goethe gestan- den, über welche uns Grüner selbst in dem schätzbaren Werkchen: „Nrielmcchgel nnd mündlicher Verkehr zwischen (Oaethe und dem Allthe Grüner" (Leipzig 1833, Meyer, 248 S. 8".) interessante Aufschlüsse gibt. Goethe hatte Grüner auf einer Durch- reise in Eger. als er seinen Pciß visiren ließ und Grüner als Polizeidicigmt sich dort befand, kennen gelernt; er fühlte sich von dem intelligenten, mit Literatur, Sprachstudien und Musik be- schäftigten Manne angenehm angezogen, und es bildete sich ein halb wissenschaft- licher, halb freundschaftlicher Verkehr zwischen beiden Männern heraus, den nur Goethe's Tod löste. Noch sechs Tage vor seinem Tode, am 13. März 1832 (am 22. März starb Goethe), schrieb er einen ziemlich langen Brief an Grüner, und mochte dieses Schreiben vielleicht die letzte schriftliche Aeußerung Goethe's sein. Im obenerwähnten Brief- wechsel ist auch dieser Brief enthalten. Goethe, der bekanntlich naturwissen- schaftliche Studien mit großem Eifer und Erfolge betrieb, regte auch Grüner's Interesse für Mineralogie an, und in der That wurde G. ein tüchtiger Mineralog und Sammler. So war es er, der den Grund legte zu der reichhaltigen minera- logischen Sammlung des Fürsten Met- tern ich im Schlosse Königswart, und auch für sich ein Cabinet von Natur- schätzen zusammenbrachte, worunter sich Andalufiten, Rauchtopase, Eporane u. a. befinden, wie sie schöner in keiner ande- ren Sammlung anzutreffen sein dürften. Goethe hatte manche dieser Seltenheiten eingetauscht. Dadurch kam Rath Grü« ner auch mit mehreren Naturwissenschaft - lichen Gesellschaften in Berührung und die mineralogischen Gesellschaften in St. Petersburg und in Jena, die naturfor- schende Gesellschaft zu Iassy und die pa< triotische Gesellschaft in Böhmen nahmen ihn unter ihre Mitglieder auf, während ihn der Großherzog von Sachsen Weimar mit der goldenen Gelehrtenmedaille am Bande des Falken-Ordens auszeichnete, welche Goethe selbst ihm 1824 übergab. Neben den mineralogischen Studien trieb G. insbesondere noch Topographie und Ethnographie. Im Drucke ist wohl nur ein, und zwar das beifällig aufgenom- mene Buch: „Beiträge zur Geschichte der kämg- lichen Stadt Gger nnd des Gger2chen Gebietes.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Károlyi-Kiwisch, Band 11
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Károlyi-Kiwisch
Band
11
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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