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Naimund 26t Naimmid
ersten Male aufgefĂĽhrt am 17. December
1324 in dem Leopoldstädter Theater. Musik
von Kapellmeister Joseph Drechsler. sMt
Benützung eines Märchens aus „Tausend
und Einer Nacht",) — 2) „Das Mädchen
aus der Feenwelt oder der Vauer
als Mi l l ionär" , romantisches Original»
Zaubcimärchen mit Gesang in 2 Auszügen;
zum ersten Male aufgefĂĽhrt im Theater in
oer Leopoldstadt am !0. November 1826.
Musik uon Capellmeister Joseph Drechsler.
Die AuffĂĽhrung dieses StĂĽckes wmde durch
Raimund's Krankheit um ein ganzes Jahr
verzögert. —Darüber erschien in d« Thea-
ter ,Zei tung Hon Adolph Bäuer le ,
1826, Nl. !42, S, 398—392: „RaiMUNd's
Plan zum Mädchen aus der Feenwrlt" stie
bisher nicht gedruckte sinnige Repeiitions-
strophe zum SchluĂźgesange bei der fĂĽnfzigsten
AuffĂĽhrung dieses StĂĽckes sollte.bei einem
neuen Abdrucke seiner Werke nicht fehlen.
Man könnte den Tert wohl bei Herrn Vi-
tas erhalten), — Karl Meis l schrieb zu
Raimund's „Mädchen aus der Feenwelt"
im Jahre 5827 ein Seitenstück: „Fee Sanft-
muth und Fee Gallsucht" ein Märchen. Den
in diesem abgeschmackten Machwerk vorkom-
menden Tintenmann. als Gegenrolle zum
Aschenmann, gab Ignaz Schuster. —
Im Theater in der Iosephstadt benutzte man
die Erfolge des Raimund'schen StĂĽckes
gleichfalls zu einer Pantomime: „Das Feen.
Mädchen". — 4) „Moisasur's Zauber-
fluch", großes tragisch-komische« Original-
Zauberspiel in 2 AufzĂĽgen. Musit uon Capell-
meister Jacob Philipp Riotte. Zum ersten
Male aufgefĂĽhrt im Theater an der Wien
am 23. September 1827. sMrgl, darĂĽber:
WienerTheater-Zeitung 1827, Nr. 122
u. 123. Kritik von Ludwig Halirsch. Wil-
helm Kunst trat in der Rolle des Hoangu,
Moriz Rott in jener deS Genius der Ver-
gänglichkeit auf, — Heinrich Adami uer--
öffentlichte über dieses Stück eine eigene kri-
tische Broschüre, unter dem Pseudonym „Iin-
z>»rti2,1". Der Inhalt aber entspricht durch
seine Parteilichkeit, die über den Mängeln
die Schönheiten des Stückes übersieht, nichts
weniger als diesem Pseudonym.) — „Moisa-
sur's Zauberfluch" parodirte Karl Meis l in
seinem „Moisasura's Herenspruch", wozu
Wenzel MĂĽller die Musik schreiben muĂźte
und das am 3. November 182? auch aufge-
führt wurde. Wergl. Bäuecle's Theater»
Zeitung 182?, Nr. 142,) Trotz des ihm in dieser Kritik gespendeten Lobes verschwand
diese Parodie noch eher uon der Leopold»
siädter Bühne, als das Original von jener
der Wieden. Ein noch schlimmeres Loos hatte
eine von Heinrich Adami und Nörnstein
verfaßte Parodie uon „Moisasur's Zauber-
fluch", welche im Theater in der Iosephstadt
gegeben, ausgezischt und nach einmaliger
Wiederholung bei Seite gelegt wurde, —
5) «Die gefesselte Phantasie", Origi.
nal-Zauberspiel in 2 UufzĂĽgen. Musik von
Wenzel Müller. Zum ersten Male aufgc»
fĂĽhrt im Theater in der Leopoldstadt am
8. Jänner 1828 sonach Raimund's Frag-
ment einer Selbstbiographie entstand die
Idee zu diesem „Phantasiestücke" aus dem
Märlein, daß er, oer Mann ohn« Studien,
unmöglich jene Stücke geschrieben haben
könne, die unter seinem Namen gegeben wur-
den, —^ Eine Scene bei der ersten Vorstel-
lung „Der gefesselten Phantasie", die in den
folgenden Vorstellungen ausblieb, ist auch
noch ungedruckt. Raimund in der Rolle
des Harfenisten Nachtigall in der bekann-
ten Wirthshaussccne benutzte die Situation,
indem er das boshaft ĂĽber ihn ausgestreute
Gerücht, als wären die unter seinem Namen
erscheinenden TheaterstĂĽcke nicht uon ihm,
vehement widerlegte. Sie verdiente wohl bei
einer neuen Ausgabe seiner Welke eine Auf-
nahme in derselben. Noch sei hier eines Auf>
satzes gedacht, welchen die I r i s , Gratzer
belletristische' Zeitschiist, gebracht im Jahr-
gange 1838, Vd. I I , Nr. 8—ii, unter dem
Titel: „Die entfesselte Phantasie. Sommer'
nachtstraum eines alten Wieners". Von A.
Si las »nit dem für den Autor wirklich
ärgerlichen Druckfehler im Titel: „Die gefes-
selte Phantasie", wozu sich der „gebildete"
Setzer wohl durch Raimund's StĂĽck mit
diesem Titel hat verfĂĽhren lassm. Der Autor
träumt seinen Sommernachtltiaum auf das
Gerücht hin, Raimund wolle ein Gegen»
stück zur „Gefesselten Phantasie" schreiben.) —
Auch sind hier zu erwähnen Ascher's Refle-
xionen ĂĽber dieses StĂĽck Raimund's m
der Neuen freien Presse (Wiener polit.
Blatt) 1866, Nr. «2 : „Theatcrbriefe". von
^nnniL N0VU2, unter welchem Pseudonym
sich der gegenwärtige Director des Carl-
Theaters, Herr Ascher, verbirgt, — «) „Der
Alpenkönig und derWenschenfeind"
romantisch-komisches Märchen in 2 Aufzügen
— dann in 3 Acte getheilt gegeben. Zum
ersten Male aufgefĂĽhrt am 17. Oktober 1828.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon