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leiden bereite, die aber durch die Gegen»
wart der Priester gelindert wurden; fer-
ner ihrer Mutter, scheußlicher Gestalten,
schwarzer Männer, die sie fortzuschleppen
drohten, einer schwarzen Katze u. dgl. m.
Im Februar 1832 verfiel sie in die erste
Extase, 12 Stunden lang, bis sie auf
den Ruf ihres Beichtvaters zu sich kam,
was spater immer geschehen mußte; 1833
und 1834 besuchte sie einige Mal die
Kirche, verfiel im Mai in Folge derarti.
ger Erscheinungen in die heftigsten Con-
vulfionen und bekam eine Lahmung an
der ganzen linken Seite, die vier Monate
anhielt. Um diese Zeit fangen auch die
Stecknadeln, Nägel, Roßhaare, Glasscher.
ben u.dgl.m. an, ihre Rolle zu spielen, sie
zeigten sich im Munde, am Kopfe, am
Fuße — der Beichtvater befreite sie
davon, und so erhielt sie auch nach Weg-
nehmung eines Nagels die frühere Gelen-
kigkeit in ihrer linken Seite wieder. Wie
diese Dinge in sie oder in die einzelnen
Theile ihres Bettes kamen, wußte Nie-
mand, gewiß ist es aber, daß sie sich trotz
alles Suchens nie, wenn sie allein, wohl
aber immer damals fanden, wenn ihr
Beichtvater im Znnmer war. Während
diesen Plagen communicirte sie und sagte
darauf ihrem Beichtvater: „Gott habe
befohlen, man solle das allgemeine Gebet
für sie beten lafsen, dann könne er (der
Geistliche) ih'r verbieten, Stecknadeln von
den abscheulichen Menschen anzunehmen,
und ihre Plagen würden aufhören".
Beides geschah. In ihren'Ertasen wolltc
sie mit Goti und tren Heiligen gesprochen
haben, die ihr sagten, sie habe durch Go
bet, Gehorsam, Selbstkreuzigung und
Fasten alle Macht des Bösen überwun'
den. I n einer Christnacht hatte sie die
lebendigste Anschauung der Geburt des
Heilands. Die Stellungen im Gebete
wechselten aufs Mannigfaltigste ab. Am Gründonnerstag Abends sah sie Christum
mit den Jüngern ganz lebendig im Gar-
ten am Oelberg, am Charfreitag zwischen
2 nnd 3 Uhr sing sie wie sterbend zu
röcheln an, kalter Schweiß lag auf der
Stirne und alle Lebenszeichen schienen ver«
schwunden; seit Juli 1833 sprach sie nur
noch mit ihrem Beichtvater und Orts«
seelsorger, Namens Eberle. Ihre Be>
lrachtungen waren die Leiden Christi und
der Heiligen, und jeden Gründonnerstag
erneuerte sich die Leidensgeschichte Christi
bis zur Auferstehung, wo sie den Hei»
land und die Apostel sah. Von Weih-
nacht bis Lichtmeß fth sie in der Abend-
mahlshostie Christum als Knaben, bis
zur Fasten als Jüngling, in der Fasten
am Kreuze, von Ostern bis Himmelfahrt
mit Wunden bezeichnet und verklärt. Oft
sah sie große Schaaren Engel vor dem
Allerheiligsten und es anbeten. Schon
im Herbste 1833 hatte ihr Beichtvater
zufällig bemerkt, daß die Orte in der
Mitte der Hände, wo die Male später
erschienen, sich zu vertiefen begannen, wie
wenn es der Abdruck eineS erhobenen
Körpers wäre; zugleich schmerzten jene
Stellen und es zeigten sich häufige
Krampfc um dieselben. Das brachte ihn
schon damals auf die Vermuthung, daß
es zur Stigmatisation kommen werde,
und es geschah, w^e er vermuthete. Zu
Lichtmeß, am 2. Februar 1834, fand er
sie mit einem Tuche, mit de»n sie von
Zeit die zum ersten Male frischblutenden
Wunden wischte. Er fragte sie, wieso sie
blute, und sie erwiederte: fie selbst wisse
es nicht, sie müsse sich wohl blutig geritzt
haben. Von nun an aber halten diese
Male bleibend an den Händen sich fest»
gesetzt, zeigten sich in kurzer Zeit auch an
den Füßen, und um die Zeichen voll zu
machen, gesellte sich noch die Seiten»
wunde hinzu. Nun drängte sich das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon