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MM-K3rschner 330 MM-Körschner
„validor", die er bis zu Ende März
1864 selbst redigirte. Wahrend dieser
Zeit schrieb er eine große Anzahl Bio>
graphien slavischer und nichtslaoischer
Tonkünstler, hauptsächlich nach Original-
quellen, dann historische Artikel, unter
denen besonders anzuführen sind: „'
8trojä.?5tV1 V XVII 2 XVIII 8toi6ti V
öeokäok", d.i.Instrumentenbau in Böh
men im 47. und 18. Jahrhundert; —
„0 oratornl kuäbo v X^^III stoisti
v ösokäoli", d. i. Ueber die Oratorien-
mustk im 18. Jahrhunderte in Böhmen
u. s. w. Die beiden letzten Aufsatze
erschienen auch in der „Süddeutschen
Musikzeitung" in Mainz in deutscher
Uebersetzung. Im Jahre 1863 gab er
das selbstständige Werk: ^^T-^vo^s ?'
0^07-tt F/s?i/n's?e7il/e?H") d. i. Führer im
Liederfache (Prag, 8c>.), heraus. Mel is
wirkte zur Hebung der Musik überhaupt
und des Mannergesanges in Böhmen
insbesondere, ricf durck den „vkli'bor"
eine große An^abl neuer Männer-Gefang«
vereine in's Leben, und bewirkte, daß im
Jahre 1863 die ersten Dnmen-Gesang-
vereine in Budweis, Raudnitz und Skutsck
zu Stande kamen. Mit Dr. Prochaska
in Gemeinschaft gab er die periodische
Liedersammlung: „2ä.bo^ sdirka ini voä-
niok ötveroxpovü pro iQuAskö 1^13.3^ ",
d. i. Sammlung originaler vierstimmiger
Gesänge für Mannsstimmen, eine Samm«
lung von 120 Männerchören (Prag, bei
Christof u. Kühe), heraus.
8lovuik Q^nsu^. Rsöaktoi- vl. krallt.
Ll>.ä. RioFsi-, d. i. Conversations-Lexikon.
Nedigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag
1859, Kober, Ler. 8".) Bd. V, S. 231, Nr. 1.
— Bohemia sPrager Unterhaltungsblatt,
4".) 186l. Nr, 2lö.. „Eine echte Redacteurs-
Hochzeit".
Meliä-Körfchner, Antonia (sechische
Dichterin und Novellistin, geb. zu
Ofen im Jahre 4833). Ihr Vater. Jo- hann Körschner. war ein Böhme, und
ihre Mutter Antonia Gerstner stammte
aus Mähren. Die Eltern kamen mit
ihrer Tochter frühzeitig nach Prag. wo
sie böhmisch erzogen wurde. Ihre lite-
rarische Ausbildung erlangte sie in
einem der besseren MädchewInstitute in
Prag. und widmete sich nebstbei dem
Studium der französischen und englischen
Sprache. Im Jahre 1860 gründete sie
eine Madchenanstalt, und trat im „I^u-
mir", „DaUdoi'" und „VolS8iavan" mit
ihren poetischen Versuchen auf, die vielen
Anklang fanden. Ihre kleineren Lieder
wurden von vielen Komponisten, nament»
lich von dem Conservatoriums-Director
Friedr. Kit t l . von Ed. Näpravnik.
Alojs Hniliska, I . Zähorsk?, Karl
Slavik, I . Smolik in Musik gesetzt;
auch ihre epischen Gedichte, wie: ,Mu2
dk2 8I21") d. i. Der thränenlose Mann, und
troönilv«) d. i. Der Sclavenherr, fan-
den Beifall. Im Jahre 1861 gründete sie
die erste Damen-Zeilschrift „I^aäa") womit
sie zur Ausbildung der vernachlässigten
weiblichen Jugend in Böhmen mit gro-
ßem Erfolge wirkte. Im Jahre 1863
begründete sie ein zweites, nicht minder
nutzreiches Blatt, betitelt:
Zopis odräskov^ pro
V860I1 Ztavü", d. i. Die Hauswirthin.
Illustrirte Zeitschrift für Hausfrauen
aller Stände, welckes in Heften (8o.)
erschien. Als Schriftstellerin betrat sie
das brachliegende Feld der Künstler«
Novelle, und einige derselben, von ihr in
sechischer Sprache geschriebenen, wurden
auch in's Deutsche übersetzt, darunter:
v6vo1no8t Hlar^") d. i. Der Eigen«
sinn der Maria, und „HHäZSnso pro
2a.rta") d. i. Der Mozart.Enthusiast.
Außerdem übersetzte sie für das von ihr
redigirte Journal „I^äa" v ^ Novellen
aus dem Französischen; bei Kur anda
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon