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ausgelernt, wanderte er nach Wien, wo
er nach dreijährigem Aufenthalte sich
wieder auf den Weg machte und jene
Städte Europa's besuchte, die wegen ihrer
Gewehrfabrication berühmt sind. Mit
einem Schatze von Erfahrungen kehrte er
im Jahre 1822 nach Prag zurück, wo er
sein eigenes Geschäft begründete und sich
durch seine mit seltener Genauigkeit, Ge-
schicklichkeit und Geschmack gearbeiteten
Schießwaffen verschiedener Art bald einen
Namen machte. Als durch Erfindung der
Kapsel im ganzen Büchsen- und Gewehr«
wesen eine Reform stattfand, wartete 3.
nicht erst, bis von Frankreich die auf
Grundlage der Erfindung neugestalteten
Gewehre nach Oesterreich kamen, sondern
erfand einen eigenen sinnreichen MechaniS«
mus, der in der technischen Welt unter
dem Namen des Prager Schlosses (Kasten-
schloß) bekannt ist. 3. nahm auf seine
Erfindung ein Patent und erhielt im
Jahre 1829 für dieselbe auf der Prager
Industrie. Ausstellung die silberne Me«
daille. Die besondere Begünstigung, deren
sich 3. von Seite des Fürsten Camillo
Roh an erfreute, indem dieser, ein Ken-
ner, seine Arbeiten schätzte und empfahl,
bewirkte, daß 3. bald von dem reichen
böhmischen Adel Zuspruch bekam und
sich der Ruf seiner trefflichen Erzeugnisse
bald über die Grenzen Prags und Böh.
mens ausbreitete. 3. wurde k. k. Hof«Ge-
wehrfabricant, seine Gewehre und Schieß.
Waffen waren in Rußland und Polen sehr
gesucht und bald so beliebt, daß man sie
nach seinem Namen „loboääwkH" bezeich-
nete, worunter immer eine treffliche Feuer»
Waffe verstanden ward. Es kamen Be»
stellungen aus Amerika und Asien, in
China und Sibirien waren seine Gewehre
zu finden und endlich wurde der Neid
seiner fremdländischen Gewerbgenoffen so
aufgestachelt, daß man in Lüttich, in dieser Hauptwerkstätte trefflicher Schieß»
Waffen, nicht Anstand nahm, auf fremden
Waffen widerrechtlicher Weise seines Mei'
sterzeichens
sich zu bedienen. 3.'s Arbeiten
wurden auf mehreren Industrieausstel-
lungen mit Medaillen ausgezeichnet. 3.
starb nach längerem 3eiden im Alter von
60 Jahren. Sein Geschäft aber blüht
unter der 3eitung seiner beiden Söhne
Anton Vincenz und Ferdinand
immer mehr und gewinnt mit jedem
Tage größere Ausdehnung, so daß sie
außer Prag bereits große Niederlagen
eigener Erzeugnisse in St. Petersburg,
Moskau, Katharinmburg, Berlin und
Wien besitzen. Der Erstere von beiden ist
überdieß in verschiedenen, vornehmlich in»
dustriellen Vereinen und als Viceprafi'
dent des Unterstützungsvereins für Ar«
beiter in Eisengewerkfchaften auch huma»
nistisch thätig. Als Fachmann überdieß
gründlich gebildet, hat er auch den lite»
rarischen Weg betreten und „Nlitrage zur
Maffenknnüe lnr Jagd- nnd Waffentrennile"
(Prag 1857) herausgegeben.
Bohemill (Prager Blatt. 4°.) j8L4, Nr. 166,
S. l24. — slovnik nauön)'. Nsäaktor
Or. I'ra.ut. I.aä. KioLar, d. i. Conversa»
tions-Lerikon. Redigirt von vi-. Franz Ladisl.
Nieger (Prag l8S9, Kober. Lex.8o.) Bd. IV,
S. 1194, Nr. 2. — Ein Wenzel Lebeda
uon Bedersdorf (Bedrsdorff) war Mit.
glied der Gesellschaft Jesu, vordem aber
Schreiber der königlichen Tafel in Böhmen,
in welcher Eigenschaft er sich durch ein in
böhmischer Sprache verfaßtes Werk bekannt
gemacht hat. das unter dem Titel: „Ku^ka
ksm leHo^ok i. t,. ä."> d. i. Verzeichniß der
Burgen. Städte, Dörfer und anderer in dem
berühmten Königreiche Böhmen gelegenen
Ortschaften u. s. w,. welches er schon l622
verfaßt, das aber erst uiele Jahre nach seinem
Tode uon Johann Ernst Rottenberg de
Ketrze und Dr js law (Prag 468l. Dan.
Michalck) durch den Druck veröffentlicht wurde.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon