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Palombini
ren.Regiment, welches sich in der Folge
unter dem Namen Napoleon-Dragoner
so berühmt gemacht hat. Darauf begab
er sich mit der italienischen Division nach
Frankreich, wo diese Truppe längere Zeit
unbeschäftigt blieb, bis sie im Kriege
gegen Preußen und Schweden im Jahre
1807 wieder in Action kam, wo sich auch
P. im Lager zu Selnow und dann bei
der Belagerung Stralsunds hervorthat.
Alsdann der Krieg in Spanien ausbrach,
kam auch P. dahin, wo er drei Schwa-
dronen Dragoner befehligte. I n Spanien
zeicbnete sich P. auf den Schlachtfeldern
Cataloniens in den Jahren 1809 bis
1811, wo er unter Pino's, dann unter
Sev ero li's Oberbefehl stand, bei vielen
Gelegenheiten durch seine Umsicht und
Führung der ihm anvertrauten Truppen,
wie durch Bravour in den blutigen Käm»
pfen, welche statthatten, aus. Besonders
gerühmt wurden seine kriegerischen Ver<
dienste, welche er sich bei der Belagerung
von Gerona (Juni bis 7. December 1809)
und von Hostalrich (1810) erworben, in
Folge deren er auch zum DivisionSgene«
ral befördert wurde. Neue Lorbeern
pflückte er im weiteren Verlaufe dieses
entsetzlichen Krieges, in welchem von Seite
aller kampfenden Theile Heldenthaten.
welche an die Heroen des Alterthums
erinnern, vollbracht wurden. P. focht
nun unter dem Obercommanoo des Ge<
nerals Suchet, erwarb sich neuen
Ruhm bei der in der Kriegsgeschichte mit
so blutigen Lettern verzeichneten Schlacht
von Sagunt, dann bei der Belagerung
von Valenzia und zuletzt, als er zum
Schutze des Königs Joseph nach Ma-
drid eilte. Die letzte Waffenthat Palom-
bini 's in Spanien war die Einnahme
Castro's, 11. Mai 1813. worauf er von
dem Vicekönige nach Italien zurückberufen
wurde, wo mittlerweile die Dinge eine Palombini
sehr mißliche Wendung genommen hat«
ten. P. commaudirte eine Division, welche
zwischen Padua und Mestre aufgestellt
war, seine Aufgabe war. das Vorrücken
Nugent's aufzuhalten. Aber Kärnthen,
Kram, Croatien und Istrien hatten sich
gegen die französischen Bedränger erho«
ben. Palombini 's Truppe war über»
dieß sehr klein, unter solchen Umstanden
gab es weiter keine Lorbeern zu pflücken,
er zog sich zurück und schloß sich in der
Festung Peschiera ein, welche er am
8. Februar 1814 wieder verließ, um an
der Schlacht am Mincio theilzunehmm;
diese entschied Italiens Loos. Peschiera
fiel in die Hände der Oesterreicher und
der Kampf war zu Ende. Unter den
"Generalen, welche nach Beendigung die«
ses Krieges Aufnahme in die österreichische
Armee, die ihnen freigestellt wurde, fan«
den, war auch Palombini , der in der
Stellung eines Feldmarschall'Lieutenants
übernommen wurde. Er wurde zunächst,
1813, zur Armee, die am Rhein stand,
berufen. Nach Beendigung de6 Krieges
wurde er Divisionär in Prag, im Jahre
7 Inhaber des Infanterie.RegunentS
Nr. 36, heute Graf Degenfeld. Gegen
Ende der Dreißiger-Iahre trat er seiner
durch die Strapazen vieljähriger Kriege
geschwächten Gesundheit wegen in den
Ruhestand. Er lebte in den letzten Iah.
ren meistens auf den Gütern seiner Frau,
einer Tochter des Generals Dombrow>
ski, in Sachsen, wo er als Greis im
Alter von 76 Jahren starb. Von seinen
Söhnen dienten zwei in der kaiserlichen
Armee als Hauptleute. Sein Geist blieb
bis zum letzten Augenblicke frisch, wie es
ein Brief beweist, den er zehn Tage vor
einem Hinscheiden an seinen Freund, den
Feldmarschall-Lieutenant Vacano, rich<
tete und der diesen im „Soldatenfreund"
1830, S. 324, mittheilte. Vacano
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon