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und dessen erster Gemalin Theresia Gräsin
Czodor. Der Graf diente in der kaiserlichen
Armee und war zuletzt Oberstlieutenant und
Commandant oon seines Vaters Kürassier-
Regiment. Auch er fand den Heldentod in
der Scklacht bei Belgrad am 16. August
1?17, Von seiner Grmalin Anna Elconora
Gräsin Eülerhl>zn. die ihn um 32 Jahre
überlebte, hatte er nur zwei Töchter, denn
ältere. Mar ia Anna. am !. Mai 1739,
an den sardinischcn Staatsminister und Ge-
sandten zu Nien, Ludwig Grafen Mala«
baila ron Canale, uerheirathet wurde.—
14. Johann, auch Johann Kar l Graf P.
(ülb. 7.'Iulii l797), vom jüngeren Zweige des
jüngereii Astes der Nicolai'schen Haupt,
linie. Ein Sohn des Grafen Rudolph, der
cb'.n diesen jüngeren Zweig gestiftet, und der
Gräfin Mar ia Kolowrat 'Krak ow s ky.
Der Graf Johann diente in der kaiserlichen
Armee, war Oberst im Huszaren<Negimente
König von Sardinien Nr, 3 und zur Zeit
der 48ger Revolution schon Feldm arschall <
Lieutenant. Er bekleidete in der ungarischen
Revolutionsperiode die Stelle des zweiten
Vice-Präsidcnten im Hause der Gemeinen,
war Mitglied dcs K o ssut h'schen Landes-
vertheidigungs Ausschusses, unterschrieb als
Nicc>Kainmerprasiden^ die Mittheilung des
ungarischen Reichetages vom 10. October an
den Wiener Reichstag, zugleich die Dank«
adresse an Motiz Perczcl und sein Armee»
corps sür den Sieg bei Ozora. endlich den
Beschluß, die Verwendung der ungarischen
Armee gegen Je. lach ich betreffend. Der Graf
Johann, zur Zeit k. k. Feldmcirschall Lieu-
tenant in Pension, ist (seit 4. September
183U) mit Amalia Gräfin Erd'ödu, ucrinält,
aus welcher Ehe oier Söhne, die Grafin
Geyfa. Emi l , Andreas und Gyula,
stammen. Alle vier dienen in der kaiserlichen
Arniee; rer älteste von ibnen ist (seit 17. Iän«
ner 1859) mit Gisela Gräfin Erdödy
vernialt, und der drittgeborne Graf Andreas
ist Rittmeister im 4. HuszareN'Re'NÜ'.ente und
zur Dienstleistung bei Sr. kais. Hoheit dem
Kronprinzen Erzherzog Rudolph zugetheilt.
I^Leuitschnigg (Heinrich Ritter v,), Kossuth
und seine Bani'.crschaft. Silhouetten aus dem
Nachmärz in Ungarn (Pesth 1830, Heckenast.
8«.) Bd. I I , 2. !67.) — ,3. Johann
Leopold (geb. l8. August 1?28. gest. zu
Vreßburg 23. Februar 1791), von der junge«
ren ( Iohanni sche n) Hauptlinie, orr ein-
zige Sohn Nikolaus' (VII.) M . 30) und der Gräfin Iosepha von Schlik.
Betrat gleich seinem Vater die militärische
Laufbahn und war zuletzt Capitän-Lieutenant
der ungarischen adeligen Leibgarde,- General«
Fcldzeugmeister und Inhaber des Infanterie«
Regiments Nr. 33, heute Erzherzog Leopold
Ludwig. Sein Sohn Franz Alois Mein<
rad pflanzte den Stanun fort. Gegenwärtig
rühr die jüngere ( I o h an n isch e) Haupilinie.
nulmchr auf zwei Augen, denn es ist nur
ein männlicher Sproß. Graf Johann <'a,cö.
12. August 1829), Sohn des Grafen Franz
Alois Memrao, vorhanden. — 16, Joseph
Graf P. (geb, 15. November 1810), voin
jüngeren Zweige des jüngeren Astes der
älteren (N iko la i 'schen) Hauptlinie. Cin
Sohn des Grafen Franz und der Gräfin
Iosepha Erdödy, und ein Neffe des
Grafen Johann, auch Johann Kar l
l^ Nr. 14). Graf Joseph spielte eine nicht
unbedeutende Nolle im ungarischen Conuente
des Jahres 1848. Er trat ganz enschieden
auf, sprach, wie Levitschnigg ihn sil«
houett i r t , „nie durch die Blume, seine
Sarkasmm waren nie parfumirt, seine Worte
duellirtcn sich nie iin Frack, nein, am liebsten
im bloßen Hemde". Am 7. August grriethen
der Graf und Kossuth aneinander, als es
sich um die Errichtung eines Telegraphen
zwischen beiden Häusern handelte, welche
Välf fy verfocht. — Auch war er es. der
den Antrag stellte, „Teutschland die unga-
rischen Sympathien deßhalb auszudrücken,
weil dadurch die Interessen der Nation, wie
der Dynastie befördert würden". Als eine
eigene Commission diesen Antrag modificirte,
uerlangle Uäl f fy den Zusatz: „oenn wir
glauben, daß in dieser Hinsicht unsere Politik
mit jener der Dynastie, deren ausgezei ch»
netcs Mitgl ied (Erzherzog Iohann) an
der Spitze des deutschen Bundes
steht, eine und dieselbe sei". Daß er den
Mitgliedern des Parlaments ganz kuriose
Dinge sagte, dafür ein Beispiel. Als Graf
Julian Andrässy bei Zunahme der raitzi»
schen Wirren die Statuten des Oberhauses
dahin abgeändert wissen wcllle, daß zur
Giltigkeit eines Beschlusseö nicht 60, sondern
bloß 20 bis o0 Mitglieder zugegen sein müß»
ten, fiel Pälf fy beißend ein: „Die paar
Mitglieder des Hauses werden die National'
garde nicht aufhalten, vor dem Feinde Reiß-
aus zu nehmen, wie dieß neulich die Pesther
Freiwilligen thaten. Auch glaube ich nicht,
daß die zehn bis zwanzig sonst sehr ehren»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon