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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 265 -
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Lebedll 263 Lebeda ausgelernt, wanderte er nach Wien, wo er nach dreijährigem Aufenthalte sich wieder auf den Weg machte und jene Städte Europa's besuchte, die wegen ihrer Gewehrfabrication berühmt sind. Mit einem Schatze von Erfahrungen kehrte er im Jahre 1822 nach Prag zurück, wo er sein eigenes Geschäft begründete und sich durch seine mit seltener Genauigkeit, Ge- schicklichkeit und Geschmack gearbeiteten Schießwaffen verschiedener Art bald einen Namen machte. Als durch Erfindung der Kapsel im ganzen Büchsen- und Gewehr« wesen eine Reform stattfand, wartete 3. nicht erst, bis von Frankreich die auf Grundlage der Erfindung neugestalteten Gewehre nach Oesterreich kamen, sondern erfand einen eigenen sinnreichen MechaniS« mus, der in der technischen Welt unter dem Namen des Prager Schlosses (Kasten- schloß) bekannt ist. 3. nahm auf seine Erfindung ein Patent und erhielt im Jahre 1829 für dieselbe auf der Prager Industrie. Ausstellung die silberne Me« daille. Die besondere Begünstigung, deren sich 3. von Seite des Fürsten Camillo Roh an erfreute, indem dieser, ein Ken- ner, seine Arbeiten schätzte und empfahl, bewirkte, daß 3. bald von dem reichen böhmischen Adel Zuspruch bekam und sich der Ruf seiner trefflichen Erzeugnisse bald über die Grenzen Prags und Böh. mens ausbreitete. 3. wurde k. k. Hof«Ge- wehrfabricant, seine Gewehre und Schieß. Waffen waren in Rußland und Polen sehr gesucht und bald so beliebt, daß man sie nach seinem Namen „loboääwkH" bezeich- nete, worunter immer eine treffliche Feuer» Waffe verstanden ward. Es kamen Be» stellungen aus Amerika und Asien, in China und Sibirien waren seine Gewehre zu finden und endlich wurde der Neid seiner fremdländischen Gewerbgenoffen so aufgestachelt, daß man in Lüttich, in dieser Hauptwerkstätte trefflicher Schieß» Waffen, nicht Anstand nahm, auf fremden Waffen widerrechtlicher Weise seines Mei' sterzeichens sich zu bedienen. 3.'s Arbeiten wurden auf mehreren Industrieausstel- lungen mit Medaillen ausgezeichnet. 3. starb nach längerem 3eiden im Alter von 60 Jahren. Sein Geschäft aber blüht unter der 3eitung seiner beiden Söhne Anton Vincenz und Ferdinand immer mehr und gewinnt mit jedem Tage größere Ausdehnung, so daß sie außer Prag bereits große Niederlagen eigener Erzeugnisse in St. Petersburg, Moskau, Katharinmburg, Berlin und Wien besitzen. Der Erstere von beiden ist überdieß in verschiedenen, vornehmlich in» dustriellen Vereinen und als Viceprafi' dent des Unterstützungsvereins für Ar« beiter in Eisengewerkfchaften auch huma» nistisch thätig. Als Fachmann überdieß gründlich gebildet, hat er auch den lite» rarischen Weg betreten und „Nlitrage zur Maffenknnüe lnr Jagd- nnd Waffentrennile" (Prag 1857) herausgegeben. Bohemill (Prager Blatt. 4°.) j8L4, Nr. 166, S. l24. — slovnik nauön)'. Nsäaktor Or. I'ra.ut. I.aä. KioLar, d. i. Conversa» tions-Lerikon. Redigirt von vi-. Franz Ladisl. Nieger (Prag l8S9, Kober. Lex.8o.) Bd. IV, S. 1194, Nr. 2. — Ein Wenzel Lebeda uon Bedersdorf (Bedrsdorff) war Mit. glied der Gesellschaft Jesu, vordem aber Schreiber der königlichen Tafel in Böhmen, in welcher Eigenschaft er sich durch ein in böhmischer Sprache verfaßtes Werk bekannt gemacht hat. das unter dem Titel: „Ku^ka ksm leHo^ok i. t,. ä."> d. i. Verzeichniß der Burgen. Städte, Dörfer und anderer in dem berühmten Königreiche Böhmen gelegenen Ortschaften u. s. w,. welches er schon l622 verfaßt, das aber erst uiele Jahre nach seinem Tode uon Johann Ernst Rottenberg de Ketrze und Dr js law (Prag 468l. Dan. Michalck) durch den Druck veröffentlicht wurde.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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