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arbeiten begann, bis er, als seine Partei
falsche Pfade einschlug, sich zurückzog, um,
leider in der Vollkraft des Mannesalters
vom Tode hingerafft, auch nicht mehr
die Wiedergeburt seines Vaterlandes zu
erleben.
Esengery (Anton), Ungarns Redner und
Staatsmänner (Leipzig und Wien 1832, Fr.
Manz. 8°.) Bd. I I , 2. 366—394: „Die bei.
den Dyonis Päzmändy", von L. Toth. —
Neue Croquis aus Ungarn (Leipzig 1844,
I . B. Hirschfeld, kl. 8") Bd. I I , S. 176. —
t6r, d. i. Ungarischer protestantischer Bilder«
Kalender (Pesth 1859. 5°.) Jahrg. 1839, S. 27.
02imHlsk^e1 62 nsN^eki-snäi täb^äkkal, d. i.
Die Familien Ungarns mit Wappen und
Stammtafeln (Pesth 1860. Moriz Räth, 8°.)
Bd. IX, S. 170. — Porträte. 1) Unterschrift
Facsimile des Namens: 5«^mcinc5l/ Fl'6«6H
äort?srä. gc), 1827; — 2) Holzschnitt in
Dr. Mor. Bal lagi 's „?rot05täu2 ^xss.
22xiär« 1859, x. 27.
Pazm2.ndy, Dionys fter Sohn^I
^ungarischer D e p u t i r t e r , geb. zu
Kömlöd in Ungarn 7. April 1816,
gest. 24. Jänner 1836). Der einzige
Sohn des berühmten Zandtags-Deputir»
ten Dionys P. ^s. d. Vorigen) aus
dessen Ehe mit Jud i th von Psly-
Nagy. Erhielt im Elternhause und in
Schulen eine sorgfältige Erziehung,
welche auf Reisen vollendet wurde.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat
t«at er unter Anleitung seines berühm-
ten und als Oppositionsmann ebenso
geachteten als gefurchteren Vaters in's
öffentliche Leben, das sich damals bereits
in anderen Geleisen bewegte, als zu
jener Zeit. da der Vater als Volks»
reprasentant debutirte. Die französische
Revolution vom Jahre 1830 war auf
Ungarn, das. wie bekannt, vor dem
48ger Jahre eine von den übrigen Pro»
vinzen der Monarchie beneidete Aus« nahmsstellung einnahm, nicht ohne Ein^
fluß geblieben. Die ungarische politische
Welt hatte durch die lebhaften journali«
stischen Bewegungen der Parteien, durch
Kossuth's großartige Agitation, durch
die Centralisationsdoctrill eine ganz an»
dereGestalt bekommen. DieDebatten, wie
ein Publicist jener Zeit schildert, drehten
sich nicht mehr'um allgemeine Fragen,
um große Phrasen, um das mit Floskeln
behängte Lob der Freiheit, Oeffentlichkeit
der Geschwornengerichte, um Klagen
gegen die Censur u. s. w., sondern um
Detaillirung und Formulirung ancrkann»
ter Wahrheiten; nicht so sehr um das
,Was" als um das „Wie". Daß die
königlichen Freistadte des Votums be«
durften; daß^die Steuerfreiheit des Adels
und die Wahlumtriebe zu beseitigende
Uebel der Nation waren; daß die Geist«
lichkeit mit zu großen Besitzungen dotirt
sei; daß man das Volk erziehen lassen
müsse u. s. w., dieß wußte schon Jeder«
mann: vom Verfahren, von der Ausfüh»
rung, von den zweckmäßigsten Mitteln,
diese seit Jahren debattirten Postulate zu
verwirklichen, mußte derjenige sprechen,
welcher angehört werden wollte. Die bisher
noch nie in Zweifel gezogene Vollkommen»
heit des Comitatssystems, dessen pana-
cäischeNatur, jenes unverletzliche noii tan-
Asrs war angegriffen,und zwar durch Man«
ner, deren fleckenloser Patriotismus nichl
bezweifelt werden konnte, die aus den 3än»
dern der Freiheit Beispiele anführten,
und aus den ewigen Quellen deö Geistes,
aus dem reinen Repräsentativsystem
die Vertheidigungsgründe ihree Ansicht
schöpften. Pazmändy, der schon in
früher Jugend viel gelesen, viel nachge«
dacht hatte, wurde durch seine politischen
Sympathien zu dieser neuen Schule
hingezogen. Er theilte die Ansicht des
i Nirlap« in der Städtefrage, er
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Volume 21
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- O'Donnel-Perényi
- Volume
- 21
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1870
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 542
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon