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stelledes damaligen Carabinier-Regiments
Erzherzog Franz, heute4.Kurasfier.Regi«
ment Kaiser Franz Joseph, und wurde
endlich auch Kanzler des Maria There-
sien.Ordens. Im Jahre 1778 trat 3acy
noch einmal an die Spitze der österreichi»
schenArmee, jedoch nicht als Oberbefehls«
Haber, sondern mit seinem Fürsten, gleich«
sam als dessen Lieutenant. Auch über«
nahm er wieder das Präsidium des Hof»
kriegsrathes, welches er im Jahre 1774
freiwillig niedergelegt, und war nicht
wenig erstaunt über die Vielschreiberei,
welche sich wahrend der wenigen Friedens»
jähre eingeschlichen, und welche von Nn«
kenntniß und seinen Feinden ihm zuge«
schrieben wurde. 3acy erkannte selbst
nicht mehr seine Organisation und klagte
der Erste über die unnöthige Schreiberei,
welche ihm in allen Anordnungen störend
entgegentrat. Wahrend 3. selbst die
Schreiberei — sie auf das zur guten
Ordnung und Evidenz Nöthige beschrän
kend — als ein nothwendiges Uebel
angesehen hatte, hatten seine Nachfolger
und ihre Untergebenen daraus ihr Haupt«
geschäft und gewissermaßen ihre Unter»
Haltung gemacht. Um ihre überflüssige
Existenz zu rechtfertigen, mußte ihnen für
jene, die sich mit einem oberflächlichen
Einblicke begnügen. eine -grauenhafte
Verwickelung des Einfachsten, welche
herbeizuführen sie meisterlich verstanden,
cinen Scheingrund liefern. 3. begleitete
den Kaiser auf den Kriegsschauplatz, der
dießmal an der unteren Donau sich
befand. Die erste Kriegsthat war die
Einnahme von Sabacs. Weiteres von
Erheblichkeit geschah in diesem ersten
Feldzuge nichts; zur Belagerung von
Belgrad ließ es der Kaiser aus Mensch-
lichkeitsgründen, weil er das Blut seiner
Soldaten ebensosehr, als das seine wenig,
schonte, nicht kommen. Man hat diesen ersten Feldzug und einige mißlungene
Anordnungen dazu benützt, um Lacy
als Urheber eines Systems der Streit.
kräfte«Vertheilung theils lächerlicb, theils
für Mißgriffe verantwortlich zu machen,
die entweder gar nicht geschehen, oder
wenn sie vorgekommen, nicht ihn zum
Urheber hatten. Fürst Dietrichstein
in seiner in den Quellen bezeichneten
Schrift: „Huldigung, dargebracht der
Wahrheit u. s< w.", vollzieht in einer des
Fürsten würdigen Weise die Ehrenrettung
des Helden. 3acy kehrte mit dem Kaiser
nach Wien zurück, denFeldzug des folgen«
den Jahres befehligte 3oudon; 3acy
selbst hatte sich in's Privatleben zurück-
gezogen. Bei den bald darauf gefolgten
Kriegen gegen Frankreich hatte er an den
Plänen der alliirten Armee keinen Antheil
gehabt. Wohl hat er deren Resultate ge«
ahnt und in dieser' Hinsicht dem Herzoge
vonBraunschweig imFrühjahre1792
zu Mainz, sowohl über die, seiner Meinung
nach, unzulänglichen Streitkräfte über-
Haupt, als auch über die entworfenen
Operationen, Vorstellungen gemacht;
aber er wurde nicht gehört. Der edle
Held lebte nach feiner Rückkehr aus dem
türkischen Feldzuge auf seinem Schlosse
zu Neuwaldegg dei Wim, welches er
bereits im Jahre 4763 von Philipp von
Manager in angekauft hatte, und in
Folge dessen er am 8. März 1766 als
3andesmitglied unter die alten Geschlech«
ter des Herrenstandes von Niederösterreich
aufgenommen wurde. Zu seinem Garten
hatte ihm Kaiser Joseph eine große
Strecke Wald geschenkt, und nun ließ 3.
den schönen Park auf eigene große Kosten
erweitern, auf die reizendste Art ver-
schönern und den größeren Garten davon
dem Publicum öffnen. 3acy, wie schon
erwähnt worden, erfreute sich der vollen
Huld Kaiser Joseph's, der ihn seinen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Kosarek-Lagkner, Volume 13
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Kosarek-Lagkner
- Volume
- 13
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 546
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon