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Napaport 366 Hkapoport
EinfluĂ nicht wenig dazu beitrug , sein
Volk einigermaĂen aus der Erniedrigung
zu heben, in wacker es durch den Fluch
eineö Jahrtausend alten Vorurtheils ge-
funken war. Dabei bewahrte er eine treue
AnhÀnglichkeit an sein zweites Vaterland,
brachte bei allgemeinen KalamitĂ€ten groĂe
Opfer und lehnte die vortheilhaftesten
AntrÀge zu öffentlichen und Privatdien>
ften, die ihm Zeit seines Lebens von ver-
schiedenen Seiten gemacht worden, aus
Liebe zu seiner Heimat ab. Als Schrift«
steller zu wirken, obwohl ihn seine tiefe
Gelehrsamkeit im eigenen Fache und seine
ausgebreiteten Kenntnisse in den Gebieten
der Geschichte, Philosophie und schönen
Literatur vollkommen dazu befÀhigten,
war ihm unter den oberwÀhnten UmstÀn»
den keine MuĂe gegönnt, aber mit den
ersten MĂ€nnern seines FacheS in Deutsch
land. Polen und RuĂland stand er in
lebhafter Korrespondenz und gab auch in
mehreren Àrztlichen Zeitschriften öfter
Mittheilungen aus seiner Àrztlichen Pra-
lis, wenn er sich aus deren Veröffent-
lichung einen Nutzen fĂŒr das allgemeine
Wohl versprach', so veröffentlichte er im
Jahre 1831 im September und October
in Hoin's âArchiv" eine gröĂere Ab>
Handlung ĂŒber die Cholera und ihre Be^
Handlung. Seit seinem 17. Jahre uer>
heirathet. hatte er aus dieser The einen
Sohn und zwei Töchter. Der Sohn, der
in Wien Medicin studirte, fand in den
Fluthen derDonau ein vorschnelles Ende.
Von jeinen Töchtern war eine an den
Lemberger Landes-Advocaten Dr. Os>
wald Menkes verheirathet und ist
bereits gestorben. Die zweite ist die Gat-
tin des kleÀ. Dr. Adam Barach ,
welcher den Namen seines Schwieger«
unters sich beigelegt und sich Barach.
Rapnpor t schreibt.
VrĂ€ffer , Franz) JĂŒdisch« Plutaich (Wien l848. 8°.) Nd,7, S, l?4 â Wiener M i ^
theilungen, Zeilschrift fĂŒr israelitische C»l.
turzustÀndc. Herausa, von v l . M. Lette»
ris. 3ahrg, l8«3, Nr, l?: âNekrolog,,, â
PortrÀt. Unterschrifti Jacob Nnpnport, Doctor
der Medicin, prakt, Arzt in Lembern. Vitho^
graphie (Wien, gedr, bei I . Höfelich's Witwe),
Raphael, siehe: Raffael, Ignaz Wen.
zel ^S. 213 dies. Bds.^,
Rllpoport, Salomon L. (Ober-
Rabbiner in Prag und jĂŒdiscker G c>
lehrt er, geb. zu Le mb e rg in Oester.
reichisch-Galizien 17. Mai 179«, gest. zu
Prag 16. October 1867). Erscheint
bald Rapapor t , Nappopor t und
auch Nap pa p o rt geschrieben, er selbst
schrieb sich Napoport , wÀhrend der
gleichnamige Poet sich Mor iz Nappa>
por t (Pseudonym MaxNeinau) schreibt.
Der Sonn streng orthodoxer israclitifcher
Eltern, erhielt er die erste Erziehung im
Elternhause, wo er sich, fast ganz als
Autodidakt, fĂŒr den jĂŒdisch'theologischm
Beruf vorbereitete und in sehr bescheide»
ncn VerhĂ€ltnissen lebte. Mit groĂem
Vifer lag cr dem talmndischen Stndium
ob, und ein Zufall fĂŒhrte ihn auf jene
FÀhrte, auf welcher cr in der Folge alö
geistvoller literarischer Bahnbrecher vor»
anschritt. Ea war nÀmlich Recrutirnngs-
epoche, und unter den Israeliten geschnh
es denn, daà durch den sachverstÀndigen (!)
Ausspruch deö Ortsvorstehers gewöhn»
ich die SĂŒhne unbemittelter Eltern fĂŒr
tauglich, hingegen jene der reichen fĂŒr
untauglich bezeichnet wurden. Die Folgc
dieses parteiischen Vorganges war, daĂ
sich erstere nicht selten fĂŒr einige Zeit durch
die Flucht der Recrutirung entzogen,
welcher Fall auch bei Napoport ein-
trat. Heimlich entfernte er sich von Lem°
berg und begab sich nach einer kleinen
Grenzstadt GalizienS, wo er in verborge,
ner ZurĂŒckgezogenheit lebte. Das dort
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Volume 24
- Title
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Subtitle
- Prokop-Raschdorf
- Volume
- 24
- Author
- Constant von Wurzbach
- Publisher
- Verlag der UniversitÀts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Location
- Wien
- Date
- 1872
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.41 x 21.45 cm
- Pages
- 450
- Keywords
- Biographien, Lebensskizzen
- Categories
- Lexika Wurzbach-Lexikon