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Naimund «
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unten die Urtheile ĂĽber Raimund den
Dichter.) —Menzel(Wolfgang), Die deutsche
Literatur. Zweite vermehrte Auflage (Stutt»
gart <»26. Hallberger, 8»,) Theil IV, S. iL8,
— Meynert (Hermann vi-.), Hcrbstblüthen
aus Wien, Gesammelt in den Spntmonaten
<«3U (Leipzig 1822, L. H, F, Hactmann,
»»,) S- ^8, 4U. <!2, 63 senthält treffliche Ve> ^
merkungen ĂĽber Raimund den Dichter!
und Darsteller. C'iĂĽigcs davon weiter unten !
in den Aussprüchen der Kritik), — Oest°r>
reich im Jahre < 84U, Staat und Staats»
Verwaltung, Verfassung und Cultur. Von
einem österreichischen Staatsmanne (Leipzig
1840. Otto Wigand, gr. 8»., Bd. I I , S. 298
fter Curiosität halber möge hier das Urtheil,
welches „der österreichische Staatsmann" über
Naimu nd fällt, folgen: „Die höchsteGlanz»
umode der Wiener Localposse trat dagegen
zu Raimund's Zeiten ein, der ein uortceff'
licker Zeichner des wirklicken Lebens und
uurzüglich seiner naiven Zustände, das innere
Wesen der Localposse zu veredeln, von der
poetischen Seite aufzufassen und einem hö>
deren Ttandpuncte zuzuführen suchte — doch
sage ich hier nur suchte, weil Raimund's
edler Durst nach Nafaeüscher Idealität mit
seiner Kraft in keinem Verbände stand, und
er in jenen Augenblicken, wo sich sein <Ze<
mĂĽth der Poesie ganz ergeben wollte, nur
albern und abgeschmackt erschien!!!" Dieses
Urtheil wohl, aber nicht Raimund's Poesie
ist albern und abgeschmackt. Nun die „östcr»
reichischen Staatsmänner" haben sich nie viel
um Poesie gekĂĽmmert, und wenn diese auch
zum Lenken des Staatsschiffes nicht gerade
nothwendig ist, so wĂĽrde ihnen doch eine
eingehendere KenntniĂź der litcrarischen und
üulturzustände, des Polyglotten Oesterreich
nichts weniger alö schaden, und sie tonnten
sich in dieser Beziehung die Staatsmänner
Englands zum Muster nehmen, die es nicht
verschmähen, in ihrer Muße Literatur zu
treiben, und daher auch vor derselben mehr
Ächtung haben, als dieß hier zu Lande der
Fall ist.) — OesterreichischerZuschauer,
herausgegeben von Ebersberg (Wien, 8°.)
!838, Vd. 4. S. l384: „Charakter-Silhouet.
ten deutscher Dichter. Ferdinand Raimund
»nd die Wiener Localposse"; — derselbe
!8i0, Nr. 491 „Eine Stimme auS der Ferne".
ICin glossirier Auszug aus Stcinberg'L
Roman „Kallenfels", der eine poetische Schil»
derung aus der bekannten Abschiedsscene aus
Na im und'3 „Mädchen ausderFecnwelt"ent> Naimund
hält. — Presse <87l. Nr. 248, im Feuille
ton: „Ferdinand Raimund", von Martin
Greif »nanche neue Grsichtspuncte zur Äuf>
fassung Raimund'«: bemerkt unter Anderem
treffend: „Ein Dichter r>r>n solch örtlicher
Bestimmtheit und Farbe als Hebel fĂĽr deu
alemanischen, ist Ferdinand Raimund fĂĽr
den österreichischen oller,im allgemeinen gesagt,
für den großen bayei'isch'östcrrcichischen Volts-
sta»!!»,") — Schütze (Karl!>r.). Deutschlands
Dichter und Schriftsteller uouden ältestcnZeiten
bis auf die GeZemvart (Verlin »8N2, Albert
Vach, 8°.) S, 293 i^ch führe diese« Bnch an,
wegen der einen zutreffenden Zeile auf R ai>
mund; sie lautet: „Raimund ist der
deutsche Moliüre"), — Teidl i f t sIu-
lius I)l-.), Die Poesie und die Poeten in
Oesterreich im Jahre <ll>'>e «Grimmc» <8!!7,
Tietze (M,). Wiener diabolische und incnsch
liche Photographien, firirt von — — (Vrrlin
<«6!1) gedenkt auch des alttn Lcopoldstälter
in einer Weise, die den Nordteutschen bei
Schilderung sĂĽddeutscher Pelsoncn und Zu>
stände überhaupt nicht eigen, in einem noch
dazu >8L6 in Verlin erschienenen Vuche aber
geradezu wohlthut). —U n ser P lanet. Vlät.
ter fĂĽr Unterhaltung u. s. w. Von Ludwig
Storch (Leipzig. 4°,) I I . Jahrg. <>82i),
Beilage.- Theaterblatt, Nr, UU, 0«, <»2, l08.
i<4, „Das Vollstheater in Wien, Versuch
einer VĂĽhnen-Charakteristik", t'on Hermann
Meynert ftetrisst aussch lieĂĽlich R n i m u n d'S
Stücke). — Wanderer (Wiener polit, Vlatt,
4<>.) 1834, T. 2l?: „Raimund und seine
Beurtbeiler", von S, N, L a. — Wie^
ner Zeitschrift u, s w. Von Schickh,
später von Wit thauer (8».) «83l, H, 2L9,
„Raimund's Gastspiele in München". —
Noch sei hier einiger AussprĂĽchc und Cha-
rakteristiken Raimund'S gedacht, die nicht
eben als Urtheile ĂĽber ihn gelten sollen, aber
doch erwähnt zu weiden verdienen, — So
enthält Andersen's Roman: „Nur ein
Geiger", eine poetische WĂĽrdigung Rai-
mund's. — Das kürzeste, aber dehhalb nicht
minder bezeichnende Urtheil ĂĽber Raimund
sprach wohl Director Carl aus. Er verglich
nämlich Raimund und Nestroy und
sagte: „Raimund findet oft einen gewöhn«
lichen Kieselstein, aber er glättet und pulirt
denselben so lange, bis er einen Glanz g«.
winnt. der ihn fast einem Edelstein ähnlich
macht, Nestroy hingegen hat oft eine» <ch>
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon