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Messen hauser 438 Dessenhauser
stand zum Ausbruche gekommen war.
Das Regiment Hoch« und Deutschmeister
erhielt in Krakau seine Garnison, und
dort soll M. mit einer sehr gebildeten
Edelftau ein zÀrtliches VerhÀltnià ange»
spönnen haben, das aber spÀter, da das
Regiment seine Garnison wechselte, wie-
der gelöst wurde. I n seinem Verkehre
mit vertrauteren Freunden lenkte er
jedoch öfter, immer aber in der zartsm«
nigsten Weise â wie er denn dem
schönen Geschlechte gegenĂŒber ein wahr«
haft ritterlicher Paladin war â die
Erinnerung auf diesen Gegenstand seiner,
wie es schien, ersten Liebe. Nun wechselte
das Regiment öfter seine Station, es
hing dieĂ mit den Bewegungen des
AufstandeS und mit den Nachrichten ĂŒber
dieselben zusammen. So lag es einige
Zeit in Tarnow, dann mehrere Monate
wieder in Tuchow, einer gar arm-
seligen, unweit Tarnow gelegenen, nur
von Juden bewohnten Ortschaft. Hier
gad es MuĂe genug zu siterarischer
ThÀtigkeit, der Dienst war bald abge-
macht, Officiersschulen gab es damals
nicht, oder fehlte die Zeit, sie zu halten,
in der völligen Abgeschiedenheit von
aller Civilisation war der Gebildete auf
sich selbst angewiesen, und so entwickelte
M.'S fruchtbare Muse eine ganz anftÀn«
dige ThÀtigkeit. I n kurzer Zeit waren
mehrere recht artige Novellen und Er«
zÀhlungen entstanden, dieselben mit eini»
gen bereits gedruckten vereinigt und
wurden nun in einer Sammlung, betitelt:
âMlilniss und Parquet", 3 BĂ€nde (Wien
1847. Hirfchfeld), herausgegeben. Man
muĂ es ausdrĂŒcklich betonen, daĂ das
Auftreten eines österreichischen Schrift-
stellers, und gar eines Ofsiciers mit
einer schöngeistigen Arbeit, ĂŒberdieĂ in
Prosa und von dreibÀndigem Umfange,
gleichsam ein kleines EreigniĂ war. Mesfenhauser stand mit einem Male
mitten unter den Schriftstellern, und da
die streng genommen ganz gut geschrie-
benen, aber im Ganzen doch nicht sehr
bedeutenden Novellen bebfÀllig aufge«
nommen worden, hatte ihn dieser kritische
Weihrauch etwas wirblich und befangen
gemacht, und um die Freude des Dienens
im Soldatenrocke war eS geschehen.
Damals schon trug sich M., den Heraus«
geber dieses Lexikons genau kannte und
dessen taglicher Gaft er wÀhrend seines
Aufenthaltes in Lemberg war, ganz
ernstlich mit der Idee, aus dem MilitÀr,
stÀnde auszutreten. Im Jahre 1847 kam
das Regiment Deutschmeister nach Lemberg
in Garnison, wo sein EntschluĂ,, das
Schwert mit der Feder zu vertauschen, sich
befestigte. Von Lemberg machte er auch im
Winter g. I . eine Reise nach Leipzig, wo er
mit mehreren BuchhÀndlern wegen deS
Verlages schon vollendeter und nur noch
zu liefernder Arbeiten in Verbindung trat,
Schriftsteller aufsuchte und die ersten
Vorbereitungen traf, die ihm nöthig
schienen, wenn er seine Idee des Aus«
trittes verwirklichte. Eine Frucht dieses
Leipziger Aufenthaltes war der Verlag
zweier gröĂerer Arbeiten, die auch war)»
rend seines einsamen Garnisonslebens in
Tarnow und Tuchow entstanden waren,
deren Titel sind: âNie Palengriiber" (Leip-
zig 1848) und âGrnstr Geschichten" (ebd.
1848). welche jedoch beide unter dem
angenommenen Namen Wenzeslaus
March erschienen. Nach Lemberg zurĂŒck»
gekehrt, begann er einen groĂen Roman:
âDer Rathsherr", zu arbeiten, wurde
aber in dieser Arbeit, die er den Winter
1847/48 mit eisernem FleiĂe fortsehte,
durch die Bewegung des Jahres 1848
unterbrochen, die nach den Wiener MÀrz«
tagen in Lemberg einen sehr ernsten
Charakter annahm. Auch in Lemberg
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Volume 17
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Maroevic-Meszlenn
- Volume
- 17
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1867
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 506
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon