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sein Lehrer wurde, und ihn so tüch.
tig ausbildete, daß M., erst 18 Jahre
alt, fchon im Orchester des Hof'Opern-
theaters angestellt wurde. Einige Zeit
darnach machte er eine Kunstreise nach
Ungarn und trat nach seiner Rückkehr
auch in Wien in einem Concert als
Solospieler auf (13. December 1818).
Der ehrenvolle Erfolg dieses Auftretens
war zunächst seine Ernennung zum Mit«
gliede der Hofcapelle und die Anstellung
als Professor des Violoncellspiels am
Konservatorium der Gesellschaft der
Musikfreunde deS österreichischen Kaiser-
staates. In der Folge wurde M. durch
Ernennung zum k. k. Kammervirtuosen
ausgezeichnet. Er machte dann noch
mehrere Kunstreisen nach Deutschland
und Italien, seine Thätigkeit blieb aber
vorzugsweise auf Wien beschränkt, wo sein
gediegener Unterricht mehrere vortreffliche
Meister des Violoncello herangebildet,
darunter Leopold Böhm j^Bd. I I , S. 23).
Dont sBd. XIV, S. 429 Nachtrages
die Gebrüder Hart inger, Keller-
mann, Stransky u. s. w. Als theils
in Folge der Zeitereignisse, theils durch
Fehler in der Organisation das Konser-
vatorium einen entsprechenden Einfluß
auf die Entwickelung des Kunjilebens
im Bereiche der Musik in Wien auszu-
üben aufgehört hatte, trat M. mit meh»
reren, für die Musik und ihre Pflege
begeisterten Männern zusammen. und
wirkte für die Errichtung einer Akademie
der Tonkunst, deren Lebensdauer jedoch
nur sehr kurz bemessen war. Merk hat
Mehreres für sein Instrument geschrieben,
verschiedene Solostücke, ein Concertino,
Variationen, Divertissements, Phantasien
u. dgl. mit Begleitung deS Pianoforte,
Quartetten, welche bei Mechetti in
Wien, bei Meyer in Braun schweig und
bei Hofmeister in Leipzig erschienen sind. Von diesen Kompositionen find
zunächst bemerkenswerth: die gemein»
schaftlich mit Re issiger geschriebenen
'F.^ ) in A" und
^ in Z"
— ferner die „20 Z^sT-e^ss") 0^. 11)
welche M. dem verewigten Franz Schu«
bert gewidmet hat, und die »6 ^«^ss
Fo^?- ?s v2'o?o?2e?6^s") 0p. 20) in welchen
er den Kunstjüngern genall den Weg
bezeichnet, um in Behandlung des Vio»
loncells eine große Vollendung zu erlan-
gen. Merk ist im Alter von 37 Jahren
gestorben.
Schil l ing (G. I)r.), Das musikalische Europa
(Speyer 1842. F. C. Neiohard. gr. 8«.) S. 22l.
— Neues Uni versal« Lexikon der Ton-
kunst. Angefangen von !)^. Julius Schla«
debach, fortgesetzt von Eduard Berns-
dorf (Dresden l837. Rob. Schäfer, gr. 8".)
Bd. I I , S. 974. - Gaßner (F. S. Dr.),
Universal'Lcxikon der Tonkunst. Neue Hand»
cmögabe in einem Bande (Stuttgart 1849.
Franz Köhler. Lex. 8".) S. 608. — Meyrr
(I.), Das grüße Conuersations-Lexikon für die
gebildeten Stande (Hildburghausen, Bibliogr.
Institut, gr. il«.) Vd. XXI, S. 298, Nr. 2. —
Porträt. Lithogr. von K rieh über (Wien,
bei Mechetti. Halb.Fol.).
Merk, siche auch: Merck lS.384).
Merkte, Meinrad (Benedictiner.
lnönch. geb. zu Wiblingen unweit
Ulm im Jahre 1781, gest. zu Feldkirch
in Vorarlberg 28. October 1843). M.
besuchte das Gymnasium bei den Bene-
dictinern seines Geburtsortes, trat dann,
nachdem er ungefähr ein Jahr als Mili«
tar-Unterarzt fungirt hatte, zu Mehrerau
in den Benedictinerorden, legte dort
seine theologischen Studien zurück und
wurde als Lehrer an der Klosterschule
verwendet. Nach der Auflösung deS
Klosters, die durch die k. bayerische Re-
gierung am l. September 1807 erfolgte,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon