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gäbe seiner Reise in deutscher Sprache,
und zwar zu der von Karl Friedr. Neu-
mann in Gemeinschaft mit Aug. Bürck
veranstalteten benutzt worden waren.
Auf Grundlage dieser Studien schrieb 3.
seine Abhandlung über die Nothwen»
digkeit. daß. und die Mittel, mittelst
welcher der Text Marco Polo's herzu«
stellen sei. Zugleich wies er nach. daß
Marco Polo seinen Reisebericht seinem
Gefährten im Kerker. Rusticiano da Pisa.
dictirt, und daß Letzterer denselben in
die französische Sprache übertragen habe,
daß also als erste authentische Quelle
französische Handschriften angesehen wer«
den muffen. Glücklicher Weise fand 3.,
dem die Mittel fehlten, um die zu seinen
Forschungen nothwendig gewordenen
Reisen zu bestreiten, an dem gelehrten
Geologen Ludwig Pasini einen ebenso
wohlwollenden als hilfreichen Freund,
der ihm die Mittel gab zu einer neuen
Reise nach Bern, um mit dem dort vor<
handenen Codex Marco Polo's den von
der geographischen Gesellschaft in Frank«
reich veröffentlichten zu vergleichen. Die
endlich unter solchen Umständen und mit
solcher Gewissenhaftigkeit redigirte Aus»
gäbe der „ViaFFi äi Uaroo ?olo ilw-
strati äa. V. I.H2g.ri" (Venedig 4847)
wurde von Pasini zu Ehren der im
I . 1847 in Venedig tagenden Gelehr«
tenversammlung veranstaltet. Die Arbeit
fand in gelehrten Kreisen die wohlwol-
lendste Aufnahme; außer einem gründ»
lichen Vorworte, einem trefflichen Com«
mentar, einem Anhange, der den Stamm»
bäum der Familie Polo, drei Testamente
von einzelnen Familiengliedern und da»
runter jenes von Marco selbst enthält,
brachte die Schrift noch eine Bibliogra«
phie aller handschriftlichen Codices, aller
^druckten Ausgaben und sämmtlicher
Uebersetzungen dieses Werkes. Noch eine zweite Arbeit Lazari's wurde bei dieser
Gelegenheit an die Versammlung ver.
theilt, nämlich eine „Usmorig. intorno
2.i vis^Fiatori vou.62i3.ni", welche der
Gemeinderath Venedigs den Gelehrten
darbrachte und in welcher 3. die biogra-
phischen Skizzen des Marino Sanudo
Torsel lo, deS Zeno, des Nicolo
Conti, Pietro Quer in i , Alviso di
Mosto, des Iosaphat Barbaro, Am»
brogio Contar ini , Cabatto und
Anderer bearbeitet hatte. In den Bera-
thungen des Congreffes selbst entwickelte
er in der historisch.geographischen Se-
ction, in der er mehrere Vorträge hielt,
eine große Rührigkeit. Da man von
seinen Kenntnissen in der Numismatik
unterrichtet war, übertrug man ihm auch
die Ordnung der verschiedenen Samm.
lungen, welche seit Jahren ungeordnet im
Museum der Bibliothek von San Marco
sich befanden. Es waren über zwanzig
Tausend Münzen und Medaillen von
sechs verschiedenen Sammlungen, die 3.
nun in eine einzige verschmolz und wifsen>
schaftlich ordnete, so daß ihre Benützung
fortan möglich wurde. Aber erst mehrere
Jahre nach vollendeter Arbeit erschien
von ihm die darauf bezügliche Schrift:
Hz' Ha , /
(Vionna 4858, 8".). Anläßlich dieser
Arbeit richtete sich seine Aufmerksamkeit
auf eine Folge von Münzen, welche in
ihrer Gesammtheit von den Numis«
matikern noch gar nicht berücksichtigt
worden, nämlich auf die Münzen der
überseeischen Besitzungen Venedigs und
jener auf dem festen Lande. Nachdem er
nun zu diesem Zwecke die Archive durch»
forschte, alle Decrete und Erlässe der
venetianischen Münzmeister, von ihrer -
ersten Zeit bis zur Auflösung der Re«
publik, sorgfältig verglichen hatte, ver»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon