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modellirte, gravirte, bossirte und voll.
endete einen Ehrensäbel für den Herzog
Ernst von Gotha, einen zweiten fĂĽr
den König von Preußen, der erst etwa
ein Jahr nach seinem Tode durch seine
Witwe an seine Bestimmung gelangte.
Eine ähnliche Arbeit für seinen eigenen
Kaiser hatte er begonnen, aber nicht
mehr vollendet — der Tod hat die kunst-
volle Hand für immer gelähmt. Außer
den oberwähnten Ehren und Auszeich»
nungen, die dem KĂĽnstler bei Lebzeiten
geworden, erhielt er noch deren in zahl-
loser Menge von den verschiedensten
Seiten, so verlieh ihm der Herzog von
Sachsen seinen Hausorden, Se. Heilig-
keit der Papst den Orden vom goldenen
Sporn, der König von Preußen die
groĂźe goldene Medaille fĂĽr Kunst und
Wissenschaft u. dgl. m. Die Gemeinde
aber, in der und zu deren Nutzen er die
letzten zweiIahrzehende seines Lebens ge-
wirkt, in welcher kein Armer ungelabt und
ungetröstet von seiner Schwelle ging, be«
wahrt dem wackeren Manne, der
sie,
und
in bedenklichen Zeiten, trefflich beralhen
und geleitet, eine treue und innige Er»
innerung. SchlieĂźlich sei noch bemerkt,
daĂź die so ziemlich allgemein verbrei.
tete Redensart: „und noch ein Strauß.
che,n", welche bei Vertheilung ungehoff-
ter und zahlreicher Gaben und auch sonst
bei heiteren Anlässen, ja selbst ironisch
bei polemischen Klopffechtereien u.dgl.m.
noch gegenwärtig angewendet wird, einem
der reizendsten Kunststücke Döb ler's den
Ursprung verdankt, indem er aus einem
leeren Hute eine nie enden wollende FĂĽlle
Sträußchen und immer wieder Sträuß-
chen hervorzauberte und unter die ent»
zĂĽckten Zuschauer vertheilte.
Klagenfurter Zeitung 1864, Nr. 123:
„Ludwig Döbler". ^Dieser von Franz Din«
gelstedt verfaßte und zuerst in der „Wiener Abendpost" abgedruckte Nachruf Döbler's
machte die Runde durch die meisten deutschen
Blätter, u. a. im „Correspondenten von und
fĂĽr Deutschland" (NĂĽrnberg, kl. Fol.) 1364,
Nr. 286; in der „Allgemeinen Theatcr<Chro-
nik" u. s w.) — Schaluftpe zum D a m p f-
doot (Danziger Unterhaltungsblatt, 40).
i84l, Nr.1. — Frankl(3udw. Aug.), Sonn-
tagsblätter (Wien, 8".) I I I . Jahrg. (1844),
S. 1069; VI. Jahrg. (1847), S. 32: „Neber
die optischen Vorstellungen Döbler's". Von
S. R eiss ek. —Argus. Herausg. und redig,
von E. M. O ettinge r (Hamburg, 4«.) 1837,
Nr. 116: „Dobler in Cassel". — Berliner
Figaro (Unterhaltungsblatt) 188., Nr. 288:
„Dödler's Automaten". — Humorist. Her«
ausgegeben von M. G. Saphir (Wen. 4«.)
1839, S. 1046: „Döbleriaden". — Wiener
Zeitung I86ö, Nr. 31, S. 414. unter der
Rubrik „Zur Tagesgeschichte". — Fremden»
Vlat t (Wien, 4".) 1364. Nr. 108; 1363,
Nr. 40. — Wiener Abendpost (Abend-
blatt der amtlichen Wiener Zeitung) 1864,
Nr. 89. — Blätter für Theater. Musik und
Kunst. Von Zellner (Wien. 4".) 1864,
Nr.33. — AgramerZeitung 1864, Nr. 9.4.
— Ungarische Nachrichten (Pesther po>
Wsches Blatt) 1864, Nr. 91 ^diese, die Agramer
Zeitung, Zellncr's Blätter für Theater u.
s. w. und die Wienrr Abendpost geben den 17.
A M als Döbler's Todestag an). — Bres-
lauer Zeitung l864, Nr. 191. — Zeitung
fĂĽrNord deutsch land (Hannover, gr. Fol.)
1864. Nr. 4666 fieses Blatt und Dinget,
stcdt in seinem Nachrufe Döbler's geben
den 18. April als D.'s Todestag an). —
Zu Möler's Charakteristik. Dazu dient tref-
fend eine Stelle in Dingelstedt's Nach«
ruft, welche lautet: „Er bildete sich nach
und nach jene eigenthĂĽmliche Gattung von
Vorstellungen aus, die, auf streng wissen-
schaftlichen Grundsätzen und Kenntnissen be-
ruhend, mit allzeit wechselnden praktischen
Versuchen zu unterhalten wuĂźten. Jede neue
Entdeckung wußte er in sein Gebiet herüber»
zuziehen. Das Hydrogen-Oxygen Gasmikro-
stop, die Dissolvings-Views machte er sich
dienstbar, und verstand durch stete Verbin-
dung der Theorie mit der Praxis, der 35oc>
lesung mit der Vorstellung, wie durch die ihm
eigenthĂĽmliche Gabe eines freien, eleganten,
oft humoristischen Vortrages, der selbst vor
einem fremdländischen Publicum den Neiz
nicht verlor, sich sein besonderes Genre aus-
zubilden. Was widerlich, unschön, unsauber
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Volume 14
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Laicharding-Lenzi
- Volume
- 14
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1865
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 550
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon