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Zanicio 422 Dänin«
lateinischen Wörterbuckes und bei Her
ausgäbe der Nationallieder und Volks»
Märchen behilflich. Im Jahre 1847 trat
er aber mit seiner Schrift zu Gunsten der
serbischen Sprache und Orthographie
zum ersten Male selbststandig als Schrift
steller auf. Im Jahre 1832 begab sich
D. nach Belgrad, kehrte aber schon im
folgenden Jahre, einer Einladung des
Fürsten Michael Ob reno witsch fol»
gend, nach Wien zurĂĽck, wo ihn der
FĂĽrst Michael nicht unwesentlich in
seinen Arbeiten förderte und er durch drei
Jahre dessen Gattin Julia geb. Gräfin
Hunhadi im Serbischen unterrichtete,
die ihm sich dadurch erkenntlich erwies,
daĂź sie mehrere Werke D.'s auf ihre
Kosten herausgeben lieĂź. Im Jahre 1836
wurde D. Bibliothekar der Belgrader
Nationalbibliothek, im Jahre 1839 erhielt
er die Lehrkanzel der slavischen Philologie,
allgemeinen Literaturgeschichte und Aesthe-
tik an der Belgrader Hochschule, legte
jedoch dieselbe zu Anfang des Jahres
1863 in Folge eines die Hochschule
betreffenden Polizeierlaffes, mit dem er
sich nicht einverstanden erklären mochte,
nieder. Der gelehrte Sprachforscher ist
nunmehr zu Belgrad als Secretär im
Ministerium des Innern und zwar in
der Section für Post» und Telegraphen»
Wesen angestellt. Die literarische Thätig-
keit D.'s umfaĂźt sprachliche Original-
schriften, ferner Uebersetzungen und end»
lich die Herausgabe wichtiger alter
Sprachdenkmäler. Seine Orig inal-
schuften find: „Hai sa siIsöi ^snA ?'
^7-ae-o '^s«) d. i. Kampf für die serbische
Sprache und Orthographie (Ofen 1847);
— „ l^ .^ a-.ic?i", d. i. Dem Herrn Lazic,
I.u.11. Zwei polemische Schriften (1848);
a") d. i. Erzählungen aus dem
alten und neuen Testamente (Wien 1830), in drei Dialekten; —
F^ana^K", d. i. Kleine serbische Gram-
matik (Wien 1830. 2. Ausg. 1863); —
,,Ao?-i' F^s^z ött/ova?-") d. i. Das neue
serbische ABC-BĂĽchlein, recensirt von Gj.
Daniciä (Wien 1834); — „F/ntaösa
s^s^o^^sH/^") d. i. Serbische Syntax
(Belgrad 1838); — „ I^ cko?? ^7-l)'6l?oH
novo^H sa??/6i<A") d. i. Wuk's Ueber«
sekung des neuen Testamentes (Belgrad
1862), eine Apologie; — „Oö^'ee s^s-
H<^« ^ H « " , d. i. Serbische Formen«
lehre (1863); — „^/sc5?«H /s /c?^si)?M
spinal s?I»sHiH") d. i. Wörterbuch der
serbischen SprachalterthĂĽmer, 3 Theile
(Belgrad 1863 und 1864, gr. 8".) ; —
,,^6ü^/?'/)K?.'z'Ho2)«) d. i. David's Psalter
(Wien 1864). Ausgabe mit lateinischen und
cyrillischen Lettern (ebd. 1863). Die von
Daniciu herausgegebenen altserbischen
Sprachdenkmäler find: , , ^ ^ sv6i<?FK
,3cliis. AtMsno Ao?nsi^n") d. i. 3eben
des H. Sava, geschrieben von Dometian
(Belgrad, 1860); — ., M7co/M>o./sv^i-
HsZ/s") d. i. Das Evangelium aus dem
Kloster St. Nikolaus (ebd. 186.); —
d. i. Das Leben des H. Simeon
und des H. Sava (ebd. 1863), die drei
angefĂĽhrten, aus alten und kostbaren
Manuskripten herausgegebenen Schriften
zählen zu den ältesten Sprachdenkmälern
der serbischen Nation; auch hat D. zwei
Werke aus dem Russischen ĂĽbersetzt, und
zwar Murawief 's Briefe ĂĽber den
Gottesdienst in der orientalischen Kirche
unter dem Titel: „?/.
e« (Neusatz 1834) und Majkow's
Geschichte des serbischen Volkes unter
dem Titel: „^o?'A'M s?IsHoF<A na^o<Fa"
(Belgrad 1838, gr. 8".). UeberdieĂź ent-
halten verschiedene Zeitschriften und die
von der gelehrten serbischen Gesellschaft
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon