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2355 Köpp
suche in der florentinischm Mosaik, nam
lich mit einer Komposition von weichen
Pasten, welche nach ihrer Calcinirung
steinhart werden und dann im schönsten
Glänze hergestellt werden konnten. Bald
erreichte er darin eine solche Vollkom-
menheit, daß er die Muster, nach denen er
arbeitete, weit übertraf. Seine erste voll«
endete Arbeit in dieser Kunst und wohl
auch in Deutschland durfte er der Kai»
serin M ar iaTheresia vorlegen. Seine
Mosaiken fanden bald gerechte Würdi-
gung, die Bestellungen im Auslande
mehrten sich mit jedem Tage; von Paris,
St. Petersburg, Iondon, Rom, von allen
europäischen Höfen häuften sich die Auf'
trage. DieWienerAkademieder bildenden
Künste zeichnete K. 1774 durch Aufnahme
in den KreiS ihrer Mitglieder aus. Die
Akademie von Florenz schickte ihm 1783
das Diplom als Mitglied und Professor,
jene zu Berlin im Jahre 1787. und das
Jahr zuvor verlieh ihm der Papst den
Orden des goldenen Sporns. Noch in
seinem sechzigsten Jahre erfand K. eine
ganz neue Art Mosaik, welche er die
spartanische nannte. Sie besteht aus
kleinen KieS» und Backsteinen, welche auf
eine Steinplatte in Kitt mit großer Sorg.
fält aufgetragen werden. Trotz der Ein-
farbigkeit dieser Steinchen verstand es
K. doch, denselben durch geschickte Zusam»
menstellung eine Kraft von Schatten und
3icht zu geben, daß die aus ihnen zusam«
mengelegten Bilder die größte Wirkung
hervorbrachten. Für seine Verdienste
wurde Köpp im Jahre 1303 in den
erblandischen Adelstand mit dem Pradi»
cate von Felsenthal erhoben. Von
seinen Nosaik ZaaFlioiH-Arbeiten —
wie er sie selbst nannte — liegt vor mir
ein in Wien 4800 gedrucktes, schon höchst
seltenes Verzeichniß, welches jene Ar< noch in K.'S Besitze befanden und ausge-
stellt waren, und zwar: „Amvlt etrnrischc
Stücke", mit verschiedenen Darstellungen;
— „Sechzehn Köpfe". Bildnisse verschiedener
Helden und Gelehrten des Alterthums;
— „Zlcht GhierMcke", nach Berghem
und Rosa; — „Aninnzig einzelne Fign-
ren" ; — „Fünfzehn Stücke mit Figuren, Tand-
schatten nnö Ollnnerslltillnsszenen"; — „Nrei
grasse Masaiken", nach Correggio. nach
Tiz ian, nach Rubens; — ,ä
breissig <l)llntlschllften". je zwölf Mtt ^
ten von Rom, Neapel und Florenz; —
„Nrci Stucke MaZaiken", mit Raphaelischen
Arabesken; — „Awanzig Pferdestücke", die
Na^en verschiedener Länder; — „Smanzig
Ztücke mit Vageln", theils einzeln, theils
in Gruppen; — „Fünfnnbuierzig uerschieöene
Köpfe", und zwar 8 nach Raphael , je
6 nach Tiz ian, Ostade und Rem-
brandt, 2 nach Spagnolet to .3 nach
Holbein, 4nachRubens, je 2 nach
Correggio und Carracci , 1 nach
Michael Angelo und 3 nach Pia«
zetta; — „Nie zuM Mannte", in land«
schaftlichen Darftellungen; — „Vier Jagd-
stücke" ; — „Vier Nlnmenstücke", und ^ier
römische Mosaiken". Außerdem hatte er nocb
Mosaiken aus den verschiedenartigsten
Stoffen gearbeitet, und zwar aus Baum«
rinde den „Napf eines Eremiten" ; — aus
Moos und Blättern eine „Ullndschait"; —
aus natürlichen Baumblättern den „Knut
eines lllcen Gelehrten" ; — aus Glas eine
llnaschlitt"; — aus Rohr und Stroh
eine „Florentiner Gegrna"; - aus verschie-
denen Samensorten eine „Aandschllkt"; —
aus Wollfäden eine „A'andschnft" und
Zwei Näpfe", Moses darstellend; — auS
Zwiebelschalen ein „FrnuenbiltmiSZ"; — auS
Wachs eine „Mnilschatt". und eine alt«
deutsche Malerei auf Gold und Silber.
Die aufgeführten Arbeiten find aber nur
betten aufzählt, die im Jahre 1800 sich j jene, die in seinem Besitze sich befanden;
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon