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ihm gemalten Bilder. Wo er sich gebil-
det und wer seine Meister gewesen, ist
auch nicht bekannt, jedoch nach seinen
Gemälden zu schließen, hatte er einen
tüchtigen Unterricht erhalten, mochte in
Italien gewesen und sieb nach guten
Werken der venetianischen Schule gebil»
det haben. Das Merkwürdigste an
diesem Künstler aber ist, daß er eigentlich
ein Krüppel war, denn die vier Finger
der rechten Hand waren über den Dau»
men verwachsen, und er mußte, um zu
malen, den Pinsel zwischen den Zeige-
und Mittelfinger durchstecken, und auf
diese Art malte er seine großen und
schönen Altarbilder, deren in Krain in
vielen Kirchen, in manchen sogar mehrere
sich befinden. So z. B. besitzen in Lai»
bach die St. Peterskirche, die Augustiner-
kirche und jene der barmherzigen Schwe»
stern, jede mehrere, i>ie letztgenannte nickt
weniger denn sechs Altarbilder von
seiner Hand. die aber schon sehr gellt»
ten haben, und von denen in neuerer
Zeit erst drei mit großer Mühe wieder
restaurirt worden sind. Von Menzin-
ge r's, in den Kirchen Laibachs vorhan»
denen Bildern find anzuführen, in der
Kirche zu St. Peter in Laibach: „Nn3
li. Nrenz mit der h. Migdaleim" und „Eine
öchmrrzhnfle Mütter Gutteü" hinter dem
Hocbaltare' — bei den Franziskanern
ebenda: „Ncr H. Valentin"; — in der
Capelle des fürstbischöflicken Schlosses zu
Oberburg in Krain: „Der H. CliamnI"
u. m. a. M. mag durch seine Bilder ein
nicht unbedeutendes Vermögen sich er»
wölben haben, denn er besaß in Laibach
mehrere Hauser in der Vorstadt Gradischa
und ein ziemlich ansehnliches Haus in
der Stadt. M. starb in Laibach und
wurde in der Gruft der Kapuzinerkirche
beigesetzt.
Handschriftli che Aufzeichnungen. Meran, Franz Ludwig Johann
Baptist Graf von (erbliches Mitglied
des Herrenhauses des Reichsrathes. '
geb. zu Brand Höfen in Steiermark
11. März 1839). Se. kaiserliche Hoheit
der Erzherzog Johann (geb. zu Flo-
renz 20. Jänner 1782, gest. zu Grcitz
10. Mai 1859) s^iehe denselben Bd. VI,
5. 280, Nr. 116) war (seit 18. Februar
1827) mit Anna geb. Plochel sgeb.
6. Jänner 1804, gest. im Mai 1866).
der Tochter des Postmeisters Plochel
zu Auffee am Grundelsee (im sogencmn-
ten steirischen Salzkammergute), in mor«
ganatischer Ehe vermalt. Er hatte fie
auf seinen Gebirgsreisen zufällig bei
einem Tanzvergnügen kennen gelernt.
Sie wurde in der Folge, 1834, zu einer
Freiin von Brand Hof — diesen Namen
führt das in Steiermark gelegene, von dem
Erzherzoge auf das sinnigste und anmu»
thigste ausgestattete Lieblingsbefitzthum
desselben — erhoben. Aus dieser Ehe
ging ein Sohn Franz Ludwig Johann
Baptist von Brand Höfen hervor; der<
selbe trat in die kais. Armee, in welcher
cr zur Zeit die Stelle eines k. k. Majors
bekleidet. Als in Folge des Diploms
vom 20. October 1860 und des kaiftr«
lichen Patentes vom 26. Februar 186!
Oesterreich in die Reihe der Staaten mit
repräsentativer Verfassung eintrat, wurde
Franz Graf von Meran mit Allerh.
Handschreiben vom 18. April 1861 zum
erblichen Mitgliede des Herrenhauses
des Reichsrathes ernannt. Früher schon,
mit Allerh. Entschließung vom 29. April
1844, wurde ihm der österreichische Gra-
fenstand mit dem Namen eines Grafen
von Meran und Freiherrn von Brand»
hofen verliehen, und ääo. Wien 30. De«
cember 1843 das Grafen<Diplom ausge-
fertigt. Mit demselben Allerh. Hand.
schreiben vom 29. April 1844 wurds
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon