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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18
Seite - 426 -
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Seite - 426 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Metastasio-Molitor, Band 18

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Mörl 426 Mörl leiden bereite, die aber durch die Gegen» wart der Priester gelindert wurden; fer- ner ihrer Mutter, scheußlicher Gestalten, schwarzer Männer, die sie fortzuschleppen drohten, einer schwarzen Katze u. dgl. m. Im Februar 1832 verfiel sie in die erste Extase, 12 Stunden lang, bis sie auf den Ruf ihres Beichtvaters zu sich kam, was spater immer geschehen mußte; 1833 und 1834 besuchte sie einige Mal die Kirche, verfiel im Mai in Folge derarti. ger Erscheinungen in die heftigsten Con- vulfionen und bekam eine Lahmung an der ganzen linken Seite, die vier Monate anhielt. Um diese Zeit fangen auch die Stecknadeln, Nägel, Roßhaare, Glasscher. ben u.dgl.m. an, ihre Rolle zu spielen, sie zeigten sich im Munde, am Kopfe, am Fuße — der Beichtvater befreite sie davon, und so erhielt sie auch nach Weg- nehmung eines Nagels die frühere Gelen- kigkeit in ihrer linken Seite wieder. Wie diese Dinge in sie oder in die einzelnen Theile ihres Bettes kamen, wußte Nie- mand, gewiß ist es aber, daß sie sich trotz alles Suchens nie, wenn sie allein, wohl aber immer damals fanden, wenn ihr Beichtvater im Znnmer war. Während diesen Plagen communicirte sie und sagte darauf ihrem Beichtvater: „Gott habe befohlen, man solle das allgemeine Gebet für sie beten lafsen, dann könne er (der Geistliche) ih'r verbieten, Stecknadeln von den abscheulichen Menschen anzunehmen, und ihre Plagen würden aufhören". Beides geschah. In ihren'Ertasen wolltc sie mit Goti und tren Heiligen gesprochen haben, die ihr sagten, sie habe durch Go bet, Gehorsam, Selbstkreuzigung und Fasten alle Macht des Bösen überwun' den. I n einer Christnacht hatte sie die lebendigste Anschauung der Geburt des Heilands. Die Stellungen im Gebete wechselten aufs Mannigfaltigste ab. Am Gründonnerstag Abends sah sie Christum mit den Jüngern ganz lebendig im Gar- ten am Oelberg, am Charfreitag zwischen 2 nnd 3 Uhr sing sie wie sterbend zu röcheln an, kalter Schweiß lag auf der Stirne und alle Lebenszeichen schienen ver« schwunden; seit Juli 1833 sprach sie nur noch mit ihrem Beichtvater und Orts« seelsorger, Namens Eberle. Ihre Be> lrachtungen waren die Leiden Christi und der Heiligen, und jeden Gründonnerstag erneuerte sich die Leidensgeschichte Christi bis zur Auferstehung, wo sie den Hei» land und die Apostel sah. Von Weih- nacht bis Lichtmeß fth sie in der Abend- mahlshostie Christum als Knaben, bis zur Fasten als Jüngling, in der Fasten am Kreuze, von Ostern bis Himmelfahrt mit Wunden bezeichnet und verklärt. Oft sah sie große Schaaren Engel vor dem Allerheiligsten und es anbeten. Schon im Herbste 1833 hatte ihr Beichtvater zufällig bemerkt, daß die Orte in der Mitte der Hände, wo die Male später erschienen, sich zu vertiefen begannen, wie wenn es der Abdruck eineS erhobenen Körpers wäre; zugleich schmerzten jene Stellen und es zeigten sich häufige Krampfc um dieselben. Das brachte ihn schon damals auf die Vermuthung, daß es zur Stigmatisation kommen werde, und es geschah, w^e er vermuthete. Zu Lichtmeß, am 2. Februar 1834, fand er sie mit einem Tuche, mit de»n sie von Zeit die zum ersten Male frischblutenden Wunden wischte. Er fragte sie, wieso sie blute, und sie erwiederte: fie selbst wisse es nicht, sie müsse sich wohl blutig geritzt haben. Von nun an aber halten diese Male bleibend an den Händen sich fest» gesetzt, zeigten sich in kurzer Zeit auch an den Füßen, und um die Zeichen voll zu machen, gesellte sich noch die Seiten» wunde hinzu. Nun drängte sich das
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Metastasio-Molitor, Band 18
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Metastasio-Molitor
Band
18
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
522
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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