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widerte er darauf mit einer
lier iizteirlichiLiheil Anmerkungen ant mrine
Gulldrntur du Sirke!«" (o. O. u. I.). In-
teressanter und für die Geschickte der
ungarischen Dichtung bedeutsamer ist
seine Thätigkeit auf poetischem Gebiete,
indem er den schon vor ihm mehrmals
gemachten, aber immer unbeachtet geblie»
benen Versuch, die antiken Versmaße in
der ungarischen Sprache anzuwenden,
energisch wieder aufnahm und trotz man»
nigfacher Angrisse von verschiedenen Sei-
ten mit Eifer und Konsequenz fortführte.
Schon während seines Aufenthaltes in
Leoben, im Jahre 1760, hatte er, wäh>
rend er fich mit dem Studium der grie.
chiscken Dichter auf das Eifrigste beschäf»
tigte. Mehreres in dieser Richtung ge>
arbeitet; als er in der Folge in seine
Heimat zurückgekehrt war, ermunterten
ihn der ungarische Polyhistor Joseph
Mo ln är und der fiebenbürgische Bischof
Mar ton f i seine Arbeiten in dieser
Richtung wieder aufzunehmen und fo
vollendete N. das Werk: „^l ma^«/«?-
AÄl'Hon?'« ?,'6AS7^o Hai«^", d. i. Führer
auf den ungarischen Helikon Dreßburg
178!, 8».). welches eine vollständige
ungarische Poetik ist. worin er die Grund-
sätze der ungarischen Prosadie aufstellte
und seine eigenen Gedichte als Beispiele
beifügte. Als ihn Mathias Räth meh>
rerer in seinem Werke enthaltenen Puncte
wegen angriff, ließ R. einen Anhang:
folgen; in welchem er in nicht zu gebühr»
licher Weise gegen seine Angreifer auf>
trat. Als eine Bestärkung seiner ,in den
obigen Schriften dargelegten Grundsätze
ging er daran, die Werke V i rg i l ' s im
Metrum des Originals zu übersetzen und
gab auch „ F«l'«, d. i. Der ungarische Virgilius.
Erster Theil, dessen Eklogen (Preßburg
1789). heraus. Von Barü t i darüber
angegriffen, veröffentlichte er nun auch
gegen diesen eine Streitschrift, und nickt
zufrieden mit diesem einen Kampfe, trat
er in einem der Schrift angeschlossenen
Anhange auch gegen Bacsänyi auf,
dessen Ansichten er zu widerlegen suchte.
Er setzte diese Kämpfe auch noch in der
später gefolgten llebersetzung des ^pu-
le^us fort, welche unter dem Titel:
erschien. Als
er durch die Gunst feines Mäcens, des
Grafen Feste t ics, uon den Sorgen
seines Lebensunterhaltes befreit worden,
vollendete cr die Uebersetzung von V i r-
gi l's Gedichten über den Zandbau, und
begann sofort jene der „Ameide," an
deren Vollendung ihn jedoch der Tod
hinderte. Diese seine letzte Arbeit erschien
erst nach seine,.! Tode, herausgeben von
Konde unter dem Titel: „MlF?/«7- I^>-
Fl'F«'«S) masoH'/!: cl<i?'aö^, d. i. Der unga»
lifche Virgilius, 2. Theil (Pesth 1814,
Zu.); demselben hat der Herausgeber eine
Biographie des Uebersetzers beigefügt.
I n seinem handschriftlichen Nachlasse, der
in den Besitz des Pesther UniUersitäts-
Bibliothekars Georg Fejor gelangt
war, befand sich eine neue. jedoch nicht
ganz vollendete Bearbeitung des „^Ä-
unter dem Titel: „Uaß^ar?2,i-
" , worin seine sämmtlichen Ge>
dichte, dann mehrere poetische Ueber-
setzungm aus dem Griechischen und La»
teinischen, ein Lustspiel in Iamben und
fünf Acten: „^2 l'H«-sH", d. i. Die Zwid
linge, frei nach Plautus, sich befanden.
To ldy , der gewiegteste Kritiker der äl-
teren ungarischen Literatur, schreibt über
Räjn is , daß er, so weit dieß aus seinen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon