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Balladen oder erzählenden Inhalts, be>
Urkunden eine nicht gewöhnlich poetische
Kraft. Von Rudolph Köffinger, dem
Sohne, können sie nicht sein. da dieser
erst w Jahre 4823 daS Licht der Welt
erblickte; doch möchten sie wohl seinem
Vater angehören, von dessen literarischem
Verkehre mit den „Besten seiner Zeit"
in der Lebensskizze seines Sohnes aus.
drücklich Erwähnung geschieht, und dann
ist es wohl eine und dieselbe Person mit
Johann Paul K., von dem ein Band-
chen „sMchtl" (Pefth 4807. Leyrer. 8".)
im Drucke erschienen ist, und der außerdem
im Verein mit Ioh. Nep. Grafen Mai-
läth den „Koloczaer Codex altdeutscher
Gedichte" (Pesth 1818. Hartleben, gr.8".)
und eine Uebersetzung von Doussin»
Dubreui l 's „vsg O^aremsntL Lsersts"
unter dem Titel: „Tebrr die Befahren der
selwbeflecknng" (Pesth 1816. Hartleben.
8".) herausgegeben hat.
Abendblatt der Pesth-Ofner Zeitung l856.
Nr. 63: Nekrolog. — PestherLloyd (polit.
Blatt) <836. Nr. 60: Nekrolog. — Pesth'.
Ofner Localblntt (4«.) VII. Jahr«.
(4836), Nr. 64.
l, Joseph Sebastian (Alter-
thumSforscher, geb. zu VilS in Tirol
8. Februar 4803. gest. zu Cannstadi
bei Stuttgart 30. August 1836). Begann
den Schulbesuch in Innsbruck, ging dann
nach Hall, wo er durch zwei Jahre am
Gymnasium studirte, worauf er zu Brixen
die Lehrerprüfung ablegte. Es ist dieß,
nebenbei gesagt, jener armselige Lernvor«
gang und Lehrgang, welcher daS ganze
vormärzliche Unterrichtswesen kennzeich,
net und die Halbheit in so vielen Dingen,
zu denen gründliche Schulbildung uner«
läßlich ist. erklärt. Wer sich nicht ernstlich
selbst weiter bildete oder zu Hause tüchtig
geschult wurde, war für das Leben ver«
loren. Kög l , der nach dieser Vorberei. tung zum Lehrer quallsic.ct war, kam
nun als solcher in die obere Knabenclasse
nach Neutte. Nach achtjähriger Thätigkeit
daselbst kam er an die k. k. Kreishaupt,
schule zu Brixen und von dort nach seck.
zehnjähriger Thätigkeit an die k. k. Unter,
realschule nach Bregenz, wo er noch sechs
Jahre lehrte. Ein Lungenleiden, das er
sich durch Verkühlung zugezogen und für
das er Heilung im Bade zu Cannstadt
suchte, raffte ihn im Alter von 83 Jahren
dahin. Durch Selbststudium und unge«
wohnlichen Eifer in der eigenen Ausbil.
düng hat es K. verstanden, nachzuholen,
was der so mangelhafte Unterrickt seiner
Jugend offen gelassen. Auf die Oertlich.
keiten seiner heimatlichen Umgebung sein
Augenmerk richtend, fand er bald einen
Schah für seine Beobachtungen, welche
er in kleinen Schriften, die dem Forscher
aber interessantes Materiale bieten, nie»
derlegte. So war eS auch gekommen, daß
ihn die am 34. December 1830 errichtete
Centralcommission zur Erforschung und
Erhaltung der Baudenkmale im Kaiser»
staate im Jahre 1853 zum Conservator
für Vorarlberg wählte. Von dem um
Tirol hochverdienten D i Pau l i von
Treu heim ^Bd. I I I , S. 313) aufge-
muntert und von dem Nestor der tirolischen
Genealogen, dem Canonims Stephan
von Meyrhofen, unterstützt, begann
K. die Ausarbeitung eines Lexikons des
lebenden und erloschenen Adels von Tirol,
welches er auch vollendete. aber durch
den Druck zu veröffentlichen nicht so
glücklich war. Dieses Manuscript, wel»
chem auch die bezüglichen Wappen in
Federzeichnung beiliegen, kam später in
den Besitz des Prälaten von Wilten,
AloiS Rögg l . der mittlerweile aber
auch verstorben ist. Aus diesem Werke
kamen nur ein paar Fragmente in's
PMicum. u. z. im 11. und 12. Bande
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon