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Einflüsse, die leider nur zu oft schon und
gerade !n entscheidenden Augenblicken
zum Nachtheile Oesterreichs sich geltend
gemacht haben. I n der Schlacht bei
Magenta, am 4. Juni. kam die Brigade
Ramming's zum ersten Male in's Ge»
fecht, konnte aber bei der eigenthümlichen
Verwendung der Truppen, indem die
Brigaden immer einzeln, wie sie eben
ankamen, dem viel stärkeren Feinde ent»
gegengeworfen und nach kurzem Erfolge
uon der Uebecmacht aufgerieben wurden,
das Unglück des TageS nicht verhindern.
Als dann am 14. Juni Se. Majestät
der Kaiser persönlich den Oberbefehl der
österreichischen Armee übernahm und an
Feldzeugmeister Heß das Amt des Ge>
neralstabschefs übertragen wurde, wurde
Ramming uon Letzterem als Vorstand
der Operationskanzlei zugewiesen. Doch
auch jetzt blieb der Erfolg der Waffen
auf Seite des Feindes. Ueber die Ope»
rationen, welche der Schlacht von Sol-
ferino am 24. Juni vorangegangen,
herrscht noch Dunkel, dessen Lichtung
kaum so bald zu erwarten ist. Man will
den Mißerfolg dieses Tages aus der
Thatsache erklären, daß die Linie der
Oesterreicher zu ausgedehnt— fünf Stlln-
den lang— gewesen, um eine einheitliche
Leitung zuzulassen, wodurch die Com>
Mandanten der einzelnen Korps weder
in der Zeit noch im Raum gehörig zu-
sammenwirkeii kannten. Von Ramming
ist nach dem Frieden von Zücch als
Manuscript gedruckt ein „Beitrag zur
Schlacht bei Lolferino" erschienen, wo»
rin nach dem Urtheile von Fach-
männern der Gegenstand mit vollem
Freimuthe behandelt ist, ein Umstand,
der leicktbegreiflich Veranlassung zu
mancherlei Reclamationen gab. Daß uon
Seite deö obersten Kriegsherrn dem Ge-
neral N. keine Schuld an dem Mißerfolge zur Last gelegt worden, dafür spricht zii>
nächst dessen bald darauf erfolgte Befö»
derung zum Feldmaischall.Lieutenllnt und
die nach dem geschlossenen Frieden er»
folgte Uebertrngimg der Leitung der
operativen Dienstgeschäfte im General-
Quartiermeisterstabe. Im Jahre 1860
wurde R. Inhaber des im genannten
Jahre aus den Regimentern Nr. 4 und
23 neu formirten Infanterie-Regiments
Nr. 72, Als N. nnch dem schon oben
bemerkten zeitweiligen Austritte auS dem
activen Dienste nach einigen Jahren
wieder in denselben zurückgekehrt war,
erhielt er im Jahre 1363 das Kommando
deS sechsten Armeecorps, machte an der
Spitze desselben den unglücklichen Feld-
zug 1866 in Böhmen mit, wo sein
EorpS bei Skalitz und Nachod kämpfte
und starke Verluste erlitt, in der unheil«
vollen Schlacht bei Königgrätz aber in
d^r Reserve stand. Außer den bereits ge>
meldeten Auszeichnungen erhielt N. im
Jahre 1868 die geheime Nathswürde',
bereits im Jahre l83I wurde er den
Statuten des Maria Theresten-QrdenS
gemäß in den österreichischen Freiherrn»
stand erhoben.
Adelstands'Diplom für Wilhelm Na»!<
ming den Vater Mo. 24 December <822
FreiherrnstandS < Dip l u m 6äc>. 4, Juni
!«!>> für Wilhelm Ramm ing den Sohn.
— Hi i tenfe ld (I .) , Der Militär>Maria
Thciesien>Ordcn und seine Mitglieder (Wien
l8l>7, Staat«druckerei, kl, 4°.) S, NU5 u,
l?2i, — Männer der Zeit, Biograph!«
sches Lerikon der Gegenwart (Leipzig <8LU,
C. V. Lurck. 4",) i l . S«ie, Sp. 329, —
O e st
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ck
i s
ch e r S o l d a t e n f r e u n d.
Zeitschrift für »nlitürische Interessen, Her-
ausg. von I, Hirten feld und Dr. Mey<
nert (Wien. 4°.) m , Inh^an« (!«»«).
S. «L8- „Nhrenhnlle XXI" . — Fei ei'
abend (illustr. Wochenblatt, Wien, bei
Zanwrski u Dittniarsch, 4",) I. Jahrgang,
Beilage zu N>', 27,: „Diuisionegeneral uon
Ramminn". — Ueber Land und Meer
l8en. Nl>. 4?,— Neue freie Presse l863.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon