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Jahre war er in der Wagnerischen „Zeit»
schrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit",
später in Wessely's „Themis" und inWild-
ner's „Jurist", und zuletzt in den Jahren
1830 und 1832 in Haimerl 's „Magazin
für Rechts» und Staatswijscnschaften" im
Gebiete der StrafrechtSpflege schriftstellerisch
thätig. Seine zahlreichen, mitunter umfassen»
den Aufsätze u. a. über Theilnahme an Ver«
untreuung, über strafbare Mitschuld am
Selbstmorde, über die Lehre vom Nückfalle
in den Diebstahl, über Kindesmord, Thei!«
nähme an der Verfälschung öffentlicher Cre-
ditspüpiere. über Nothzucht und Schändung
einer unmündigen Person und sonst über ein»
zelne strafrechtliche Bestimmungen und Crimi»
nalfälle, sind in Stubenrauch'S „NidUo-
tksca ^riäica«, S. 234. Nr. 2920-2947,
aufgeführt In Haimerl 's „Magazin" hat
er „Bemerkungen über die neue Ausgabe des
österreichischen Strafgesetzes" (Bd. VI , S. 209,
317; Bd. VII , S. 233. u. Vd.VIH, S. lO4).
sowie „Bemerkungen über die neue proviso»
rische Strafproceß'Ordnung vom 17. Jänner
4830" (Bd. I , S. 3l3) veröffentlicht. —
3. Adele Passy.Cornet, Zeitgenossin, in
Wien ansässig und daselbst als ausgezeichnete
Gesangslehrerin sehr gesucht. Sie sang län-
gere Zeit in Concerten, wo fie mit ihrer gut
geschulten Stimme in Tonstücken schwierigerer
Fassung durchzudringen und mit ihrer Me«
thode sich Geltung zu verschaffen wußte. Ob
auf Andringen ihrer Freunde, oder au5 eige«
nem Dränge, dieß ist nicht bekannt, verließ
sie den Concertsaal, den doch nur die Ein>
geweihten und Priester der Kunst besuchen,
um auf der dem großen Publicum zugäng«
lichen Bühne ihre Kunstfertigkeit zu entfalten.
Sie trat einige Male in Braunschweig, dann
in Brünn und zuletzt, 1865, im Hof-Opern«
theater, zuerst in Mozart 's „Zauberflöte",
auf. in welcher sie den Part der Königin der
Nacht und genau so sang, wie ihn Mozart
geschrieben. Nach einiger Zeit jedoch gab sie
das Singen auf der Bühne auf, und widmet
sich seither ganz dem Unterrichte und der Aus»
bildung junger weiblicher Gesangstalente,
deren mehrere schon aus ihrer tresslichen
Schule hervorgegangen sind.
Pasta, Judith (k. k. Kammersän,
gerin, geb. zu Saronna bei Como
9. April 1798, gest. in ihrer Villa am
Comersee 4. April 1863). Die bei Ge- legenheit ihres Todes veröffentlichten
und in vielen Blättern des In» und Aus»
landes nachgedruckten biographischen
Nachrichten enthielten vielfach Irrthümer,
welche in folgenden Angaben berichtigt
werden. Sie war nicht, wie es überall
heißt, in Como geboren und stammte
nicht von jüdischen Eltern, sondern ihr
Geburtsort heißt Saronna und sie ge»
hört ihrer Geburt nach der wohlhaben-
den und gebildeten, in Saronna ansäßi»
gen Familie Negri an. Ein Onkel
mütterlicher Seits gab ihr den ersten
Unterricht in der Musik, für welche sie
großes Talent zeigte. Spater, 1803 bis
1811, war ihr Lehrer der im Jahre 1829
verstorbene Capellmeister der Domkirche
zu Como, Bartolomeo Scotr i und
zuletzt Gaetano Scappa . der im Jahre
1864 in England als Director der Hof.
concerte gestorben ist. Neben der musika»
tischen Ausbildung wurde auch der Unter»
richt in anderen Fächern nicht vernach-
lassigt; ihre Vorliebe für dramatische
Dichter, unter denen sie Metastasio
und Al f ier i besonders verehrte, und
der häusige Besuch des Mailänder Thea-
ters weckten und entwickelten ihre Neigung
für die Bühne. I n den Jahren 1843 und
1816 trat sie nun auf dem i'OHtro LIo-
ärammatioo, das kein öffentliches, son<
dern ein großes Privattheater in Mailand
war und zu dessen Darstellungen die Nil«
leten unentgeltlich vertheilt wurden, in der
Hauptrolle der „I^o Nieonoro« auf, zu
welcher Oper den Text ein Freund ihres
Hauses, Antonio Zanat ta , gedichtet
und die Musik dazu ihr Lehrer Scappa
gesetzt hatte. Sie sang damals auch in
einer Reihe von Vorstellungen, welche
die Dilettanten zu Ehren des in Mai-
land anwesenden Kaisers Franz gaben.
Ihr Ruf verbreitete sich bald und sie
echielt unmittelbar darauf Anträge nach
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon