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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 250 -
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280 gäbe seiner Reise in deutscher Sprache, und zwar zu der von Karl Friedr. Neu- mann in Gemeinschaft mit Aug. Bürck veranstalteten benutzt worden waren. Auf Grundlage dieser Studien schrieb 3. seine Abhandlung über die Nothwen» digkeit. daß. und die Mittel, mittelst welcher der Text Marco Polo's herzu« stellen sei. Zugleich wies er nach. daß Marco Polo seinen Reisebericht seinem Gefährten im Kerker. Rusticiano da Pisa. dictirt, und daß Letzterer denselben in die französische Sprache übertragen habe, daß also als erste authentische Quelle französische Handschriften angesehen wer« den muffen. Glücklicher Weise fand 3., dem die Mittel fehlten, um die zu seinen Forschungen nothwendig gewordenen Reisen zu bestreiten, an dem gelehrten Geologen Ludwig Pasini einen ebenso wohlwollenden als hilfreichen Freund, der ihm die Mittel gab zu einer neuen Reise nach Bern, um mit dem dort vor< handenen Codex Marco Polo's den von der geographischen Gesellschaft in Frank« reich veröffentlichten zu vergleichen. Die endlich unter solchen Umständen und mit solcher Gewissenhaftigkeit redigirte Aus» gäbe der „ViaFFi äi Uaroo ?olo ilw- strati äa. V. I.H2g.ri" (Venedig 4847) wurde von Pasini zu Ehren der im I . 1847 in Venedig tagenden Gelehr« tenversammlung veranstaltet. Die Arbeit fand in gelehrten Kreisen die wohlwol- lendste Aufnahme; außer einem gründ» lichen Vorworte, einem trefflichen Com« mentar, einem Anhange, der den Stamm» bäum der Familie Polo, drei Testamente von einzelnen Familiengliedern und da» runter jenes von Marco selbst enthält, brachte die Schrift noch eine Bibliogra« phie aller handschriftlichen Codices, aller ^druckten Ausgaben und sämmtlicher Uebersetzungen dieses Werkes. Noch eine zweite Arbeit Lazari's wurde bei dieser Gelegenheit an die Versammlung ver. theilt, nämlich eine „Usmorig. intorno 2.i vis^Fiatori vou.62i3.ni", welche der Gemeinderath Venedigs den Gelehrten darbrachte und in welcher 3. die biogra- phischen Skizzen des Marino Sanudo Torsel lo, deS Zeno, des Nicolo Conti, Pietro Quer in i , Alviso di Mosto, des Iosaphat Barbaro, Am» brogio Contar ini , Cabatto und Anderer bearbeitet hatte. In den Bera- thungen des Congreffes selbst entwickelte er in der historisch.geographischen Se- ction, in der er mehrere Vorträge hielt, eine große Rührigkeit. Da man von seinen Kenntnissen in der Numismatik unterrichtet war, übertrug man ihm auch die Ordnung der verschiedenen Samm. lungen, welche seit Jahren ungeordnet im Museum der Bibliothek von San Marco sich befanden. Es waren über zwanzig Tausend Münzen und Medaillen von sechs verschiedenen Sammlungen, die 3. nun in eine einzige verschmolz und wifsen> schaftlich ordnete, so daß ihre Benützung fortan möglich wurde. Aber erst mehrere Jahre nach vollendeter Arbeit erschien von ihm die darauf bezügliche Schrift: Hz' Ha , / (Vionna 4858, 8".). Anläßlich dieser Arbeit richtete sich seine Aufmerksamkeit auf eine Folge von Münzen, welche in ihrer Gesammtheit von den Numis« matikern noch gar nicht berücksichtigt worden, nämlich auf die Münzen der überseeischen Besitzungen Venedigs und jener auf dem festen Lande. Nachdem er nun zu diesem Zwecke die Archive durch» forschte, alle Decrete und Erlässe der venetianischen Münzmeister, von ihrer - ersten Zeit bis zur Auflösung der Re« publik, sorgfältig verglichen hatte, ver»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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