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zur Verlosung angekauft wurde. Adalbert
St i f te r , ein gewiß in Kunstsachen mitzu»
sprechen Berechtigter, macht in dem „Bot»
schafter" mit beredten und warmen Worten
auf den talentvollen Künstler aufmerksam.
^Botschafter (Wiener polit. Blatt) 1865.
Nr. 5, im Feuilleton: „Bildende Kunst".)
— 8. Löff ler, der Name einer tirolischen
Künstlerfamilie, welche im 13., 16. und
17. Jahrhunderte lebte. Der erste, der sich
als Büchsenmacher und Kunstgießer hervor»
that, war Peter L>, dann seine Söhne,
unter denen besonders Gregor sich bemerk«
bar machte; nun folgten Gregor's Söhne
El iasundHanns Christoph; desElias
Söhne Emanuel und Johann erscheinen
schon nicht mehr als Künstler, hingegen war
von Emanuel's Söhnen der älteste. Chri«
stoph, noch Kunstgießer und ein anderer,
Ferdinand, Münzmeister zu Hall. zwei
andere, Gregor und Alexander, stan-.
den im landschaftlichen und fürstbischöflichen
Dienste, a) Peter Löff ler vom h. Kreuz,
auch Layminger genannt, lebte zu Ende
des 13. und Anfang des 16. Jahrhunderts
als Büchsenmeister und Glockengießer im
Dorfe Hötting nächst Innsbruck. Seiner
Verdienste wegen erhob ihn Kaiser Fried-
rich I I I . im Jahre 1489 m den Adelstand
und erlaubte ihm, im Wappen einen schwär«
zen Vogel, den man Löffler nennt, mit einer
Krone und auf die Brust gesenktem Schnabel
zu führen. Von seinen Arbeiten sind nur
noch drei Glocken, und zwar im Dorfe
Ambras nächst Innsbruck, in der Kirche
N. 3. Fr. zu Schwaz und in der Pfarrkirche
zu Wiltau. diese letztere gemeinschaftlich mit
seinen Sohn Gregor im Jahre 1520 ge«
gössen, bekannt. — o) Sein Sohn Gregor
(gest. 11. Juni 1565). ist weitaus der berühm»
teste aus dieser Familie. Er goß mehr als
100 größere und kleinere Feldstücke, die drei
Glocken für die Kreuzkirche zu Innsbruck;
er richtete die Zeughäuser in Tirol und den
Vorlanden ein, erbaute im Jahre 1538 den
Ansitz Büchsenhausen und wahrscheinlich auch
das kaiserliche Gußhaus alldort. Noch wird
ihm von Einigen der Guß der colossalen Erz-
statuen am Mausoleum Maxi mil ian's I.
in der Hofkirche zu Innsbruck zugeschrieben
Jedoch fehlen für diese Annahme alle An«
haltspuncte. I n keiner der darauf bezüglichen
Urkunden und Rechnungen erscheint sein Name,
während die drei Meister, die in der Regel
als Gießer dieser Statuen angesehen werden, Stephan und Melchior God l und
Hanns Lendenstrauch, öfter genannt
erscheinen. Gewiß aber ist es, daß seiner
Verdienste wegen ihm und seinen Söhnen
von Kaiser Rudolph I I . im Jahre 1591
der von seinem Vater im Jahre 1489 er-
worbene Adel wieder bestätigt wurde. —
o) Gregor 's Sohn Hanns Ehristoph
und auch sein Bruder Elias waren und
nannten sich selbst Stück». Kunst» und Glocken«
gießer; sie gössen anfänglich gemeinschaftlich
mit ihrem Vater viele Feldstücke für Fer,
dinand I I . und nach ihreS Vaters Tode
für Max imi l ian I I . . Ma th i as und
Rudolph I I . Die 23 kleinen Erzstatuen
auf dem Chöre ober dem Schwibbogen in
der Kreuzkirche zu Innsbruck werden als
ihre gemeinschaftliche Arbeit bezeichnet; auch
hat Hanns Christoph das Drey l in g'sche
Monument in der Pfarrkirche zu Schwaz und
mit seinem Bruder zusammen das Löff»
ler'sche (nämlich das ihrem Vater und ihrer
Mutter zu Ehren errichtete) gegossen. Von
Hanns Christoph ist die Glocke in der
DreifaltigkeitSkirche zu Innsbruck, von ihm
und seinem Bruder El ias zusammen die
Glocke der Domkirche zu Basel gegossen.
Im Jahre 1580 theilten beide Brüder das
väterliche Erbe, Hanns Christoph wurde
Besitzer von Büchsenhausen und nannte sich
Löffler von und zu Büchsenhausen,
El ias kaufte aber von Georg von Fir«
mian den Kammerhof zu Hötting. Hanns
Christoph soll in Wien gestorben sein. —
ä) Von seinen Söhnen beschloß Ehristoph
die Reihe der Kunstgießer in dieser Familie.
Er stand in Diensten des Kaisers RudolphII . ,
hielt sich in Wien auf, von wo er im Jahre
1622 nach Hötting zurückkehrte und daselbst
im Jahre 1623 starb. l^Tirolisches Künst«
ler»Lerikon oder kurze Lebensbeschreibung
jener Künstler, welche geborne Tiroler waren
(Innsbruck 1830. Fel. Rauch, 8°.) S. 15U u. f.
— Staff ier (Ioh. Iac.). Das deutsche Tirol
und Vorarlberg, topographisch mit geschicht»
lichen Bemerkungen (Innsbruck 1347, Felic.
Rauch, 8».) Bd. I , S. 543. mit ausführ-
licheren Nachrichten über Gregor 3. — Die
Künstler aller Zeiten und Völker. Begonnen
von Prof. Fr. Mül ler , fortgesetzt von Dr.
Karl Klunzinger (Stuttgart 1857, Ebner
u. Seubert. gr. 8«.) Bd. I I , S. 6i l . —
Nagler (G. K. Dr.). Neues allgemeines
Künstler-Lerikon (München 1838, Fleischmann.
3°.) Bd. VI I I , S. 3. — Derselbe, Mono»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Leon-Lomeni, Volume 15
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Leon-Lomeni
- Volume
- 15
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1866
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 499
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon