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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Page - 444 -
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Page - 444 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Volume 17

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Messerschnndt Mejserschnndt Schnelligkeit kreuz und quer in das Holz schneiden sah. Ein paar spanische Kunst- ler, als sie ihn auf diese Art eine ganz herrlich gelungene Eopie des farnesischen Herkules ausführen sahen, beschuldigten ihn, daß er mit dem Teufel im Bunde stehe, und es kam darüber, wie auch bei anderen ahnlichen Anlassen, zu argem Streite. Schon im ersten Jahre seines Aufenthaltes in Rom vollendete er eine Copie des Crucifixes von Michael An- gelo in Alabaster und überreichte daS Werk dem heiligen Vater. Dieser gab ihm als Gegengeschenk eine nach der Natur vollendete Antike aus Metall, deren hier nur in sofern gedacht wird, weil sie ihm in spateren Jahren als Maßstab zu seinen berühmten Büsten der menschlichen Leidenschaften diente. Eine andere Arbeit, welche er in Rom vollen» dete. war das von der Haut entblößte Pferd in verjüngtem Maßstabe. Er hatte eS in Alabaster ausgearbeitet, nahm da. von die Form ab und machte es noch zwei Mal in Metall, das eine Exemplar für die Kunstkammer in Stockholm, daS zweite soll in irgend einem Winkel einer Wiener Kunstsammlung unbeachtet lie» gen. Den Vorwurf einiger Collegen, die ihn seiner Geschicklichkeit wegen neideten und seines wenig zuganglichen Naturells wegen verspotteten, daß er wohl in Holz, aber nicht in Stein zu arbeiten verstehe, erwiederte er durch eine That, mit wel» cher er wohl den Vorwurf in glänzender Weise widerlegte, die es ihm aber zu- gleich räthlich machte, Rom alsbald zu verlassen. Er vollendete nämlich aus Stein einen antiken Apollo in Zeit von nur drei Tagen. Dieser Apollo stand auf einem Postamente, welches von einem Gitter eingeschlossen und sorgfaltig ver« hüllt war. Das Postament zeigte in erhabener Arbeit eine Menge kleiner Figuren mit Eselsohren, welche auf ver« schiedenen Instrumenten spielten. I n dem Allen lag nichts Verfängliches, wenn man aber diese kleinen Figürchen mit ihren großen Eselsohren genau in's Auge faßte, so erkannte man darin lauter Porträte seiner Feinde, die ihn immer verspottet, und bekrittelt hatten. Der Streich war ihm vollends gelungen und halte die Lacher auf seine Seite gebracht, aber nun war auch die letzte Zeit, Rom zu verlassen, was Messerschmidt, ohne zu zögern, that. Einen ihm um diese Zeit von der französischen Akademie gestellten vortheilhaften Antrag zur Uebernahme eines Postens in Paris lehnte M. ab und begab sich nach Wien. Es scheint übri» gens, daß M. diesen Streich ausgeführt, nachdem er seine Berufung nach Wien bereits in der Tasche hatte, M. war nämlich als Lehrer an der kais. Akademie der bildenden Künste in Wien angestellt worden. Bald nach seiner Ankunft in Wien erhielt er den Auftrag, den Gemal der Kaiserin, Franz Stephan, im kaiserlichen Krönungsornate auszuführen. Diese sieben Schuh hohe Statue, ein Seitenstück zu der oberwähnten der Kaiserin. ist gleichfalls im Belvedere aufgestellt. I n diese erste Zeit seines Wiener Aufenthaltes fallen mehrere Werke, darunter sind besonders berner- kenswerth: „HieKüste Uaiser Illsepl/Zli.", welche im Naturalien»Cabinete aufgestellt ist; — „Nü Nii5te Oerharb's uan Smieten" aus' Bronze, im Universitäts'Gebäude im ehemaligen Hörsaale der Mediciner; — eine „Immaculata mit M i Gngeln", in der Capelle des savoyischen Damenstiftes in der Iohannesgaffe; — eine Gruppe von vier Figuren: ein Weib, Kinder waschend, eines derselben stürzt in's Waffer, wird aber von der Mutter an den Kleidern erfaßt und herausgezogen, dieses Werk,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Volume 17
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Maroevic-Meszlenn
Volume
17
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1867
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
506
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
Lexika Wurzbach-Lexikon
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