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(Wien. kl. Fol.) t867. Nr. 14 Daselbst heißt
es, daß Päkh 52 Jahre alt geworden, das
ist unrichtig, er hat nur das 44. Jahr erreicht).
— Noch ist eines Architekten Johann Wapt.
Pack — der auch Packh geschrieben erscheint
— zu gedenken; derselbe ist bemerkenswerth
ebenso in seiner Eigenschaft als Architekt, als
wie durch sein grauenhaftes Zebensende. P.
stammte aus Oedenburg in Ungarn und hatte
seine Studien an der Akademie der bildenden
Künste in Wien gemacht. Dann kehrte er in
sein Vaterland Ungarn zurück und bearündete
1828 bereits seinen Ruf. Nach dem Tode
seines Oheims mütterlicherseits übernahm er
nach dessen Planen die Bauleitung des Domes
in Gran. und bewies dabei große Gewandt,
heit und Einsicht. Die Anlegung der Gruft,
wozu er die Kirchenfundamente benutzte, ist
ganz sein Werk und wurde dieselbe im Kunst«
blatte des Jahres 1828 als ein höchst beach»
tenswerthes. künstlerischerseits vortreffliches
Werk bezeichnet. Ob er noch andere Bauten
ausgeführt, ist nicht bekannt, und bei der
Großartigkeit der Dombauten, die ganz seine
Thätigkeit in Anspruch nebmen mochten, kaum
anzunehmen. Er bekleidete die Stelle eines
Primatial-Architekten und war Prädialist des
Crzabtcs der Benedictinerabtei auf dem Mar<
tinsberge. Am 9. Octobec 1839 fand man ihn
in seinem Zimmer, worin er allein schlief,
früh Morgens ganz angezogen, da er eben
verreisen wollte, entseelt auf dem Boden im
Blute liegen. Er hatte Löcher im Kopfe, die
ihm mit einem Beile beigebracht worden
waren, ein Finger war abgebrochen, die Klei»
dungsstücke hin und wieder zerrissen und man
fand bei ihm einen Aermel. welchen er dem
Raubmörder, gegen den er sich lange gewehrt
zu haben schien, abgerissen hatte. Aus seinem
Schreibtische waren Geld. Uhren. Ringe und
eine Dose entwendet. Seine Schriften waren
zum Theile auf dem Boden zerstreut. In den
Seitentaschen des Rockes, welchen er bereits
anhatte, fand man noch eine beträchtliche
Summe Geldes, welches er auf die Neise
mitnehmen wollte. Der Mörder ist nicht ent»
deckt worden. ^Nagler (G. K. Dr.). Neues
allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839,
C.A. Fleischmann. 8°.) Bd. X, S. 433. -
(Hormayr's) Archiv für Geschichte, Sta.
tistik, Literatur und Kunst (Wien. 4°.) Jahr«
gang 1827, S. 407, im Texte des Aufsatzes:
„Der Graner Dom". Auch wird er in diesem
Aufsatze zuerst F. B. Packh. dann I . B.
Packt) geschrieben. Nagler schreibt ihn ein« fach Pack. — Kunst.Blatt (Stuttgart.
Cotta. 4°.) Jahrg. 1828, S. 98 u. f.)
Franz (Beschicht sfor-
scher. geb. zu Hotzendorf sNoäsIg.-
-nio^, einer zur Herrschaft Neutitschein
in Mähren gehörigen Ortschaft. 14. Juni
4798). Sein Vater war ein armer cal»
vinischer Schulmeister zu Hotzendorf. Der
Sohn erhielt seine wissenschaftliche Aus«
bildung in Preßburg, später in Wien,
und beschäftigte sich anfänglich vornehm«
tick mit Sprach, und ästhetischen Stu»
dien, wofür auch seine ersten schriftstelle,
rischen Versuche, unter anderen die An»
fangsgründe der öechischen Dichtkunst,
eine öechische Uebersetzung einiger Ge«
dichte Ossian's und eine im „Trok«
abgedruckte Uebersicht der Geschichte der
Aesthetik und ihrer Literatur, Belege
sind. Nach beendeten juridischen Studien
war er einige Zeit als Hofmeister bei
einer hochadeligen Familie in Ungarn
bedienstet. Im Jahre 1823 übersiedelte
er nach Prag. wo ihm die um die
Förderung der Kunst und Literatur in
Böhmen hochverdienten Kaspar und
Franz Grafen Sternberg bald ihre
Gunst zuwendeten und den unterrichteten
strebsamen jungen Mann auf die rechte
Fährte, nämlich auf die Geschichte, wie«
sen. Unter ihrer Aegide warf sich P. mit
Fleiß und Eifer auf das seitDobner,
Pubitfchka und Pelzel ziemlich brach
gebliebene Feld der böhmischen Geschicht»
schreibung, wobei ihm die großen Bücher«
und Urkundenschaße in den Bibliotheken
und Archiven Prags, des böhmischen
Adels, insbesondere das ungemein wich«
tige Ro senberg'sche und Schwarzen«
berg'sche zu Wittingau im Budweifer
Kreise Böhmens und dann jene in Wien
reiche Ausbeute lieferten. Im Jahre
1827 übernahm er nun auch die Re<
daction der von dem böhmischen Museum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon