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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Volume 24
Page - 324 -
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Page - 324 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Volume 24

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Nandhartinger 324 Nandhartinger gestellt und sofort als Secretar aufge. nommen. Sieben Jahre blieb er in die- ser Stellung, hatte Gelegenheit, als deS Grafen Begleiter bei Reisen auf dessen Besitzungen, einen großen Theil Ungarns unter den angenehmsten Verhältnissen kennen zu lernen und dabei mit vielen einflußreichen Personen des hohen unga- rischen Adels bekannt zu werden. Indes- sen trieb R. seine musikalischen Studien eifrig fort, versuchte sich auch ein und das andere Mal in der Composition und trat mit kleineren Arbeiten öffentlich auf. So brachte die damals in aristokratischen Kreisen mit Vorliebe gelesene Wit- thauei'sche — vormals Schickh'sche — „Wiener Zeitschrift", in der Beilage ;u Nr. 447 des Jahres 1824 seine Com- Position zu Goethe's Gedichi: „Trost in Thränen". Im Jahre 1827 trat er selbst zum ersten Male im Universitäts« saale mit dem von ihm componir- ten Liede: „Die Heimat", von Pro» kesch »Osten, als Tenorsänger öffent- lich auf und that es dann öfter noch in eigenen und in den meiste», von Liszt veranstalteten Concerten. Als im Jahre 1832 an der k. k. Hofcapelle die Stelle eines Tenorfängerä erledigt war, bewarb sich R. mit Genehmigung des Grafen Szechönyi um dieselbe; und nachdem er sie erhalten hatte, verzichtete er auf seinen Secretärsposten. I n seiner neuen Stellung verlegte er sich nun mit allem Eifer auf die Composition und brachte viele seiner Werke in der Hofcapelle zur Aufführung. Auch hier bot sich ihm viel- fach Gelegenheit, mit hervorragenden Kunstgrößen in Verbindung zu treten; so unter anderen mit der damals gefeier- ten Sängerin Ienni L ind, mit der er etliche Male Tonstücke für daö Hofconcert pcobiren mußte. Bei einer solchen Probe ersuchte die ob ihres zurückhaltenden, ja unfreundlichen Wesens in Wien nicht im besten Andenken stehende Künstlerin N,, eine seiner eigenen Kompositionen vorzutragen. R. kam dem Wunsche der Sängerin nach und sang daS von ihm componirte Fischerlied. Am folgenden Tage überraschte sie ihn in der ange> nehmsten Weise, indem sie daö von ihm nur einmal gehörte Lied ganz auS dem Gedächtnisse mit aller Treue ihm vor. sang und eS auch im folgenden Hofcon» certe zum Vortragöstücke wählte und da° mit großen Beifall erntete. Die „schwe» bische Nachtigall" konnte also — allen über sie in Umlauf gesetzten Gerüchten entgegen — wenn sie wollte, in seltener Weise liebenswürdig sein. Die Ferien, welche ihm in seiner Stellung jährlich gegönnt waren, benutzte N. zu Reisen durch ganz Deutschland, in die Schweiz, nach Italien, Eügland und Frankreich, und mußte nicht selten nach seiner Rück> kehr über seine Reiseerlebnisse Sr. Mai.e> stät dem Kaiser Ferd inand, der die dem einstigen Sängerknaben bewiesene Huld auch auf den spateren Tenorsänger übertrug, Bericht erstatten. Sein Auf» enthalt in Paris fiel eben in die Zeit, als Napol eon's I. Ueberreste feierlich nach Paris überführt wurden. R. trug damals seine Composition zu des Frei» Herrn von Zedlitz' Gedichte: „Die nächtliche Heerschau" , im Salon des Grafen von Lühow, kais. österreichi» schen Gesandten am französischen Hofe, vor, welche allgemein die beifälligste Auf» nähme fand. Zu Anfang der Vierziger- Jahre versah N. durch drei Jahre die Stelle eineö Kapellmeisters im k. k. Hof- Operntheater, welche er aber, als ihm ver damalige Musikgraf die Urlaubsbe» willigung zu einer Reise nach Deutsch« land im Auftrage des Operndirectors Balochino verweigerte, niederlegte.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Volume 24
Title
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Subtitle
Prokop-Raschdorf
Volume
24
Author
Constant von Wurzbach
Publisher
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Location
Wien
Date
1872
Language
German
License
PD
Size
13.41 x 21.45 cm
Pages
450
Keywords
Biographien, Lebensskizzen
Categories
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