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700 fl. zu dem Zwecke. daß er sich auf
der Universität ;u Göttingen, dieser alt-
berühmten PflanzMle historischer For«
schung und Kunst, im Fache der Ge-
schichte weiter ausbilde. Während seines
Aufenthaltes daselbst, wo er unter Pro-
fessor Waitz seinen Studien oblag,
erkrankte K. schwer und mußte, nachdem
er so weit gekräftigt war, eine Reise zu
ertragen, nach seiner Heimat transportirt
werden, wo er nach längerem Leiden in
der Blüthe seiner Jahre starb, eben als er
seinem Ziele, eine Professur der Geschichte
zu erlangen, sehr nahe war. Die Spanne
Zeit. die ihm zugemessen war, hat K. ernst-
lich benützt. Noch als Studirender wirkte
er für die wissenschaftliche Lesehalle der
deutschen Studenten in Prag. deren Aus-
schußmitglied er durch längereZeit war, in
der verdienstlichsten Weise. 21 Jahre alt,
unterzog er sich der Beantwortung einer
von der Prager philosophischen Facultät
aufgeworfenen Preisfrage und die preis'
gekrönte Schrift: „Quellenmäßige Dar«
stellung des Verhältnisses Böhmens zum
deutschen Reiche, von der goldenen Bulle
Kaiser Friedrich's I I . (1202) bis zur
Thronbesteigung König Ottocar's I I .
(1233)" war die Frucht seiner Studien
darüber. Ein Jahr vor seinem Tode
noch veröffentlichteer „Nie Wiedereinführung
der katholischen Aehre in der königlichen Nrrg-
5wt SchlllMunlllld" (Karlsbad 186l.
Franieck. gr. 8<>.). mit welcher Schrift er
einen interessanten Beitrag zur Geschichte
des Reformationswerkes Kaiser Ferdi»
nand's I I . liefert. Während seines Auf.
entHaltes in Götiingen arbeitete er an
einem größeren historischen Werke: „Das
Königthum in Böhmen", welches unvoll-
endet in seinem Nachlasse sich befindet.
Koh l , durch und durch deutsch, zählte
zu den Begründern des historischen Ver»
eins in Böhmen, dessen kräftige Entwicke. lung zu sehen ihm leider nicht vergönnt
war.
Prager Morgenpost (polit. Journal. Fol>>
1862. Nr. <61. - Tagesbote aus Böh.
men (Prag. Fol.) !862. Nr. l53.
Clemens (Kupferstecher,
geb. zu Prag im Jahre 1734, gest. zu
W i e n im März l807). Bruder des
Zeichnenmeisters L u d w i g K. s^. d.
S. 292^; Clemens erhielt früh Unter-
richt im Zeichnen, dann übte er sich ohne
Meister im Radiren und Kupferstechen
und kam, nachdem er schon einige Fer«
tigkeit darin besaß, im Jahre 1773
nach Wien, wo er sich unter Director
Schmutzer auf der Akademie der
bildenden Künste in seiner Kunst so ver«
vollkommnete, daß er mehrere Jahre hin»
durch ein kaiserliches Stipendium genoß.
Nachdem er die Akademie verlassen und
selbststandig;u arbeiten begonnen, zog er
mit seinen schönen Arbeiten bald die Auf-
merkfamkeit der Kunstkenner und Kunst,
freunde auf sich und zahlreiche Besiellun»
gen selbst aus dem Auslande liefen ein.
Auch fiel auf ihn die Wahl, als für die
zweite Gemalin des Kaisers F ranz ,
Mar ia Theresia, ein Zeichnenlehrer
gesucht wurde. Von Kohl 's Blättern
sind bekannt: „Ner Zrgrn Jacob's" (1773.
4".); — „Gin Mlllgllph", mit der Brille
und einem Zirkel in der Hand, einer
anderen Figur etwas auf einer Him»
melskugel erklärend (4".); — „Gin
Gelehrter", seinen Schülern ein grie-
chisches Buch erklärend; die drei ge>
nannten Blätter sind sämmtlich nach
Zeichnungen seines Bruders 3udwig
gestochen; — eine Folge „Biblischer Nnr-
stellmgen", nach Schal lenberg, zum
Gebrauche in Schulen bestimmt; —
mehrere, radirte „Nöpte", im Geschmacke
des P i a z e t t a (1773); — folgende
Porträte: „Zlngnst Mlhelm Hnpel, Pastor
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon