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Pagliarucci Pahl
studiren, jene Städte, in deren Gallerten
sich seine Bilder befanden. Diese copirte
sie alsdann mit großer Treue, immer
tiefer in den Geist deS großen Meisters
eindringend. Als das Altarbild der Kla-
Zensurier Gymnasialcapelle schon so
schadhaft geworden, daß es durch ein
neues ersetzt werden mußte, bot sich die
Künstlerin selbst an. zu diesem Zwecke
eines zu malen. Ihre Wahl bewies
künstlerischen Geschmack, die Ausführung
ein seltenes Kunfttalent. Die Dame be>
gab sick. um ihr Versprechen zu erfüllen,
im Jahre 4838 eigens nach Dresden
und copirte dort die berühmte Madonna
Mur i l lo 's , dieses Juwel der Dresde-
ner Bildergallerie. I n einer der letzten
Wochen des Jahres 1838 erfolgte die
feierliche Aufstellung und Enthüllung
dieser werthvollen Kunstgabe. Wie be>
merkt, hat die Künstlerin noch mehrere
andere Werke M u r i l l o's, darunter den
in der Münchener Gallerie, befindlichen
„Vettrljnngen". in gelungener Weise co«
pirt. I n ihrem Atelier befinden sich
übrigens auch Originalarbeiten, Stu«
dienköpfe, Bildnisse u. dgl. m.
Car inth ia (Klagenfurter Wochenblatt, 4<>.)
48. Iahrg, si8.18). Nr. 4!>. S. 195. — Die
Pa glia ru cci's — zwei Familien Pa<
gliarucci Ritter von Kieselstein und
Pagl iarucci von Edelbain — stammen
beide aus dem Görzischen. Die Paalia«
rucci Ritter von Kieselstein sind im
Jahre 5809 in den erbländiscken Ri t ten
stand erhoben worden, und zwar war der
erste Erwerber des Adels der Arzt und Be-
sitzer der Herrschaft Kieselstein in Kram, N>a-
talis Pagl iarucci . der sich sowohl in
seiner Eigenschaft als Arzt wie als Staats«
dürger durch patriotisches Verhalten zur Zeit
der französischen Einfälle in den Jahren l?9?
und l8(»>>. ferner durch seine industrielle Unter«
nehmung einer Siedbodeii'Manufactur. durch
welche hundert und mehr Familien der Ge.
gend um Krainbura Beschäftigung und Unter«
halt gewannen, und bedeutende Summen aus
der Fremd? in's Land gezogen wurden, solche Verdienste erworben hat, daß er in Anecken
nung derselben mit dem erbländischen Ritter»
stände ausgezeichnet wurde. ^Ritterstand s-
Dip lom vom 28. März l809.) — Die P a.
gl iarucci von Edel ha in erlangten aber
ihren Adel durch Joseph Anton Pagl ia.
rucci , Mauthoberamts'Controlor, dcr in
Anerkennung seines patriotischen Verhaltens
in den Invasionsjahren 4797 und 1799 mit
Verleihung des Prädicates von Cdelbain in
den crbländischen Adelstand erhoben wurde.
^Adelstands-Diplom vom 3. März 1819.)
— Wappen. Das Ni tterst ands« Wappen
der Paal ia rucci Ritter von Kieselstein
ist in Blau ein gesenktes goldenes Schildes«
Haupt. Im Schildesfuße drei grüne Hügel,
auf deren mittlerem erhöhten eine natürliche
Taube mit grünem Zweige im Schnabel.
Auf dem Schilde ruhen zwei zueinander gekehrte
gekrönte Tlirnierhelme. Aus der Krone des
rechten Helms wächst ein einwärts gekehrter
schwarzer Adler mit rothausgeschlagenrr Zunge;
aus der Krone des linken wallen drei Strau»
ßenfedern, eine goldene zwischen blauen,
empor. Die Helm decken sind blau, mit
Gold belegt. — Das Ad elstand s. Wapprn
der Paal ia rucci von Edelh ain zeigt in
Blau einen aufrechtstehenden silbernen Zwil<
lingssparen, der in den oberen SchildeSwin»
keln uon zwei goldenen Sternen begleitet ist.
Im Schildeöfuße steht auf dem mittleren von
drei grünen Hügeln eine weiße Taube, Auf
dem Schilde ruht ein rechtsg^wandter gekrön«
ter Turnierhelm, aus dessen Krone fünf
Straußenfedern, drei blaue untertheilt von
zwei silbernen sich erheben. Die Helm»
docken sind zu beiden Seiten blau, rechts
mit Gold. links mit Silber unterlegt.
Pahl, Christian (Maler). Zeitge-
noß. Unter obigem Namen trat zu Gnde
der Dreißiger- und zu Anfang der Vier«
ziger.Iahre ein Wiener Künstler auf,
dessen wahrer Nam,^ Plattensteiner
ist. Er malte Ansichten, mehrtheils jedoch
Marinen, und stellte im Jahre 1839 zum
ersten Male aus: „Gine Ansicht der Ahede
bei Fiumr", bei Morgenbeleuchtung', —
„Ansicht drr Ztlldt Finim", bei Nachmittag»
beleuchtung. und einen „Sce5turm"; im
folgenden Jahre brachte er außer zwöi
„Marinen" einen „Prn5pert drr Stadt Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon