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Cavallieri Chyy
in jedem Concerte mit und trug
außer vielen einzelnen Arien in den
damals zahlreich gegebenen Oratorien
und Cantaten die Hauptsopranpartien
vor. C. war nicht bloß Bravoursangerin,
sondern sang auch ernste und geistliche
Compositionen mit großem Erfolge. Der
Umstand, daß
sie immer in Wien blieb
und nie auf fremden Bühnen sang, war
wohl die Ursache, daß ihr Ruf kaum
über das Weichbild der Residenz hinaus,
drang, so wie denn die Italienisirung
ihres Namens veranlaßte, daß ihr Nach-
rühm nicht ihrem Vaterlande,' sondern
den Italienern zu Gute kam. In der mit
vieler Frische von B. von Woisky
geschriebenen Novelle: „Ein Tag aus
dem Leben Mozart's", welche im „Illu-
strirten Familien-Journal" (Stuttgart,
Hallberger, gr. 8".) Jahrgang 1863,
S. 418 u. 450, abgedruckt steht, tritt
unter den handelnden Personen auch
eine Sängerin Marie Caval ier i auf
und wird dieselbe in einem innigen Her»
zensbündniffe mit dem berühmten Teno»
risten der kais. Hofcaoelle Adamberger
dargestellt. Obgleich die Sängerin in der
Novelle den Taufnamen Marie führt,
so ist doch aus dem Zeitraume und den
handelnden Personen der Novelle zu ent»
nehmen, daß darunter nur unsere Sän»
gerin Katharina gemeint sei. Die
Künstlerin, welche früh — im Alter von
14 Jahren — begonnen hatte, zog sich
auch frühzeitig zurück. Nachdem sie von
1773 bis 1793, 18 Jahre, thätig ge-
Wesen, trat sie im letztgenannten Jahre
in Pension, welche sic noch acht Jahre
genoß, worauf sie im Jahre 1801, erst
40 Jahre alt. starb.
Recensionen für Theater und Musik (Wien,
4«.) Jahrgang 4861, Nr 2. S. 48: „Bio.
graphische Skizze", von Dr. Leopold Sonn-
leithner; S. 48: Berichtigung eines nicht
unwesentlichen, den Namen der Sängerin betreffenden, in der vorgenannten Lebensskizze
vorkommenden Druckfehlers. ^Die Bemerkung
Sonnleithner's, auf deffen ausführliche
biographische Skizze übrigens hingewiesen
wird, „daß ihr Name in keinem Künstler-
Lexikon zu finden sei", berichtigt sich durch
die Angabe der folgenden Quellen von selbst.^
— Gerber (Ernst Ludwig), Historisch<bio-
graphisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig
1790. Breitkopf, Ler. 8«.) Bd. I , Sp. 260.
— Derselbe, Neues historisch-biographi»
sches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813,
A. Kühnel, gr. 8«) Bd. I, Sp. 674.
Cllvilhll, Pseudonym für August An-
dreasBoltz, siehe: Voltz. August An-
dreas j^
-j-V CHezy, Wilhelm von ^ d. Bd. I I ,
S. 338^, gestorben zu Wien 14. März
1863. Am 14. März g. I . 6 Uhr Abends
hatte Ch. wohlauf das Kaffeehaus
Daum verlassen. Auf dem Kohlmarkte,
nur einige Schritte von Daum, stürzte
er plötzlich besinnungslos zusammen. Er
wurde, da man nicht wußte wer er sei»
sogleich in das allgemeine Krankenhaus
gebracht, wo er um 10 Uhr Abends ver-
schied. Er war einem wiederholten Schlag«
anfalle — einige Monate früher war er
bereits vom Schlage berührt, aber leid«
lich wieder hergestellt worden — erlegen
und nicht mehr zur Besinnung gekommen.
Aus einer bei ihm gefundenen Visitenkarte
wurde er erkannt. Der schriftlich hinter-
lassene Wunsch des Dahingeschiedenen,
als katholischer Christ und als „armer
Mann", der er sei, begraben zu werden,
ging in Erfüllung. Er wurde auf dem
WähringerFriedhofe beigesetzt, ein kleiner
Kreis von Freunden gab ihm das letzte
Geleite, eine Frauenhand, welche liebe»
voll bemüht gewesen, dem alternden,
schon etwas unbehilflich gewordenen
Poeten, das Dasein möglichst auszu»
Ichmücken, hatte für den schlichten Sarg,
als finnigen Schmuck, einen Lorberkranz
gespendet. Als Ergänzung zu der im
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon