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maligen Rüstungen für den Feldzug des
Jahres 4813 sofort cmsgehoben und in
daä Regiment Gyulciy eingetheilt wurde.
Da- er im Schreiben und Lesen geschickt
und in der deutschen und öechischen
Sprache gut bewandert war. wurde er
schon in kurzer Zeit Unterofficier und
bald darauf Feldwebel. Nach beendigtem
Kriege arbeitete P. einige Zeit bei dem
von Hromadko in Wien begründeten
öechischen Journal, gab aber diese Stelle
bald wegen nicht hinreichender Bezahlung
auf und wurde nun Lehrer an der militä»
rischen Erziehungsanstalt in der Festung
Iosephstadt. Dort beschäftigte er sich ne-
benbei viel mit schriftstellerischen Arbeiten
und mit dem Studium der Physik und
lateinischen Sprache. Im Jahre 1823
gab er diesen Posten auf, übersiedelte
nach Iaromer, wo er sich mit Anna
Zei lenthal verhrirathete, von dort
ging er wieder nach Kuttenberg, überall
um eine Lehrerstelle sich bewerbend. Als
alle seine Bemühungen fehlschlugen, warf
er sich auf die Mnemonik und gab in
Prag und an anderen Orten Proben
seiner Gedä.chtnißkunst, beschäftigte sich
daneben viel mil physikalischen Unter«
suchungen und ersann mancherlei mecha-
nische Apparate; versuchte es dann wie-
der mit der Musik und selbst mit der
Pyrotechnik. Alles nur, um seinen Lebens»
unterhalt zu sinden. aber da ihm alle
Geldmittel fehlten, auch ohne einen nur
einigermaßen lohnenden Erfolg. So in
allen seinen Erwartungen getäuscht, ge«
brochen an Leib und Seele, von seinen
ihm zunächst stehenden
Angehörigen theils
verlassen, theils hintergangen, beschloß er
sein bedrängnißreiches Leben zu Iaromer
im Alter von 31 Jahren, eine Witwe
mit vier unversorgten Kindern zurück«
lassend. P. nimmt, wie sein Biograph
es ausdrücklich versichert, keine mittel« mäßige Stelle in der neueren öechi»
schen Literatur ein. Durch fast zwanzig
Iabre hat er an allen in Prag, König,
gratz und Wien erscheinenden öechischen
Zeitschriften mitgearbeitet; schon im Jahre
1812 schrieb er oechische Gedichte und
seine im Jahre 1813 von Kramer ius
in Prag herausgegebenen Kriegülieder
s^iLlis vo^enLke) wurden bereits im
Jahre 1813 bei Leipzig und in Paris
von den böhmischen Regimentern gesun«
gen. Von 1813 bis 1816 schrieb er für
die literarische Beilage der Hromadko»
schen Zeitung verschiedene, theils humo«
ristische, theils belehrende Aufsätze. Nach«
dem diese literarische Beilage aufgehört
hatte, arbeitete er für Hybl 's „UMoL«
(1820) und für den „ösokoLlav«, 1820
bis 1824. Erzählungen. Fabeln, humo-
ristische und andere Gedichte u. dgl. m.
Zu gleicher Zeit unterstützte er sehr
eifrig den Geistlichen Joseph Liboslav
Ziegler bei seinen verschiedenen lite«
rarischen Arbeiten; schrieb für den
" Erzählungen (Vaelav g.
satyrische Aufsätze (klioua-
nios). Dramen sKasa a Nvo^'), Biogra«
phien österreichischer Feldherren; für die
Zeitschrift „Niloxor" eine Biographie
Wallenstein'S und eine Abhandlung
über Wal len st ein's Feinde, zu welchen
Arbeiten ihn zumeist Z i egler. ein stand»
hafter Bewunderer Wallenstein's. an-
regte und darin auch mit den nöthigen
Materialien unterstützte, überdieß andere
Erzählungen, Fabeln. Aphorismen,
Schul« und Handwerkslieder; für den
„I?rit6i m1aä526") d. i. Jugendfreund,
Fabeln und eine Biographie Pesta-
lozzi 's; für die Zeitschrift ^NUk«
(1823), eine Biographie Zriny's; für
Tomfa's „I>0ntnik Zlovanski" humo-
ristische und biographische Artikel. I n
der Folge, als ihn häusliche Sorge und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon