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lichung seiner polizistischen Erlebinffe inne-
zuhalten. K. wurde zu den wichtigsten
polizeilichen, selbst politischen Missionen
in Frankreich. England, in der Schweiz
und in den deutschen Staaten verwendet,
und gewöhnlich mit solchem Erfolge, daß
er, wie eine biographische Notiz meldet,
„für die mitwirkenden Beamten betreffen«
der Staaten Orden erlangte, während er
selbst bis zu seinem Ende nicht einen
einzigen hatte". Schon im Jahre 1847
wurde den von Kuranda redigirten
„Grenzboten" geschrieben, daß K. mit
der Abfassung seiner Memoiren beschäf.
tigt sei. und in der That erkennen wir im
obengenannten 1. Bande des Werkes
,AuS der Praxis eines österreichischen
Polizeibeamten" nur ein Fragment der
Aufzeichnungen auS seinem bewegten und
an merkwürdigen Thatsachen so reichen
Leben. Soll er doch selbst bei irgend einer
Gelegenheit
statistisch
nachgewiesen haben,
daß der Drittheil der zu jener Zeit in
Haft gehaltenen sckweren Verbrecher von
ihm zu Stande gebracht worden ist.
Was mit seinen Au^eichnungen geschehen
und ob bei seinem Tode überhaupt welche
vorgefunden worden seien, ist nicht be>
kannt. Der seinerzeit vielgenannte, bei
Ho.ffmann und Campe 1839 erschienene
Roman „DiägoIwinF VisnZ", welcher
unter der Maske einer Salongeschichte
österreichische Personen und Zustände
schildert, laßt unter den Figuren des
Romans auch eine auftreten, welche für
jene Kopp's von Felsenth al erkannt
wurde, und im Roman eben die Auf'
gäbe hat, einem durch seine Verbin,
düngen und seinen Reichthum geradezu
unnahbaren Verbrecher auf die Spur zu
kommen. Köpp war vor seinem Tode
längere Zeit bereits leidend und endlich
genöthigt, zu seiner körperlichen Erholung
einen einjährigen Urlaub zu erbitten. Er hatte den Urlaub erhalten; sein Leiden
aber war bereits so weit gediehen, daß
er schon wenige Tage nach erlangtem
Urlaube demselben erlag.
Wirner Zeitung (gr, 40.) 1861. Nr. 208,
S. 3146. — Grenzboten, herausgegeben
von Ignaz Kuranda (Leipzig, 8«.) Jahrg.
1847. S. 230 sin der „Correspondenz aus
Wien"). — Fremden-Blatt (Wien, 4o.)
l861. Nr. 243. — I l lustr i r te Zeitung
(Leipzig. I . I. Weber) l86l. Nr. 949 Finder
Todtenschau).
Köpp Edler von Felsellthal, Wolf.
gang (Maler und Mosaikkünstler,
geb. zu Eisen st adt in Ungarn 24. De«
cember 1738, gest. zu Wien im Jahre
1807). Sein Vater Christian war
Maler und Architekt bei dem Fürsten
Paul (Kßterhäzy. Wolfgang zeigte
früh Talent für die Kunst und kam. zwölf
Jahre alt, nach Wien, wo er die Akademie
der bildenden Künste besuchte und bald
die Aufmerksamkeit desAkademiedirectors
Martin von Meytens auf sich zog.
Von allen Künstlern, welche zu jener
Zeit an der Akademie lehrten, fühlte sich
K. zu Maulbertsch hingezogen, dessen
Arbeiten er so steißig studirte und copirte,
daß die Copien vom Originale oft nicht
zu unterscheiden waren. So jung er war,
so erhielt er doch schon Aufträge, und
Heiligenbilder, Opfertafeln u. dgl. bil«
deten damals einen guten Erwerb. Im
Jahre l760 verließ er die Akademie und
ging zuerst nach Wiener-Neustadt, wo er
heirathete und mehrere Altarblätter auf
Bestellung nach Ungarn malte, und dann
in Eisenstadt den Plafond der Pfarr«
kirche am Calvarienberge al ti-ssoo aus«
führte. Nachdem er diese Arbeit beendet,
begab er sich wieder nach Wien, wurde
Professor der Zeichenkunst an der There»
finnischen Ritterakademie, und in den
Mußestunden beschäftigte er sich mit der
Malerei. Zu gleicher Zeit machte er Ver«
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon