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den es wenig kĂĽmmerte, ob sein Sohn
sich fortbildete, oder sein Talent im leidi
gen Handwerk verwahrloste. Aber dieser
lieĂź sein Talent selbst nicht verkĂĽmmern
und bildete sich sorgfältig im Zeichnen,
in der Perspektive, Optik, kurz m allen
mit der Malerkunst mehr oder minder
verwandten Fächern, daß man ihn seiner
Wissenschaftlichkeit und GrĂĽndlichkeit
wegen den Rap ha el seiner Zeit nannte
und als den correctesten Maler der vene<
tianischen Schule bezeichnet. Die Aufträge
zu.Arbeiten nahmen mit seinem Rufe zu
und es fehlte nicht an Einladungen auS
der Fremde, denen er jedoch keine Folge
leistete, da er sich nicht entschlieĂźen konnte,
Venedig zu verlassen. Die Zahl seiner
Arbeiten, von denen die bedeutendsten in
Venedig noch vorhandenen weiter unten
folgen, ist ungemein groĂź. Er lebte sehr
eingezogen und ausschlieĂźlich seiner Kunst,
die ihn so reichUch nährte, daß er, als er
im hohen Alter starb, ein Vermögen von
80.000 Ducaten hinterlieĂź. Von seinen
Arbeiten sind anzufĂĽhren: in Venedig
im Dogenpalast in der sogenannten
8Z.1a äollo ZLi-utww auf dem der Ein«
gangspforte gegenüberstehenden, dem An«
denken des Dogen Morosin i errichteten
Triumphbogen sechs allegorische Ge-
mälde: „Nie Wehrkraft und Beständigkeit
werden unn der Göttin des Friedens gekrönt" ;
— „Nie Religion reicht dem Nagen Hegen
und Hut"; — „Nas Verdienst reicht ihm die
Stäbe, welche die uier Ghrengrade andeuten, die
zn Anleihen die Republik dem Dogen eingeräumt
hat"; — „Nie Graunung von Muren" (die
Insel als allegorische Figur, wird dem
Dogen von Venedig vorgefĂĽhrt, in der
Ferne ist Candia sichtbar); — „NieSiegesgüt-
tin zur See, ant dem Sparn der Galeere sitzend",
mit der Aufschrift: Viotoria noowrua
UkvaiiL; — „Nie Siegesgöttin zuJand", auf
dem Schilde, den der Doge in der Hand hält, steht: K6U02L und
in der Kirche Mar ia Trost (gemeinig.
lich genannt: 0ki6sa äsiig. ^ava) auf
dem vierten Altare zur Linken: „Ner
gekreuzigte Ghristuz"; — in der Kirche
San Pie t ro di Castello in der
größeren Capelle an der linken Wand:
„Nie MlllMätigKeit des Aj. Aarenza Musti-
maul", der sein Eigenthum unter dieArmm
und Kranken vertheilt, eines der gerĂĽhm-
testen Gemälde dieses Künstlers; — in
der Kirche der HH. Johannes und
Paulus (gemeiniglich Aainpolo ge>
nannt) in der Taufcapelle hinter dem
Taufbecken: „NieGaukeOhristi"; — ebenda
m der Kreuzcapelle: „Nie Straie mit den
Schlangen"; — „Nie Unruhestifter umden
lebendig ulln der Grde verschlungen", beides
Stoffe aus der Bibel; — ebenda in der
St. Magdalenmcapelle: „Ner Nannalall
in der Wüste"; — ebenda in der größeren
Capella Maggiore: „Nie muMscheu Nächte
der H. Katharina"; — in der Kirche
Mar ia B a r m h e r z i g k e i t (N^ria
äolla NiLOriooräia) in der Capelle der
H. Philomena: „Nas GpkerAbralMn's";—
ebenda an der rechten Wand deS Hoch.
altars: „Mnriä Darstellung im Tempel",
jedoch ist es nicht ganz bestimmt, daĂź
dieses Bild von I. ist; — in der Bar»
fĂĽĂźerkirche (gemeiniglich genannt 8an
Na,r1a. in ^Nuarot) im Chor: „Ner todte
Christus und die Marien"; — auf der Decke
über der Orgel: „Nie Visionen der H. Ghe-
resia"; — in der Kirche des H. Eusta«
chius in der größeren Capelle; „Ner
H. Paulus umd in den Himmel enttülirt"; —
in der St. Pantaleonskirche in der
zweiten Capelle in der oberen 3unette:
Ner H. Pantalean macht die Kranken gesund";
— ebenda in der ersten Capelle links:
Nie h. Nreilaltigkeit, der H. Zahannes und
noch ein anderer Heiliger" ;— in der Kirche
der HH. Gervasius und Protasius
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon