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Zeichnen, und lieferte schon damals, vor
nehmlich mit der Feder Arbeiten, die daS
Staunen von Kunstverständigen erregten.
So zeichnete er treffliche Kupferstiche mit
einer Genauigkeit ohne Gleichen, und
bewunderungswĂĽrdiger Reinheit nach
Ein zu jener Zeit erledigtes landstän-
disches Stipendium fĂĽr einen Candidaten
der Akademie der bildenden KĂĽnste in
Wien bestimmte ihn, sich als Zögling der
Kupferftechschule um dasselbe zu bewer
ben, und da ihn seine schönen Arbeiten
und sein ausgesprochenes Talent hinrei
chend empfahlen, erhielt er es auch. Acht
Jahre studirte er nun auf der Akademie
in Wien mit andauerndem FleiĂźe, dann
begab er sich nach Florenz zur weiteren
Ausbildung. Spater jedoch ging er vom
Kupferftechen zur Oelmalerei ĂĽber und
leistet auch auf diesem Gebiete anecken«
nenswerthe Arbeiten. Nach einem mehr»
jahrigen Aufenthalte in Italien, nach«
dem er in Florenz und Rom die groĂźen
Meister studirt, war er im Jahre 1833
nach Wien zurĂĽckgekehrt, und hat dort
als Historienmaler seinen bleibenden Auf«
enthalt genommen. Sein KĂĽnstlerberuf
fĂĽhrt ihn zuweilen in seine Heimat, wie
es im Jahre 1837 und dann wieder im
Sommer 4863 der Fall war, in welch
letzterem Jahre er nach Innsbruck kam,
um die Kirche in Georgenberg auszu»
malm. Bereits im Jahre 1834 trat L.
zu Wien in der Ausstellung der Kunst.
werke im Gebäude der kaiserlichen
Akademie der bildenden KĂĽnste bei St.
Anna mit einem Porträt, Kreidezeichnung.
u. z. zum erstenmale, in die Oeffentlichkeit.
I n der Ausstellung deS Jahres 1836
war er mit einem Kupferstiche: „Christus,
da, Kllvz tragend", nach 3uin i , vertreten.
Länger als anderthalb Iahrzehende schien
dieser KĂĽnstler verschollen, als er im
Jahre 1852 in der Märzausstellung deS (neuen) österreichischen Kunstvereins mit
einer größeren auS Florenz eingesende»
ten Arbeit, aber dieseSmal mit keinem
Kupferstiche, sondern mit einem Oel-
bilde: ,Ver Hriunph Haoid'«" (330 fl.),
auftrat, welcher wieder nach einer mehr-
jahrigen Pause im Jahre 1836 in der
April-Ausstellung das Bild: „Schnitter
an« der Oampllgnll bei Nllm, uar einem Heilig«,
bilde" (230 fi.) und Maria mit dem
Kinde und Mi Gngeln" (180 st.) folgten.
Damals befand sich der KĂĽnstler bereits
in Wien. In den Ausstellungen bei St.
Anna waren noch in den darauffolgenden
Jahren zu sehen: Me HarsteUung Christi
w Tempel" (600 fl.) und 1859 ein „P«r>
trat". Von sonstigen Arbeiten Layer's
sind bekannt: „Hie Grablegung Hhrizti".
eine mit Meisterschaft ausgefĂĽhrte Zeich,
nung nach Pietro Perugini, welche
sich im Besitze des Innsbrucker Kunst«
Händlers Fr. Unterberger befindet; —
eine , Madonna" und ein „Naminikanermanch
mit einem Ongel", beides Copien nach F ie»
sole; — e'me , Geburt Ghrizti" und die
„Muttergnttez mit dem OhristuMlide und M i
Gngeln", beide in Ferdinandeum zu InnS-
brück; — eine „sreue ans der Äpllstelgezchich-
te", in der Sammlung des Herrn W.elz«
hofer zu Innsbruck. Ferner hat 3. eine
Reihe von Costumbildern römischer 3and>
leute. Studien nach der Natur, in Aqua»
rell ausgefĂĽhrt, welche
sich
wohl noch im
Besitze deS KĂĽnstlers befinden dĂĽrften.
Hier sei nur noch bemerkt, daĂź im Jahre
4338 m der Iänner-AuSstellung ein I . R.
Lair aus Wien ein Gemälde auS-
stellte: ,Her HM. Illleph »it dem Ninde".
welches Eigenthum deS Diakovarer
Bischofs Joseph von StroĂźmayer ist.
Da Kataloge in Bezug auf Namen —
einerlei, ob Tauf« oder Geschlechtsnamen
— nicht immer sehr gewissenhaft vorzu«
gehen pflegen, so darf hier die Vermu»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon