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Stiftskirche: „Maria Verkündigung" und
die Fresken in der Kirche zu Liboch. Im
Jahre 736 unternahm er eine Reise
nach Krakau, wo er auch Einiges gemalt
hat, aber schon nach kurzem Aufenthalte
starb. Die Angabe Nagler's, daß M.
in Wien im Jahre 1757 gestorben, be-
richtigt Rastawiecki nach den For-
schungen deS' rastlosen Alterthümlers A.
GrabowSki in Krakau, welcher die
Zeit seines Todes aus den Acten eines
zwischen Mol i tor 's Sohne und Be«
dienten stattgehabten Processes herausge-
funden hat. Nagler erzählt, daß Mo«
litor an seine Arbeiten mit großer
Sorgfalt gegangen sei, und nie an ein
Werk Hand angelegt habe, ohne vorher
die Natur oder GypSabgüffe zu Rathe zu
ziehen.
Pelzel (Franz Martin), Böhmische, mährische
und schlesische Gelehrte und Schriftsteller aus
dem Orden der Jesuiten (Prag 1786 . 5«.)
Bd. IV, S. 103 in der Biographie des Wen«
zeslaus Reiner. — Dlabacz (Gottfried
Ioh ). Allgemeines historisches Künstler-Leri«
kon für Böhmen . . . (Prag 1815, Gottlieb
Haase. 4".) Bd. I I , Sp. 327. — Nagler
(G. K. Dr.). Neues allgemeines Künftler<Lexi<
kon (München 1338, E. A. Fleischmann, 8<>.)
Bd. IX, S. 370. — Die Künstler aller
Zeiten und Völker. Begonnen von Prof. Fr.
Müller, fortgesetzt von I)r. Karl Klunzin»
g er (Stuttgart 1860. 8".) Bd. I I I , S. 1l3.
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d. i. Lexikon der polnischen Vialer, wie auch der
fremden, die sich in Polen bleibend nieder»
gelassen, oder aber nur einige Zeit aufgehalten
haben (Warschau 18«l), Orgelbrand, Ler. 8".)
Bd. I I , S. 84; Bd. I I I , S. 338. — Noch
gibt es mehrere Maler des Namens Moli»
tor, die in Krakau gelebt haben, und zwar:
1. Ein Franz Ignaz M., der im 18. Jahr«
Hunderte lebte und Hofmaler des Bischofs
von Krakau war; im Jahre 1739 wurde er
in die Zunft der Maler Krakau's aufgenom«
men und durfte jetzt erst die ihm aufgetrage«
nen Arbeiten ausführen. Man kennt von
ihm in dem in der Nähe Krakau's gelesse« nen Cisterzienserkloster Mogila mehrere Sei»
tenaltarbilder. und zwar: „Der h. Joseph",
— „Der h. Bernhard", — „Der h. Florian"
— und „Der h. Benedict", Arbeiten, die ein
nicht gewöhnliches Talent verrathen. Der
Künstler nennt sich auf den Bildern, auf denen
die Jahre 1761 und 1762 beigesetzt sind. Er
starb im April 1794. — 2. Ein zweiter Mo<
li tor. Peter Franz, aus Böhmen gebür-
tig, lebte gleichfalls im 1s. Jahrhunderte
und arbeitete um die Mitte desselben in Kra-
kau. Er malte Fresken und Oelbildnisse mit
großem Geschicke. Lange Zeit arbeitete er im
Hause des Markgrafen Myskowski 'Wie-
lopolski. Von Werken seines Pinsels sind
bekannt die Fresken des Plafonds der Barbara»
kirche in Krakau, „Die apostolischen Thaten
des Ordens der Gesellschaft Jesu" vorstellend.
M. hat dieselben im 1.1763 vollendet. Sein
und seiner Gemalin Bildniß war vor noch
nicht langer Zeit im Besitze des Sammlers
und Kunstfreundes M. Skotnicki in Kra-
kau. Wie Rastawiecki berichtet, hinterließ
er zwei Söhne, die gleichfalls Maler waren,
über welche, wie über ihre Arbeiten, Näheres
nicht bekannt ist. Was diesen Peter Franz
Mo l i tor betrifft, der als aus Böhmen ge»
bürtig bezeichnet wird, so könnte er mit dem
von Dlabacz erwähnten Mol i tor dem
Jüngeren eine und dieselbe Person sein, der
für die Reichenberger Kreuzkirche einen
„H. Laurenz" und einen „H. Severus", Bi»
schof und Schutzpatron der Tuchmachergilde,
gemalt hat. ^a5ia?5i6e?ki, am bez. Orte,
Bd. I I , S. 54; Bd. I I I , S. 338 u. 339. —
Dlabacz, am bez. Orte. Bd. I I , Sp. 328.)
— 3. Ein Johann Mo l i tor, auch aus
Böhmen gebürtig und Maler, wurde bei dem
Grodzker Thore, bei Gelegenheit eines Aus-
falleS, den die Russen am 4. August 1768
machten, tödtlich getroffen, so daß er am
8. d. M. bereite starb. — 4. Und Johann
Peter Mo l i to r — nicht mit dem obigen
Johann Peter M.. der schon im Jahre
1756 gestorben, zu verwechseln — gleichfalls
Maler, wurde am 24. April 1775 unter die
Krakauer Maler aufgenommen und starb in
Krakau am 24. December 1798. ^Ueber diese
beiden letzten, Johann und Johann Pe<
t e r, und über Franz Ignaz Mo l i tor
vergleiche: O^slo^o^ö
krakonskis. lob, 621226,
2>vodo6?, 2^v l^l23Hs i t. z»., d. i. Die Kra»
kauer Zünfte, ihre Geschichte. Ordnungen,
Freiheitsbriefe, Gewohnheiten u. s. w. (Kra«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Metastasio-Molitor, Volume 18
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Metastasio-Molitor
- Volume
- 18
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1868
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 522
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon