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er die Priesterweihe, dann wurde er im
Kloster zu Botzen als Cooperator der
Hilfspfarre angestellt. Schon im Novi-
ziate beseelte ihn der Gedanke, dereinst
apostolischer Missionär zu werden, und in
Hinblick auf diese Idee betrieb er auf das
Eifrigste das Studium der Sprachen,
von denen außer den classischen die be»
deutenderen modernen, die italienische,
französische, englische und spanische ihm
geläufig waren. Endlich erstrebte er daS
so heiß ersehnte Ziel seiner Wünsche und
im October 1833 trat I>. Engelbert
seine Reise in's heilige Land an. Als er
in Jerusalem angelangt war, schickte ihn
der k>. Cuftos, der Obere des heiligen
Landes, in das Franziskanerkloster nach
Damascus, damit er dort die arabische
Sprache erlerne. Schon in einem Jahre
hatte sich?. Engelbert das Arabische
vollkommen eigen gemacht und unter,
stützte den immer kränkelnden Coopera-
tor wesentlich in seinen Pastoralarbeiten.
So hatte Engelber t einige Jahre in
Damascus zugebracht und sich die Liebe
und Verehrung Aller, die mit ihm
verkehrten, erworben. Eben hatte der
I>. Custos seine Rückberufung nach Je»
rusalem angeordnet, als im Frühjahre
1860 von Seite der Drusen die grau-
samen Christenverfolgungen ihren Anfang
nahmen. Mit Beduinen und türkischen
Soldaten fielen diese Horden in die
Christendörfer ein und brannten die Ort'
schaften nieder, tödteten Männer und
Weiber, Greise und Kinder zu Tausenden.
Am 7. Juli g. I . überfielen sie die
Christen in Damascus. Zuerst bemächtig»
ten sie sich des Franziskanerklosters,
und metzelten, was ihnen unter die Hände
kam, nieder. Engelbert wollte sich
eben über dieTeraffe des Klosters flüchten,
um von dort zu den Lazaristen und von
diesen zu Abd.e l»Kader in die Festung zu gelangen. Schon war er dem
Lazariftenkloster ganz nahe, als ihn die
Drusen und Türken erreichten und einer
ihm die Büchse an die Brust setzte, ihn
auffordernd, seinen Glauben zu verlaug'
nen. Engelbert stieß das Gewehr bei
Seite, entriß sich den Räubern und
sprang in das nächste Haus, wo eine
Frau wohnte, die sein Beichtkind war.
Die Türken drangen in das Haus und
erreichten E n g e l b e r t noch im Hof»
räume. Sie ergriffen ihn sofort und
fragten ihn: ob er Türke werden wolle?
Nur wenn er darauf eingehe und zum
Zeichen dessen das Kreuz an seinem Rosen»
kränze zu Boden werfen und mit Füßen
treten wolle, würden sie ihm das Leben
lassen. Engelbert entgegnete ihnen
furchtlos: „Ich werde dieß niemals thun,
ich fürchte den Tod nicht. Ich bin ein
Christ und noch dazu ein Priester
der Religion Jesu Christi". Auf diese
Antwort hieben sie ihm einen Arm ab
und bei wiederholter Frage und gleicher
Antwort auch den zweiten Arm. Auf eine
dritte ebenso vergebliche Aufforderung,
den Glauben zu verläugnen, versetzten
sie ihm drei Säbelhiebe auf den Kopf,
deren letzter seinem Leben und Leiden ein
Ende machte. Der Leichnam blieb meh«
rere Tage lang im Hause der Frau, wo
Engelbert ermordet worden, liegen. Diese
war auf die Festung zu Abd>el-Kade r
geflohen und hatte ihm die Ermordung
Engelbert'S erzählt. Abd-el-Kader
wollte Engelbert mit noch mehreren,
die ermordet worden, begraben, es war
aber der Türken wegen nicht möglich
und so ließ er ihn in eine Cisterne werfen.
Katholische Blätter aus Tirol (Innsbruck
8".) Illhrg. 186l. Nr. 3, S. 475: „Authen.
tische Notizen über den hochw. ?. Engelbert
Kolland, der im Jahre 1860 zu Daniastuä
gemartert worden". — Wiener Zeitung
(40.) 1860, Abendblatt Nr. 135, S. 540.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Volume 12
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Klácel-Korzistka
- Volume
- 12
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1864
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 528
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon