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Köhler Aöhler
ihn ^dcn lctzlen Icsuiten in Schlesien"
und „vielleicht auch den letzten in Deutsch«
land", wo daS violleicht als richtig ange«
bracht sich bewahrt. Gründlich in seinem
Wissen, gediegen in seinem Urtheil, eine
mehr in sich aufnehmende als schaffende
Natur, war er ein vortrefflicher 3atinist, der
für die Pflege der classischen Sprachen eif-
rigst gewirkt, im Griechischen, Hebräischen,
Arabischen, Syrischen und Chaldaischen
sich selbst gebildet und erster? Sprache,
wie schon erwähnt, von Neuem unter die
Unterrichtsgegenstande der höheren ka-
tholischen Lehranstalten eingeführt hat.
K ö h l e r's literarische Thätigkeit be«
schränkt sich zwar nur auf Schulpro»
gramme, aber in diesen bewährt sich der
gediegene Schulmann; diese sind: „^'tmas
über üaZ griechische SsiraäzLtniiitUil int den
katholischen GquiilaZien in lirm Vjerzllgtljnmr
Zchlesien nnd der GratZchatt Glah" (Breslau
l 8 N , 4".) ; — „Telier die MtlnneuUgKeit
einer hinlünglichen Vllrbereitnng zn den
3chrn Ztntiirn" (ebd. i 8 l 4 . 4".)'. — «
(ebd. 1813, 40.); — „GtmllS nuer
i>ie bisherigen VerbeZärrnngrn öe2 Elementar-
nnterrichteg der KnthllliZchtn Ztadt- nni> 3.'llntl-
zchukn in SchkZien . . ." (ebd. 1816. 4".)'.
— „/>»s>is^s/O?-«'c'M« (ebd. 1317, 4".) ;
— „<Atmll3 über öle Clazzisirntion örr Schüler
in l>en lvlltllllliZchen Gl^mnilLien 7.in Onlir tlez Schul-
jllhres" (ebd. 1818); — „Vrmrrlvnilgen über
einige >lllill Neöten der Schulen nm liirzigrn
^r) Katholischen GiMllizinm gl'lllachtc
li" (ebd. 1821. 4".)'. — „Arbcr einigr
'ältere Vorwürfe, welche aeu katholischen Ginn-
nasien Schlesiens gemacht morden 3inü" (ebd.
1822, 4^.); — „Ginige Nachrichten ülicr t>cn
^nstantl des G^mnaZiumL" (ebd. 1823). Das
schlesischeDiöcesanblatt enthält eine^VItu.
RoämHNlii ^uniol-is", deren Latein wie
jenes in den zwei genannten Programmen
„l)k prol'Itato und „l)e käs Ui von Philologen ein Taciteisches
wird. I n einer kurzen Selbstbiographie
bemerkt K. von sich: „Hat er in der
gelehrten Welt nicht glänzen können,
so hat er in seiner literacischen Dunkel«
heit zu rosten gewissenhaft vermieden.
Er hat auf eine rühmliche Zukunft Ver«
zicht geleistet, um mit allen seinen Kräften
der Gegenwart sich zu widmen".
N 0 wack (Karl Gabriel). Schlesisches Schrift»
steller.Leriton u. s. w. (Breslau 4856 u. f..
W. G. Korn. 8".) Heft IV, S. 62. — Schle.
fische Zeitung li>36. Nr. l?0: Nekrolog
von S tenge l ;— dieselbe l860, Nr. 247. —
Hier sei noch des Corporalen Kohl er von Er«
dach«, nachmals Wellington« und jetzt Georg V.
uon Hannooer«Infcmterie gedacht, der in der
Tchlacht bei Deutsch «Wagram am 5. und
<i. Juli lsl)9 mit solcher Tapferkeit gefochten
und das österreichische Geschütz gegen wieder»
holte heftige Angriffe des Feindes mit solchem
Heldennmth vertheidigt hat, daß der Genera«
lisfimus Erzherzog Kar l im Armeebefehl ver«
künden ließ, „wie, gleich dem Spartaner Leo.
nidas gegen die Uebcrzahl der Perser, ein
österreichischer Corpora! gegen die fran»
zösischen Reiter todesmuthig sich vertheidigt
habe". Ein Karl Gustav Glaser hat diese
Heldenthat Köhler's, der später mit der
Tapferkeitsmedaille ^decorirt wurde, in einem
Gedichte, betitelt: „Die Artilleriebedeckung",
und abgedruckt im Wanderer (Wien, 4".)
1837. Nr. 224. poetisch verherrlicht. — Schließ-
' lich sei hier noch des Johann Georg Koh,
ler gedacht, nach welchem die vielgenannte
Köhler'sche Erbschaftsangelegenheit getauft
worden. Der Vater dieses Johann Georg
Köhler war zuerst in österreichischen Kriegs'
oicnsten und hatte in diesen den siebenjährigen
Krieg mitgemacht. Später trat er in englische
Kriegsdienste übrr. Während dieser Zeit wurde
ihm in England ein Sohn. oogenannter I o»
hann »Georg, acdoren. der zu Jaffa in
Syrien im Jahre l8<0 gestorben ist und jenes
ungeheure Vermögen hinterlassen hat, dessen
Hrvansprecher uon allen Seiten aufgetaucht, von
denen mehrere in Folge der darangewendeten
Auslagen verarmt sind, und alles nur deßhalb,
weil die englische Regierung bei ihrem übel«
beleumundeten Rechtsgange in Civilsachen es
unterlassen hat, dabei in jener Weise vorzu»
gehen, die in einem wohlo")unisirten Rechts'
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon